Mercedes-Benz SLS e-cell Genève 2011

© Creative Commons: Adrien Meyer

Was für ein Schwachsinn. Welch Verschwendung von Energie, Zeit und Geld. Das waren die ersten Gedanken, die mich beim Anblick der Daten des neuen, elektrischen SLS übermannten. Als das Ding noch eine Studie war, dachte ich: „Gut, man kann mal ein bisschen spinnen“, das erwartet die Gutmenschenbrigade von jedem Autohersteller, elektro ist schließlich „in“ und „hip“ und „Zeitgeist“.

Gewesen.

Audi hat den Schuss zum Glück gerade noch rechtzeitig gehört, um sich mit dem E-Tron, oder „Scheisshaufen“ (wie der Franzose sagt), nicht völlig lächerlich zu machen und die Sache abgeblasen. Nomen wurde zum Omen.

Wie kann man nur ein Fahrzeug entwickeln und zum Verkauf freigeben (!), das

  • keine Reichweite besitzt, ich wiederhole: KEINE
  • als „Sportwagen“ 2 Tonnen wiegt (da wird auch noch von „Leichtbau“ gesprochen in diesem Zusammenhang… 🙄 )
  • dessen konventioneller Bruder für die Hälfte des Preises vermutlich 90% des Fahrspaßes bringt, ich vermute aber eher 110% durch Sound und weniger Gewicht
  • dessen Konzept keinen Restfunken Alltagstauglichkeit besitzt
    (und damit meine ich nicht im Sinne von Einkaufen, sondern: Tanken/Aufladen & Fahren)

Der Wagen schafft angeblich keine 2 (!) Runden auf der Nordschleife, ohne dabei liegen zu bleiben, das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Mich erinnert das an die Zeiten mit meinem kleinen Elektro-RC-Car, das war auch schon immer nach 10-12 Minuten „leer“. Zum Glück konnte ich den Akku damals wechseln – ODER – musste eben ein paar Stunden warten.

Jetzt ist ein 416.500€(!) Wagen kein Spielzeug für 200 Mark, sondern möchte von Käufern (ja welchen eigentlich?) artgerecht bewegt werden. Dazu gehört aber auch, sich nicht auf dem Parkplatz der Nordschleife vom ADAC abholen zu lassen.

Man überlege sich das mal: Ich fahre (nur mal so gesponnen) als Besitzer eines SLS „E“ von Koblenz nach Adenau, mit ein paar launigen Beschleunigungen zwischendurch (so wie man das eben so macht) und möchte dann eine Runde auf der Nordschleife fahren – standesgemäß natürlich. Geht nicht. Zumindest nicht, wenn man wieder nachhause will.

😆 😆 😆 😆

So ein Projekt ist für mich das kapitale Versagen der Produktentwicklung und – ja – des Top Managements. Ich würde als Aktionär gewaltig ’stunk‘ machen. Geldverbrennung par excellence, und das noch nicht einmal mit „Verstand“ und „Strategie“, sondern aus nicht nachvollziehbaren Gründen.

Von wegen, Technologieträger und Lehrstück.

Quelle merde!