Maut

© Peter Müller | Wikimedia Commons

Ich möchte dieses kleine Statement zur politischen Großwetterlage mit einem kleinen, aber feinen Zitat eines altertümlichen Philosophen namens Augustinus beginnen:

„Nimm die Rechtsstaatlichkeit weg, was sind Staaten wenn nicht große Räuberbanden? Denn was sind Räuberbanden anderes als Staatswesen im Kleinen?“

Die Verlogenheit und Dreistigkeit unserer politischen „Elite“ kennt mittlerweile keine Grenzen mehr. Politik sollte kein Thema bei Fuelbrothers sein. Ich weiß. Aber in diesem Fall betrifft es direkt unseren Kern: Das Automobil.

Während sich ein großer Teil des bundesrepublikanischen Selbstverständnisses der 50er bis ca. Anfang der 80er Jahre in einer starken Industrie- und Autonation begründete (ich erinnere nur an den einen Song von Markus), gibt es im Prinzip seit dem Entstehen der Umweltbewegung einen Dogmenwechsel.

Das Auto wird seit den 90ern immer kritischer, differenzierter und negativer betrachtet. Und damit meine ich nicht unbedingt von der Bevölkerung, sondern von bestimmten, meinungsbildenden Gesellschaftsgruppen. Dieser Personenkreis hat einen „Trend“ eingeleitet, der zu einer Art „Rückzugsgefecht“ unserer Autohersteller geführt hat. Nicht mehr das „Erlebnis“ oder der „Spaß“ beim Autofahren war Thema, sondern wie politisch Korrekt der Verbrauch und die Sozialverträglichkeit ist. „Autofahrer sind die Melkkuh der Nation“ wurde ein bekannter Ausspruch. Das führt im Extremum heute zu solchen Auswürfen wie dem BMW i3, den man nur als schlechten, teuren und bitteren Scherz verstehen kann. Quasi als Image-Feigenblatt hat man dazu i8 entwickelt, damit die Stammkundschaft nicht völlig aus den Latschen kippt.

Ich kann euch übrigens an dieser Stelle aus erster Hand von einem Gespräch mit einem BMW-Autohaus in meiner unmittelbaren Nähe sagen, dass denen mit dem Wagen „der Arsch auf Grundeis geht“. Entgegen der Propaganda, der Wagen würde toll ankommen und sich super verkaufen, gibt es viel negatives Feedback in der Kundschaft. Oh Wunder!
Sauteuer / wenig Reichweite / Potthässlich. Muss man nicht für studiert haben.

Sicherlich ist nichts gegen Effizienzsteigerungen zu sagen, auch wir Fuelbrothers wissen, wie sich Zwänge allgemein steigender Kosten in sinkenden Verbräuchen abbilden müssen, damit Autofahren für die Masse noch irgendwie leistbar bleibt. Der technische Fortschritt braucht außerdem auch immer einen Ansporn – geringe Emissionen sind hier ein prinzipiell guter Ansatz, insbesondere bei einem ressourcenarmen Land wie Deutschland.

ABER: Jetzt ist eine letzte Bastion des souveränen, freien Bürgers gefallen. Entgegen aller Wahlversprechen unserer „geliebten Mutti“. Die Autobahn. Eine Maut wird kommen, aus vollkommen fadenscheinigen Gründen („Straßensanierung“ – Bankenrettung wohl eher), aber das war irgendwie jedem schon vorher klar. Spätestens mit der Installation des „Toll-Collect“-Systems war wohl jedem Autofahrer bewusst, dass diese „Stationen“ eine Überwachungs- und PKW-Maut-Infrastruktur-Option darstellen.

Erstes braucht keinen Snowden oder Verschwörungstheoretiker um plausibel zu sein, zweites wird jetzt passieren. Unsere politische „Elite“ schwadroniert jetzt noch allen ernstes darüber, dass der deutsche Autofahrer in der Summe keine Mehrbelastungen haben wird. Wer das wirklich glaubt, dem ist nicht mehr zu helfen.

Und somit steht nur noch eine, weltweit nahezu einzigartige „Festung der Freiheit“ – alleine wie ein letzter Fels in der rauhen See des real existierenden Sozialismus – und wartet darauf geschliffen zu werden. Stellt euch schon mal darauf ein, und sagt nicht, keiner hätte davor gewarnt:

Das flächendeckende Tempolimit wird auch noch kommen.