Jaja, ich gebe es zu: Ich habe viel zu lange gebraucht, um mich mit meiner neuen Errungenschaft wieder in den Kreis der Bekloppten segnen zu lassen. Aber hier tobt derzeit der Bär und es soll Leute unter uns geben, die ihren Lebensunterhalt leider mit Arbeit verdienen müssen! 😉

Zur Sache: Der letzte Stand der Dinge wurde nicht offiziell kommuniziert. Der Esprit aka Sire Slutpot ist Geschichte. Diverse Wartungsthemen und der Vertrauensverlust in meine Hauswerkstatt haben mit den („Alb“-Traum-)Wagen vergällt. Hinzu kam die totale Abhängigkeit von meinem Lieblingsfreund mit der Halle und die undankbare Situation, sich nicht mehr über das Auto freuen zu können. Bei aller Liebe und mit mehr als einer Träne im Auge habe ich mich daher im Oktober letzten Jahres vom Esprit getrennt. Ich muss sagen, ich hätte nicht gedacht, dass das mal passieren würde, aber es ging dann plötzlich ganz schnell und die Erleichterung überwog die Trauer. Die dunkle Jahreszeit wurde daher in Abstinenz (die ja ohnehin Saisonal bedingt vorherrscht) verbracht und ein selbstauferlegtes Sabbatjahr fast gänzlich durchgehalten. Der SAAB war zwischenzeitlich auch inseriert – das Thema ist auch nicht ganz vom Tisch – es ist gerade für mich nicht ganz klar, wohin die Reise mit ihm geht….

Fakt ist: Ich will nicht enden wie Ayrton, mit 5 Autos, von denen 2 fahren :D.

Irgendwann wurde das Jucken aber wieder stärker und die neulich stattgefundene Alpentour hat die Sache schließlich eskalieren lassen. Ich wusste: Es muss wieder was her! Sofort!

Um nicht wieder die gleichen Fehler zu machen und am Ende wie Kampfhamster automobil-suizidal in einer Sackgasse zu landen, hatte ich seit dem Verkauf klare Vorstellungen von meiner nächsten Passion. Die Liste war leider sehr lang, ich fasse mal kurz zusammen:

– 2+2
– Jung
– Bezahlbar
– Zuverlässig
– Werkstatt in der Nähe
– Exotisch und Exklusiv

Und was soll ich sagen, ich bin am Ende bei der Firma „Toyota“ fündig geworden! 🙂

Wer sich jetzt den Kopf kratzt, tut das zurecht, denn was hat

– Exotisch und Exklusiv

mit einem Toyota zu tun? Habe ich mir auch gedacht, aber wenn man genauer hinschaut, ist dem nicht so. Es gibt genügend Anwendungsfälle! So zum Beispiel der Lexus LFA (ich betrachte den jetzt mal als Toyota…). Wer hier nicht die Exotik und Exklusivität sieht, ist blind. Oder der 2000GT – eine Meisterleistung. Den Supra brauche ich wohl nicht zu erwähnen. Na also.

Ich habe dann aus gut informierten Kreisen erfahren, dass es eine kleine Manufaktur gibt, die sehr exklusive und exotische Toyotas herstellt. Die nehmen die besten Teile eines Camry V6, schrauben die auf ein verklebtes Aluchassis, laminieren etwas GFK drumherum und stecken dann ein anderes Logo drauf (benannt nach einer japanischen Blütenpflanze!) – aber hey – geschenkt: Hauptsache Exklusiv! Die Exotik kommt dann durch durch etwas Design, ein gewisser Russel Carr hat mal was skizziert und alle fanden es irgendwie nett, also wurde es gebaut.

Lotus Evora CAD

Jaaaa, ich weiß, der Witz zieht nicht mehr, die Spatzen pfiffen es bereits seit einer Woche von den Dächern. Es ist natürlich wieder ein Lotus geworden.

Ich habe lange, lange gesucht und die Geschichte ist zum Schluss sogar etwas abenteuerlich, aber dazu später mehr. Das wichtigste zuerst: Es ist ein 2012er Evora S IPS. „Natürlich“ in british racing green mit Cognac-Leder. Unglaublich, aber wahr: Diese Kombination ist das Einhorn unter den Evoras, quasi nicht verfügbar. Es ist der einzige, der mir in 12 Monaten Recherche untergekommen ist…

Der Weg dahin ist lang und nicht linear gewesen, wenn auch in letzter Konsequenz scheinbar logisch und vorhersehbar. Ich hatte in wechselnder Manier unterschiedlichste Aspiranten auf meinem mobile-Parkplatz, mit wechselnder Begeisterung und teilweise Panik beim Ausmalen des Besitztums.

Nur, damit ihr mal das Wechselbad der Gefühle erlebt:

– Porsche Carrera 997(.2) – OK, der „langweiligste“
– Jaguar F-Type – sehr heißer Kandidat, leider zu schwer und nicht exklusiv genug
– Audi R8 – für mich ein sehr starkes Design, aber nicht „mein Auto“ & pot. Problemkind
– Aston Martin V8 Vantage – Bildschön, aber leider zu teuer in interessanten Varianten
– Dodge Viper GTS – Harharhar
– Ferrari 360 – im Laufe der Zeit immer teurer geworden…
– TVR Tuscan – kein Kommentar

Da sind jetzt ein paar Ausreißer dabei, aber im Großen und Ganzen war ich sehr froh, als ich vorgestern meine Suchen und Parkplätze bei den Autobörsen gelöscht habe. Parallel zu dem Panoptikum da oben habe ich konsequenterweise nur Evoras auch wirklich live angeschaut, 3 insgesamt.

Wer sich jetzt fragt, warum um Himmels willen einen IPS (Automatik!)? Die Autos haben (wie übrigens alle in der Liste: Irgendein Pferdefuß humpelt immer) eine Schwachstelle, das Schaltgetriebe – denn, wenn sich im Internet irgendein formulierter Ärger kanalisiert, dann über das Getriebe: Schlechte Schaltbarkeit durch vorsintflutliche Schaltseile, rasselnde Lager, kapitale Getriebeschäden durch lockere Zahnräder, Kupplungswechsel für 4000€ wegen der Not des Auseinanderbauens des gesamten Hinterwagens, etc.

Fazit: Aus irgendeinem Grund kamen die ersten Baujahre nicht gut mit dem Getriebe klar, das hat sich wohl geändert, aber die Kupplungswechsel inkl. der Kosten waren mir einfach zu blöd. Davon abgesehen bin ich mittlerweile aus dem Alter raus, in dem ich evangelikal eine Schaltkulisse brauche, der F-Type hat mir einfach auch mit Paddles so viel Spaß gemacht, dass mir das die Entscheidung abnahm. Der Ferrari von Hellmchen ist eh nicht zu toppen! Warum also über sowas ärgern?

Tja, und jetzt findet mal einen Evora, der nach der Modellpflege 2012 (wichtig, da über 100 Veränderungen, von der Dichtung, über den Klang bis zum Navi!) in einer anständigen Farbe und Laufleistung, aus erster Hand zum Verkauf steht! Und ja, der Evora ist für mich nicht die Liebe auf den ersten Blick gewesen: Die erste Serie als Sauger ist leise, nicht besonders schnell und nicht wirklich schön in der falschen Farbe…

Der Wagen, der jetzt in meiner Garage steht, stammt aus Rom. Der dortige Lotus-Händler hat den Wagen fast 1 Jahr, zwei mal im Preis gesenkt, bei unseren Lieblingsportalen inseriert. Er ist mir schon ganz lange als meine „Traumkombo“ aufgefallen, aber sowohl Preis als auch die Tatsache, dass man in Italia Autos über den Notar kauft(!), waren mir zu blöd. Vom Aufwand ganz zu schweigen, das Ding zu holen.

Wie es der Zufall aber wollte, sprach ich meinen Busenfreund Ayrton eines Abends auf das Teil an und bat ihn, mir bei einer unverbindlichen Kontaktaufnahme mit Lotus Rom zu helfen – vielleicht ließe sich das Ding ja über einen deutschen Lotus-Händler importieren?

Und jetzt wird es unheimlich: Ein Arbeitskollege von Ayrton (dem Ayrton von meinem Wunsch erzählte), kennt einen Porsche-Importeur, der mit dem Geschäftsführer von Lotus Rom seit Jahrzehnten befreundet ist, und sogar vor kurzem auf seiner Hochzeit tanzte…

Dann ging es schnell – auf 100% Vertrauensbasis – via Friend of a Friend of a Friend – eigentlich ein mega-no-go. Ich habe den Wagen blind gekauft. 😯 – also fast. Ich hätte einen Rückzieher machen können, in dem Moment, als ich mit Geld vor dem Auto stand. Aber bis auf einen Kratzer, den ich beim Kauf übersehen habe, hat sich alles soweit als „gut“ herausgestellt. Das Leder ist toll, die Farbe ein Traum, mechanisch scheint alles soweit zu funktionieren – und mehr konnte ich erst einmal nicht feststellen, denn es regnet seit Tagen hier und ich bin im totalen Arbeitsrausch…

Daher gibt es nur ein verhuschtes Bild mit dem Versprechen, es besser zu machen und mehr Infos zu liefern, sobald ich etwas Zeit hatte, das Schätzchen herauszuputzen.

Lotus Evora S IPS

Als Platzhalter für meine richtigen Fotos setze ich mal die Verkaufsanzeigen-Bilder hinein, damit ihr einen besseren Eindruck vom Auto bekommt. Ich bin verliebt. Das Interieur ist porno und der Arsch supersexy.