Dieser Tage fällt es einem schwer unpolitisch zu sein. In der Welt passieren viele schlimme Dinge und da scheint eine Seite wie unsere irgendwie deplaziert. Aber andererseits darf man bei all dem Trübsal, Krieg, der Verstrahlung und Krisen allerorten (ich kann das Wort: Krise übrigens nicht mehr hören) nicht die Lebensfreude an den kleinen Sachen verlieren. Wie zum Beispiel an seinen Hobbies: Das will ich hiermit tun, in aller Bescheidenheit.

Da ihr also alle scheinbar im Wachkoma vor euren Karren liegt und die Tage bis zum April mittlerweile nicht mehr erwarten könnt, möchte ich euch mit meinen kleinen Anekdoten aus dem Alltag amüsieren. Meine Schrauberfertigkeiten sind hinlänglich berüchtigt und meine Inkompetenz hält mich nicht davon ab (unter Hilfestellung meines liebsten Schrauberfreundes Dirk) selbst an den Esprit ‚Hand anzulegen‘.

Immerhin habe ich meine ersten Lehrlingsstunden mit dem BMW verbracht (der übrigens mangels Garage derzeit ein trauriges Dasein auf der Hofeinfahrt fristet) und mit all dem Überschwang begab ich mich an mein ‚Schätzchen‘.

Der 7er ist so groß, da passt ein ganzer Käfer auf den Kofferraum...

Die folgenden Dinge waren zu ‚flicken‘ bzw. zu erledigen:

  • Einer der drei Lüfter vorne ist über’n Jordan
  • Ölwechsel
  • Einbau Ölthermostat (frisch erstanden)
  • Kupplungsflüssigkeit
  • Rückbau Kat
  • TÜV/Dekra HU/AU

Motivation ist alles! Lachen, auch vor dem Abgrund...

Da die Lotus Esprit 4-Zylinder allesamt unter der Diagnose zu ‚kalten Öls‘ kranken, insbesondere im Kurzstreckenbetrieb, ist der nachträgliche Einbau eines Ölthermostats sehr sinnvoll. Dieser hält den doch recht üppigen Ölkreislauf von über 6 Litern bis zum erreichen der Betriebstemperatur von knapp 80° künstlich klein, indem er die Zu- und Abläufe zu den Ölkühlern in der Frontschürze nach Bedarf öffnet oder schließt.

Die glatte Seite des Thermostat, im Hintergrund das Altteil (noch angeschlossen)

Das Bauteil ist eigentlich (und hier sollten beim erfahrenen Leser die ersten Alarmglocken schrillen) ein ‚ausbauen & ersetzen‘ Teil, denn der vorhandene ‚Bock‘ zwischen Ölfilter und Flansch wird durch den Thermostat ersetzt und ‚fertig‘. Soweit so gut. Normalerweise (!) ist es kein Problem die Schrauben, die die Ölleitung zum Kühler führen zu lösen. Hier war es das schon. Nur mit viel Kraft, hängen, würgen und Hilfe bekam ich das Sch***-Teil endlich raus. Schnell noch die entsprechnde Laufrichtung der Schläuche gemerkt (auf dem neuen Bock fehlten nämlich die Pfeile dafür) und gut. Die zweite Schraube ging dann *überhaupt* nicht raus. 👿

Also den gesamten Apparat der Schläuche am Chassis gelöst, herausgeführt und unter dem Auto mit großer Zange das Teil rausgedreht. Endlich. Noch den Bock rein – und ‚äh‘ wierum kommt das Teil jetzt nochmal? Peinlicher Anruf beim Spezialisten, der mir das Teil verkauft hat „da wo die Gummierung ist, an den Motor, da muss man nur mit Logik rangehen!“ Schönen Gruß an Markus von PUK-Esprit, an dieser Stelle. Danke nochmal.

Also rein damit und: „Verdammt!“ Das Teil ist ja 180° verdreht?! Hab ich die Schläuche etwa falsch rum drin?! Und wenn ja, was kann da passieren? Ölkreislauf gestört? Motorschaden?!? Panik! Schläuche nochmal verdreht (so das ich mir sicher war, dass es passt) und rein das Teil. Irgendwann war es dann drin und wird dann über das Gewinde des Ölfilters geschoben (später dann auch die Entwarnung durch eine Forumsrecherche: Die Laufrichtung des großen Kreislaufs ist egal, da keine Pumpe da dran hängt). Die einzige Fixierung des Ganzen ist dann der Ölfilter, der die Sache an Ort und Stelle hält – daher muss dieser auch besonders gewissenhaft festgezogen werden (->!).

Öl rein, der Moment der Wahrheit, Herzklopfen. Motor läuft, …. BAUT KEINEN ÖLDRUCK AUF!!!,  PSCHCHCHCT… Motor schnell mit Hechtsprung ins Cockpit aus. Laache unter der Karre, mindestens 2 Liter feinstes Castrol RS 10W60 rinnen unschuldig in den Ausguss.

Zum Glück war  Tim aus der Mietwerkstatt dabei (Dirk war zwischenzeitlich heimgegangen) und wir konnten uns die Ursache des Malheurs anschauen. Dieser neue Bock hatte größere Muttern als der Alte. Diese größeren Muttern verhinderten das feste Anschrauben des Ölfilters an den Flansch, so das das Öl keinen Druck aufbaute und seitlich rausp****te. Super Ingo! Mal wieder ein Beweis dafür, dass man alles 3 Mal prüfen und vergleichen soll. Vor allem bei sogenannten ‚bolt in‘ Teilen.

...und hier vermurkse ich gerade Bauchfrei den Auspuff! Vor mir: Kat.

Aber gut, letztlich musste ich dann noch an die anderen Sachen und auch die habe ich gründlich versemmelt. :mrgreen:  Der Auspuff musste ja zwecks AU mit Kat bestückt sein (und auch in Zukunft!), daher galt es diese Baustelle  anzugehen. D.C. also den Schlüssel in die Hand und die Teile dann so schlecht zusammengebaut, dass erstmal nix gepasst hat. Musste mich dann wieder ‚retten‘ lassen. Meine BH wollte, als ich am ersten Abend ohne Auto nachhause kam, nix wissen. „Hab ich gleich gesagt!“ -> Kam dann mit dickem Grinsen.  „Als du sagtest, nur ‚Kleinigkeiten‘, wusste ich, das geht länger“. Recht hatte sie.

Den Lüfter bekamen wir dann übrigens neu vom Zubehör (Ford-Teil). Kupplungsflüssigkeit habe ich machen lassen, da ich keinen Bock  mehr hatte.

Schlussendlich rollte ich heute vom Prüfstand, alles in Ordnung, Mission Complete, auch trotz meiner Bemühungen! Spricht für’s Auto 😆