Vergangenes Wochenende durften wir einen ungewöhnlichen Zauber genießen – völlig konträr zu jeglicher Wettererwartung um diese Jahreszeit verwöhnte uns der Herbst mit einem wahrlich goldenen Oktobertag. Satt über 20 Grad – selbst in der Eifel – und dazu strahlender Sonnenschein bedeuteten einen geradezu frühlingshaften Andrang an der Einfahrt zur Nordschleife.

Da Ayrton und ich die letzten Sonnenstrahlen des Jahres genießen wollten, begaben wir uns in gewohnter Manier zu unserem ‚Lieblingsbalkon‘, um als Analogie zur Muppetshow den Opas im Balkon nachzueifern. Im Prinzip betreiben wir da natürlich eine Art Voyeurismus, denn wir selbst trauen uns nicht auf die Rennstrecke – also hat das Ganze für uns eher etwas von einer Peep-Show. Warum das so ist, wurde auch an diesem Wochenende wieder einmal durch mehrere Unfälle bestätigt – uns sind unsere Autos einfach zu viel Wert, ganz abgesehen von unserer Gesundheit. Das heißt aber nicht, dass es uns nicht jedes Mal in den Fingern bzw. Füßen juckt! In stiller Bewunderung staunen wir über waghalsige Hasardeure, die mit teilweise geleasten oder abgesparten Vehikeln todes- und materialverachtend über die gefährlichste Rennstrecke der Welt schrammeln…

Hierzu empfehlen wir folgendes:

Dennoch: Auch wenn man auf  den ‚Akt‘ an sich verzichtet – so ist doch das drumherum auch sehr ‚befriedigend‘. Man bekommt immer wieder den Beweis dafür, längst nicht alles gesehen zu haben. Kuriose Fahrzeuge und Besitzer (z.B. ein für einen Moskvitsch gehaltener ‚Nash‘ 😉 ) , Liebhaber, Helden, Reiche, Arme, Schnösel, Bauern, Touristen und allerlei schräge Vögel bieten das herrliche Bild einer wahrlich bunten Gesellschaft – aus sprichwörtlich aller Herren Länder.

Da wäre zum Beispiel der englische Familienvater, der sich mit seinem ‚geklebten‘ TVR Chimaera zwischen ein Rudel 911er quetscht, helmbewehrt, Sohnemann an seiner Seite.

Oder die gewagte Dame am Fiat 500, die nach dem ‚Ritt‘ erstmal eine raucht. 🙂

Und da war da noch ‚Tyron‘ oder ‚Leroy‘ (wie Ayrton schon richtig mutmaßte :mrgreen: ), die Inkarnation der Coolness. Das Bild: Kermit-Grüner, neuer GT3 RS in kompletter Montur mit Käfig und der ganzen Kirmes. Typ steigt aus: Geschätzte 2.10m groß. Nimmt den Helm ab, Rastalocken bis weit unten, er selbst: Schwarz, aus Arizona – unschwer am Nummernschild des Porsche zu erkennen. Der Hammer. Danach ließ er sich noch auf eine Probefahrt mit einem Radical ein, ein Gerät technisch & optisch wie ein Rennwagen – aber mit Straßenzulassung und Motorradmotor. 2.9sec von 0-100km/h – auf dem TopGear-Track Platz 1 in der Liste. Keine Fragen.

Das langhaarige Gruftie-Pärchen, denen man einen zerschraddelten Corsa zutraut, ‚Dimmu Borgir‘ auf dem Heck – vorfahrend im neuen M3… und so weiter…

Aber seht selbst, genießt die Galerie und freut euch auf einen schönen Besuch nächstes Jahr wieder bei uns – dort wo die PS-Dichte auf einem Parkplatz im Jahresdurchschnitt alle Rekorde bricht.