Was haben ein VW Scirocco und ein Maserati Ghibli gemeinsam?
Beide Namen bezeichnen den selben Wind und nun gibt es sie beide als Neuauflage.

Quelle Bild: www.carsfromitaly.com; www.renestaud.com

Maserati springt 2013 auf den längst abgefahrenen Revival-Zug auf und präsentiert einen neuen Ghibli.

Abgesehen davon, dass mir das mit den wiederbelebten Kultautos gewaltig auf die Nerven ging und geht- in diesem Fall war eine echte Schanse (wie Jan Ulrich sagen würde) vorhanden, weil ein Maserati Ghibli- im Gegensatz zu einem VW Scirocco- mehr war, als ein Wüstenfurz in die hohle Hand.

VW mag es ja zugestanden sein, seine eigene Geschichte retrograd zu verklären: der Scirocco war schon zur damaligen Zeit ein belächeltes Proletenauto, also eher eine Peinlichkeit im Stammbaum, als ein Sommernachtstraum vergangener Zeiten.

Da kann man dieses Thema heute mehr oder weniger humorvoll in den Tuning- Zeitgeist einbauen, ein neues Proletenauto gut verkaufen und bequem der alte Gurke zum Ritterschlag verhelfen.

Wenn aber Maserati einen neuen Ghibli auf den Markt wirft, erwarte ich den Knaller schlechthin. Vor allem erwarte ich, wenn es denn schon ein Revival werden soll, eine DNA Spur des namensgebenden Modells. Das heißt nicht, dass das neue Modell dem alten unbedingt aus dem Gesicht geschnitten sein soll- der Charakter muss verebt werden!

Und was ist das jetzt?

Ein skalierter Quattroporte mit neuer Maserati- Einheitsfresse. Von SPON als “neuer Look” gefeiert. Bullshit Leute! Eure Mütter haben vielleicht neue Looks…

Sexappeal wie ein heißer A4 und optisch m.E. irgendwo zwischen BMW, Seat und Audi gefangen. Die besondere Enttäuschung: Maserati gehört nicht Winterkorn, so dass Fiat den Designern doch wirklich mal die Zügel lang hätte lassen können.

Es zeigt wieder mal, dass vor allem BMW es immer wieder schafft bestimmte optische Trends zu setzen.

Fazit: ein total vergeigtes Modell. So schön der Quattroporte, so langweilig der “Ghibli”, der seinen Namen einfach nicht verdient hat. Der Ur- Ghibli war schön. Der Biturbo- Ghibli war rotzig. Beide hatten aber Charakter. Und jetzt steht da dieser wulstig schön geföhnte Hipster ohne Eigenschaften.

Auf der Präsentationsseite wird die Karre in weiß mit roten Ledersitzen mit den leblosen Worten „Fahrspass für den Alltag“ vorgeführt. Fraglich ist, Menschen welcher sexuellen Identität hier angesprochen werden sollen…
Jedenfalls nicht Enzo aus Rimini. Leider!