Manche Dinge funktionieren einfach nicht.

Das Zinseszins-System, zum Beispiel. Es handelt sich in Wirklichkeit um eine gigantische, langfristige Umverteilungsmaschine, die jahrzehntelang so langsam läuft, dass niemand etwas davon merkt und alle Beteiligten scheinbar zufrieden sind. Und dann: BANG! Platzen Banken auf wie Wasserbomben und TSHTF (<-? !->google).

Gleiches gilt für Staaten. Da trinkt man jahrelang fröhlich seinen Retsina und spachtelt die Fisch-Platte auf Korfu bei ‚Skondros Family Tavern‘ (mit der schönen Tochter mit den blauen Augen :D) und … BAM! Der Ouzo war wohl doch nicht umsonst…

Tja, ich könnte ewig weitermachen. Zum Beispiel mit der Frage, warum ich beim Einkaufen manch adipöse Jungmutter ohne Ausbildung, geschweige denn Zukunft, mit Kippe im Hals vor dem Lidl mit ihren 2 Blagen umgehen sehe, wie ich es nur dann mit meinem Hund täte, wenn ich ihn absichtlich verziehen wollte? Während andernorts Paare mit geregeltem Höchsteinkommen, 2 akademischen Abschlüssen, selbst im Speckgürtel einer Großstadt Schwierigkeiten bei Adoptionen bekommen, weil sie zu alt sind. Mit 42.

Aber gut. Wie dem auch sei. Auch im Kleinen gehen immer wieder „Dinge daneben“. So mir, mal wieder. Denn ich bin der unbestrittene König der Fuelbrothers-Serie „Wie man es NICHT machen sollte“.

Nachdem mein grüner, englischer Frosch endlich seine Testikel saubergemacht bekam (mittels Trockeneis) und alles wieder hübsch aussah (mehr dazu bald), musste ich endlich den Wagen wegstellen. Heißt: Einmotten. Und dazu sollte man man wissen, dass ich einen fliegenden Wechsel mit meinem bayrischen Problembär, dem 730, vorhatte.

Es fing damit an, dass ich in Mendig auf dem Flugplatz vor verschlossenen Türen stand, da ich den falschen Schlüssel mitnahm. F*!?. Also zurück. Egal, Auto war sauber, Öl neu (feinstes Castrol TWS!), also den schönen Tag genutzt und erstmal zurück. Nochmal Tanken (muss voll sein) und wieder vors Tor.

Der 7er stand wunderbar da, so sauber, wie ich ihn zurückließ. Leichter Altherrenduft, etwas Ölaroma, wunderbar. In weiser Voraussicht hatte ich ein neues Starthilfekabel gekauft, denn ich hatte vergessen die Batterie abzuklemmen. Im Auto dann, ein nicht ganz ernstgemeinter Startversuch. Wuwuwu….klick. Pling. Tick tack tick tack (Batterie unter 10V, Wegfahrsperre, Radiocode, Relaisunterbrechung, das ganze Programm… :D). War klar. Gut, also raus mit dem Dicken. Zuerst aber musste der 3er davor raus (nicht meiner, der Stand plötzlich einfach da :lol:).

GnnnnnGNGNGNGN. Ja VERDAMMT! Ist denn die Handbremse drin? Gang raus? Und ich ganz alleine….!? Das Dingen ist einfach „sackschwer“ und wenn die Bremsscheiben nur leichten Flugrost haben, kaum noch zu bewegen. Irgendwann hatte ich es dann geschafft und den Reibungsimpuls überwunden, so dass ich ihn rausrollen konnte.

Starthilfekabel anschließen (Jaaa… die Batterie sitzt in der Rücksitzbank!). Geht nicht an. Batterie komplett platt, frisst jeden Strom sofort auf. Mist. Logo, dass ich natürlich KEIN Werkzeug dabei hatte. Selbst das Bordwerkzeug aus dem 7er war weg, weil ich es in der Garage zuhause liegen hatte (wollte es in Ebay auffüllen). Toll! Grübel. Eine Minute hin- und hergedacht: Mutti anrufen. „Du musst kommen!“ „DU SPINNST WOHL! ICH BIN GERADE IM WALD MIT DEM HUND!“ „Äh – ja, ich hab da ’n Problem… :D“

Esprit in BMW

Er gähnt noch…

War wohl keine gute Option. Dauert auch ca. 45 Minuten, alleine schon wegen der Anreise. Naja. Moment. Der Pförtner an der Einfahrtschranke! In den Esprit und mit Elan zur Schranke. Das Problem: Der gute Mann hatte ziemlich viel gebechert. Erstens verriet mir das seine fulminante Fahne, zweitens konnte ich ihn schlechter verstehen als die Schwaben – und das will was heißen – und drittens sah man es einfach (wie will so jmd. eigentlich Wachdienst machen? Egal, anderes Thema). DENN: Er war meine Rettung in der Not und daher bin ich ihm zutiefst dankbar. Aus seinem Roller (keine Ahnung wie der damit dann nachhause will, mit 5 Promille) fummelte er das Bordwerkzeug. Damit dann schnell zurück an den Beamer und *schwups* die Kabel von den Polen runter. Kabel an Kabel – PING! WUWUUW BRUMMM!

Erster Versuch, 2. Umdrehung Kurbelwelle, vielen Dank liebes Publikum. Ich liebe deutsche Technik.

ABER. Die Batterie war platt und das heisst: Absaufen is nicht. Was ich dann direkt mal geschafft habe. Und dann ging das Problem natürlich in die 2. Runde. Denn so konnte ich natürlich nicht nachhause fahren.

Die Lichtgestalt in Form eines Mid-Agers mit Racing-Pedigree kam dann zufällig zum Hangar neben mir und hat nach kurzem Hilfeschrei meinerseits natürlich gleich Werkzeug für eine Batterietransplantation (Lotus -> BMW) und Rat und Tat gehabt. Danke! Der gute Mann fährt Rennen in seinem quietsch-orangen Manta B, richtig aufwändig, und ließ mich in die schöne Welt des Amateur-Rennsports eintauchen.

Ein echter FB-Moment. Herrlich. Eine halbe Stunde später (gefühlt = 5 min.) haben wir dann noch den Lotus verstaut, alles zurückgeschoben und der BMW lief.

Lotus Esprit Car Cover

Eingekuschelt zwischen deutscher Technik und einem Troll

Am Ende der Geschichte musste ich nicht einmal die Batterie in den BMW einsetzen, denn in der halben Stunde war sie wieder einigermaßen aufgeladen (ich hab das Ding einfach gnadenlos im Stand laufen lassen :lol:).

Job done.

Jetzt heißt es Ölwechsel, Wasserwechsel, und Kleinkram.