Entspannung pur: #Youtube #Porsche #Lotus

Von |2017-01-31T00:28:25+00:0031. Jan. 2017|/ Essays, / Polemik und Sonstiges, Lotus, Porsche|3 Kommentare

Meine eigene Fuhrpark-Situation werde ich an dieser Stelle nicht thematisieren, dazu zu gegebener Zeit mehr. Nur so viel: Dinge ändern sich und manchmal muss man in saure Äpfel beißen. Ähnlich ging es mir zu aktiver Schrauber-Zeit und daher geht es mir häufig wie der Damenwelt beim Schminken: Ich schaue mir gern Youtube-Videos an!

Es gibt ein Phänomen, dass man im Sommer an Baustellen immer live erleben kann: Männer, die anderen Männern bei der Arbeit zuschauen. Dieser Trieb ist scheinbar genetisch und wird durch Youtube sehr gut befriedigt. Insbesondere die häppchenweise Aufbereitung inklusive Zeitraffer sind sehr angenehm. Irgendwie motiviert es einen dann auch selbst (bei mir zwar derzeit begrenzt, denn mein Drang nach Schraubereien ist aktuell gering).

Zwei besonders schöne Beispiele für gute Schrauberserien bei Youtube möchte ich hier kurz vorstellen:

  • B is for build

Dieser „I don’t give a f***“-Kanal ist eine Art „Punk“-Schrauberei und hierbei eine Wonne beim Betrachten. Chris ist ein junger App-Entwickler um die 30, handwerklich höchst talentiert und absolut furchtlos vor dem Feinde.

Ich bin auf „b is for Build“ über das schauen von Lotus-Videos gestoßen, den automatischen Vorschlägen sei 1000 Dank. Chris aus Portland hat über den Neuaufbau eines völlig und restlos verunfallten Evora eine ziemliche Popularität erfahren – nicht nur im positiven Sinne! Seine Vorgehensweise ist sehr hemdsärmelig und – in Ermangelung besserer Adjektive – „russisch“ (sorry nach Russland, ich meine das als Kompliment!).

Er bemüht sich um günstige, aber dennoch funktionierende Lösungen. Originalität ist – äh – sekundär. Die teilweise nicht 100%igen Ergebnisse sind hierbei Teil des Erfahrungsprozesses, an dem er den Zuschauer teilhaben lässt. Eine Empirienstudie, „learning by doing“, sozusagen. Falls ihr es noch nicht kennt – schaut es Euch an und genießt (Achtung: Suchtgefahr!)

  • Home built by Jeff

Man nehme einen Australier mit lustigem Aussehen, guter Laune und viel Motivation, kombiniere ein altes G-Modell mit Schleifpapier und Farbe & Würze das Ganze mit der zauberhaften „Misses Jeff“, die in jeder der späteren Folgen Gastauftritte bekommt – et voilá: Youtube-Budenzauber par excellence.

Jeff ist hauptberuflich Feuerwehrmann, parallel als Airbrush-Künstler tätig und ganz offensichtlich ein großartiger Handwerker (er hat auch einen eigenen DIY-Kanal dazu). Ganz im Gegensatz zu Chris macht Jeff keine halben Sachen, der Anspruch ist hier deutlich höher, seine Fähigkeiten würde ich zumindest als professionell betrachten. Es ist eine Freude von Jeff zu lernen, insbesondere die Karosseriearbeiten und Lackierung sind allererste Sahne.

Aber auch später, wenn es an die Details und Innenausstattung geht fiebert man dem Fortschritt entgegen. Einzig die Farbkombination des Elfers ist nicht meins, aber hier scheiden sich einfach die Geschmäcker. Enjoy!

Über den Autor:

In seinem bürgerlichen Dasein schubst D.C. meist Mäuse und macht keinen Hehl aus seiner handwerklichen Unfähigkeit. Das passt daher hervorragend zu seiner Vorliebe für britische Exoten und sein Faible für eine nicht-mehr-existente, schwedische Marke.

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  • Lord Hellmchen
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    Hab mir beide „builds“ mal reingezogen und muss sagen:

    Zu Chris: Wow, mir gefällt diese herangehensweise total. Man muss einfach auch den Aufwand im Verhältnis zum Ergebnis, im Verhältnis zu Restwerten usw. sehen. Der Evora hatte, mal ehrlich, einen Totalschaden und statt ihn wieder auf die Straße zu bekommen, wäre Ausschlachten wohl weit lukrativer gewesen. Aber, wenn ich es richtig verstanden habe wollte Chris ein Auto für sich selbst. Warum also unnötige Perfektion? Die Kosten dafür wären unsinnig hoch gewesen und hätten den Wert des Autos bei weitem überstiegen. Dann hätte er sich einfach ein nicht verunfallten Gebrauchtwagen kaufen können.
    Als er in der ersten Folge meinte, dass GFK-Karrosse und Alu-Chassis am einfachsten zu reparieren seien, war ich angefixt und habe mit einem „na, da bin ich mal gespannt“ weiter geguckt… Ich hätte glatt das Gegenteil behauptet.

    Etwas länger habe ich mich bei Jeff aufgehalten, habe den Kanal abbonniert und warte sehnsüchtig auf den Motor. Ich glaube, hier ist der Ansatz ein komplett anderer: Es geht zu 90% um die Arbeit selbst, der Weg ist das Ziel.

    Anders ist es nicht zu erklären, was er sich da gibt, einfach unfassbar. Jeder andere hätte doch wenigstens die Lackierung oder die Sitze oder irgendetwas anderes von extern machen lassen. Ich hätte schon beim Aufbau der „Lackierkabine“ genug gehabt 🙂 Das man hier ein Ausnahmetalent vor sich hat, wird auch schnell klar, wer kann schon Karroseriearbeiten, Sattlerarbeiten, Lackieren, etc. ALLES selbst und dann in dieser Qualität?

    Abgesehen davon, dass Hierzulande schon wegen des TÜVs soetwas schwieriger wäre, haben mich die Videos (leider) motiviert…

    Lord Hellmchen
    Mitglied
    Beitragsanzahl: 1290

    …ach ja: Dieser Aussie-Akzent von Jeff: Geil!

    D.C.
    Beitragsanzahl: 0

    Jeff ist der Hammer. Chris ist halt ein Punk! Der macht ja auch andere Sachen und die Projekte erschöpfen sich nicht im Evora. Aktuell baut er einen 5.0 Mustang zum Turbo um. Dafür muss man auch einen Knall haben. Der ist einfach immer unter Strom.

    Ich hätte gerne mehr von dem, was Jeff hat…. 😛

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