Moin Männers,

da Alberts Z3 jetzt vorerstmal ad acta gelegt scheint, hier ein paar Eindrücke von gestern. War mit ein paar Jungs aus Koblenz und Umgebung, mit denen ich mich über’s Elise-Forum verabredet habe, eine Ostertour durch das koblenzer Umland tätigen.

Da mein Methusalem (mit 16 Jahren) mit den Jungen hüpfern mithalten musste, hatte ich vorab gewisse Bedenken, vor allem in Kurven. So eine Elli ist doch schon nochmal etwas GANZ anderes als ein Esprit. Während der Esprit mit Connolly und Holz aufwartet, herrscht in so einer Elise der Komfort eines mittelgroßen Lastenaufzugs. Witzig: Ich dachte früher: Meine Güte, mein Volvo, der hat zwar Leistung aber das Fahrwerk?!? Wie ein Sofa auf Speed. Nachdem ich mal ein paar Meter in einer Elli mitgefahren bin (allerdings nicht an diesem Montag), dachte ich das Gleiche über den Esprit *grübel*.

Aber das sind wahrscheinlich nur skurrile Erscheinungen und die liegen sicherlich im Auge des Betrachters – und vor allem im direkten Vergleich begründet. Im Verhältnis zu meinem alten V70 ist der Esprit natürlich ein Brett, vor allem der S4.

image_00046

Als ich dann gegen 11 ankam, entstand kurz darauf dieses schöne Familienfoto, mit 3 Generationen Lotus (Loti??? Ääh, was’n da die Mehrzahl???), der Stammhalter standesgemäß in der Mitte. Die Sturm und -Drang Söhne & Enkel in verschiedener Ausprägung wussten nicht nur durch Fahrwerk, sondern auch durch Lautstärke zu trumpfen, so daß ich, brav in der Mitte des Konvois fahrend, quasi inkognito mitrollen konnte 😆

Bis auf ein paar sehr zarte Heckschlenker war die Reise auch recht Ereignislos (einer der Teilnehmer ist kurz in der Kurve weggenickt, da übernächtigt, da gabs dann einen heftigeren Heckschwenk, aber alles gut gegangen).

Leistungsmässig war der Esprit, genau wie erwartet, in den Kurven etwas holzbeiniger, in den Geraden wurde dann aber Thors Hammer herausgeholt und der gewisse Kurvennachteil egalisiert. Was mich ein wenig irritiert hat war, daß eine Mk2 Elli gar nicht viel langsamer durchstartet, habe allerdings vergessen nach der Motorisierung zu fragen. Mach ich dann nächstes Mal, konnte mir das bei der Basisversion gar nicht vorstellen. Naja, man lernt nie aus, hat ja auch nicht viel zu tragen, das gute Kind.

Nach einem Kaffee (+ Wasser) in (Grmpf, wo war das eigentlich?) traf mich kurze Zeit später die Erkenntnis wie ein Schock: „Trinke NIEMALS mehr, als Du während der Fahrt in deinem biologischen Harnstofftank transportieren kannst“. Als mir dann das Pipi in den Augen stand und ich schon hektischer in den Schaltvorgängen wurde (kennt einer das Gefühl, wenn man im Supermarkt mit einer Hand den Salatkopf hält und in der andern Hand diese Scheiss-Kunststoffabreisstüte nicht aufkriegt um das Dingen da reinzukriegen?), endlich die Erlösung (und nicht nur für mich, wie sich später herausstellte, Grüße an Mitsch 😆 ): ein Baum am Ring! Wie schön. Jetzt bloß nicht die Strahlen kreuzen und schnell weiter an den Streckenzaun.

image_00048

Männers, an diesem Ostermontag war fast so viel los am Ring wie bei einem Langstreckenpokal-Wochenende. Welche Krise, fragt man sich da? Lauter Lambos, Ferraris, Exoten aus aller Herren Länder und natürlich Porsche in JEDER denkbaren Variation. Wäre mir irgendwie zu wenig exklusiv so ein Porsche, aber das Auto muss ja große Qualitäten besitzen, sonst hätten ja nicht so viele einen.

In erster Linie sah man allerdings am Einfahrtstörchen zur Strecke viele blondierte Dämchen (Achtung Linguisten: Eine mögliche Ableitung von „Dame“ ist „Dämlich“!) auf dem Beifahrersitz und einen gewissen Stereotyp Mann am Volant (goldene Uhr immer schön rechts, ne, ist klar, wegen der automatischen Aufziehvorrichtung – und jetzt mal scharf nachdenken, ich verlasse den geneigten Leser jetzt mal für einen kleinen Privatexkurs in die eigene Fantasie – der Gedanke ist übrigens von Jeremy Clarkson, cheers mate) . Keine Ahnung warum sich Klischees immer wieder so bestätigen.

Ich hatte die erste Version dieses Artikels ohne den hiesigen Absatz geschrieben, aber nach längerem Grübeln sind mir sowohl ein paar nette Porschemodelle als auch freundliche Porschefahrer aufgefallen. Grüße an dieser Stelle an die Transaxle-Modelle, 964er, H-Turbos und Dominik aus Stuttgart. All dies fand ich allerdings irgendwie nicht am Ring. Dafür viele GT-Modelle, naja.

Egal, gab auch Schickeres zu sehen, zum Beispiel dieses kurzlebige Stilleben zweier Design-Schönheiten, eines Aston Martin und eines Z Coupe (mk1). Bis auf den albernen 007-Aufkleber wirklich schön.

image_00051

Überhaupt. Das geilste sind irgendwie mal wieder die Briten. Mit was die sich da aus England an den Ring trauen, das ist schon todesverachtend. Da wird dann ein rechtsgelenkter Golf III GTI oder Escort derart wimmernd weichgeprügelt, das einem warm ums Herz wird. Echter Sportsgeist. Teuer kann ja jeder… 😆 und reinigen „tun sich die Kisten bei Regen da oben auf der Insel auch von alleine, ne?“. Da macht dann der Grünspan in den Dichtungen auch nix mehr. Herrlich. Ich liebe dieses Volk. Muss mal wieder dahin…

Tja, ich hätte gern noch länger dem Treiben zugesehen, aber da gab es dann auch noch familiäre Verpflichtungen und die Bedienung am ‚Ringcafe‘ war genauso wie man sich das so vorstellt, siehe oben, Absatz Porsche. Besser Lunchpaket mitbringen. Immerhin waren die Pommes ok, was anderes gabs da glaube ich eh nicht (ich habe einen mit Burger gesehen), aber wie auch, wenn man zu Zehnt hinter dem Tresen steht und hartnäckig Bestellungen ignoriert.

image_00042-kopie

Quintessenz: Großartiger Tag, viel gelernt und Spaß gehabt und der Troublemaker hat auch durchgehalten (äh, also mein Auto), nur meine Canon hab ich vergessen, daher die Scheissbilder vom Handy, sorry.