Vielleicht sollte man eine Sache direkt von vornherein klar stellen: Jede Medaille hat 2 Seiten. Ich kenne weder die genauen Zustände, noch die Motive der vermeintlichen Opposition in Bahrein. Ebenso ist mir nicht bewusst, wie undemokratisch die dortige Regierung wirklich ist. Man kann ja auch in Deutschland trefflich über den Wert der gelebten Demokratie hierzulande Streiten, in Zeiten von ESM und alternativlosen Bankenrettungen europäischer Drittländer. Sei’s drum.

Da das nun geklärt ist, hier mein Statement zum Formel1-Zirkus. Es ist ein mittelschwerer Skandal, dass ein Haufen rückgratloser Funktionäre, Fahrer und Teams so tun, als würden sie auf Paradise Island Cocktails schlürfen, während ein paar KM weiter die ersten Leute sterben.

Die meisten dieser Personen sind finanziell so weit jenseits der Armutsgrenze, dass Ihnen selbst ein Verdienstausfall, und mit einem Streik verbundene Regresse der Sponsoren, nicht wirklich etwas ausmachen sollten. Sicherlich ist es viel verlangt, wenn man Sportler und Wirtschaftsunternehmen um politisches Mitdenken bittet. Aber kann man wirklich einfach so tun als wenn das alles einen gar NICHTS angeht?

Ich könnte natürlich Verständnis für junge Karrieristen aufbringen, wie z.B. Jungfahrer in der F1, die sich ihre Sporen noch verdienen müssen. Andererseits sollten gerade junge Menschen noch das Herz am rechten Fleck haben und darüber nachdenken, ob kommerzielles Vergnügen über echte Probleme hinwegtäuschen kann. Eine echte Enttäuschung in diesem Zusammenhang ist für mich hier unser Altmeister Schuhmacher. Er hat ’nichts mehr zu verlieren‘ und wäre unter dem Fahrerfeld der dienstälteste Vertrauensmann.

Ein paar Worte zu dem was da passiert sollten drin sein.

Als Zuschauer kann man aber auch protestieren, und zwar dort, wo es den Veranstaltern am meisten weh tut: Mit der Fernbedienung.