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Model: Liz Katz | Photographer: Sam Macaroni | Made Possible By: Brandon Chester, WorldsFinestEurope.com, WhaddupNow.com, and everyone who contributed on the campaign!

Ich schneide mit diesen Zeilen ein Thema an, das mich schon länger beschäftigt. Vor allem deshalb, weil es einen unausgesprochenen Konflikt auf den Tisch bringt. Ich könnte mir vorstellen, dass ich mit meinem „Problem“ nicht alleine bin…

Besagter Konflikt begleitet mich, seit ich den Esprit besitze: Für mich gibt es in meinem Leben eine Zeit davor, und die danach. In der Zeit „v.E.“ gab es zwar eine latente und starke Autobegeisterung, aber wenig „Verehrung, Verzehrung und Verzicht“, wenn man das so sagen darf. Mit dem alten, seligen Saab bin ich überall hin gekommen, er wurde gleichermaßen gepflegt wie genutzt. Man hat sich zwar über Macken und Kratzer geärgert, aber nach kurzer Zeit darüber hinweggesehen. Sie wurden zu einem Teil des Wagens und dann irgendwie vergessen.

Das hat letztlich dazu geführt, dass ich mit dem Saab überall hin bin, alles mit Ihm unternommen habe und sogar die ein oder andere Nacht darin verbracht habe, gerne auch in, äh, Begleitung. 😉
Er war ausreichend sportlich (für mich), schön anzuschauen (nicht nur für mich) und ließ mich nie im Stich (also, fast). Er hat sogar einigermaßen liebenswerte Marotten, wie zum Beispiel das Warmstartproblem, führt immer zur Belustigung in den unpassendsten Situationen.

Dreh hat mal über den Saab gesagt, das wäre das ideale Auto „for life“. Also quasi „das einzige, das man braucht“. Irgendwie sehr passend. Die Frauenvergleiche dürft ihr an dieser Stelle selber machen. Ich war also glücklich. Hier enden dann die Hollywood-Filme und das Paar verbringt den Rest des Lebens glücklich zusammen.

Und dann kommt der graue Alltag. Und die Sehnsüchte nach „wilderen“ Tagen. Unweigerlich steht dann eines Tages eine rassige Britin in der Garage und es wird komplizierter. Die wilde Affäre bindet Zeit, Energie und Geld. Man kann sich nicht überall mit ihr blicken lassen, manche Reise will man ihr nicht zumuten. Sie wird hofiert, gestreichelt und liebkost. Kleinigkeiten werden zu riesigen Problemen aufgebauscht, ein leichtes Ventilspiel wird sofort als schleichender Motorschaden verdächtigt. Das führt dann zum nächsten „Problem“: Jeder Kratzer wird zum Krater, man will irgendwann kaum noch auf die Straße und jeder Steinschlag zerkratzt einem potentiell „das Gesicht“. Die Prinzessin fordert ihren emotionalen Tribut.

5 Jahre später geht man fremd. Mit dem 10 Jahre alten Polo der besseren Hälfte. Mit Wonne schmeißt man den Eimer in die Ecken, orgelt die 3-Zylinder hoch und lässt es krachen. Man wirft einen Farbeimer achtlos ins Heck, der Hund darf ruhig schnudellig sein und wenn man mit der Tür kurz irgendwo dran kommt – egal. Ein seltsames Verlangen nach einem gelben,  zerkratzten, runtergerittenen E36 M3 (oder so…) stellt sich ein. Ich weiß nicht, wieso ich jetzt ausgerechnet an Hugh Grant denken muss…

So steht man nun da, mit „erste Welt Problemen“ der Sonderklasse. Eine automobile Prinzessin, anstrengend, die man aber trotzdem nicht mehr missen möchte. Man verzichtet ungern auf königliche Privilegien in Seidenstrümpfen. Und dann der Drang nach einer Alltags“hure“, die einen unkomplizierten „way of life“ ermöglicht. Wenn man dann noch einen Firmenwagen hat, der zu neu und gepflegt ist, um diese Rolle zu übernehmen – erst dann merkt man, dass man vielleicht bei dem einen Saab hätte bleiben sollen und man zu viel Geld und Zeit in Autos steckt.

Zum Glück ist mein Beziehungsleben weitaus unkomplizierter… 😉