Eine Woche vor ‚Carfreitag‘ waren wir ‚einfach mal so‘ an der Nordschleife, nur zum gucken. Dabei entstand dieses hübsche Motiv verschiedener Fahrzeuggenerationen aus einem Hause.

Lotus Elise Europa Esprit

Sehr deutlich kommt hier die historische Anleihe der Elise am Europa heraus, sehr evolutionär.

Dieser Porsche hier ist ein recht früher Turbo, der in Eigenregie des Besitzers restauriert wurde. Ein sehr netter Herr mittleren Alters hat sich die Mühe gemacht uns ein paar Details zu seinem Wagen zu erklären und tat uns begeisterten Jüngern damit einen großen Gefallen.

porsche 930 turbo

Da wir gute Handwerksarbeit zu schätzen wissen, und das Ergebnis wirklich überzeugend ausschaute, an dieser Stelle nochmals ein Kompliment dafür, unbekannterweise. Ein paar Schlagworte am Rande:

  • BBS
  • Dampfrad
  • Käfig
  • Leer
  • nur Fahrersitz
  • freiliegendes Schaltgestänge.

Bei diesem Bild liegt der Witz im Detail, und dies ist wörtlich zu verstehen. Anders kann man sich die Aussage zu dem Männlein, dass den Wagen so zurückließ, nicht wirklich erklären… aber gut, jeder wie er kann 😀 :

I love my penis

ABER DANN…

… der ‚Car-Freitag‘ an diesem Osterwochenende. Anstatt still und brav die Kreuzigung unseres Heiland zu betrauern, scharten sich gefühlte 3 Millionen ‚Gaskranke‘ rund um den Nürburgring. Eigentlich war außer ‚Deppenfahrten‘ und ‚Idiotengucken‘ nichts los, aber…

carfreitag 2011

Naja, ihr seht es ja selbst. Eine Mischung aus Ballermann, VW-Blasen und Grillparty. Im Vordergrund stylish: Ayrton.

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Auf der Strecke im Hintergrund kreischt ein W124 quer im Drift an hunderten Grillplätzen vorbei, während ein Halbnackter im Schritt ‚veredelte‘ Eiswürfel aus seiner (Bade-)Hose in die Menge wirft, das ganze garniert von feinster Malle-Hits-2011-Musik und „Rückkopplungsgefiepse“. Eigentlich hätte ich unseren Lotus-DJ dort erwartet, aber … Entsprechend passte dann auch ein lustiger Familienvater migrantischen Hintergrunds (Prototyp ‚Antalya‘ Grill-Kebab) dazu, der seine 2 kleinen Jungs mit spaßigen Burnouts im kilometerlangen Stau zur Strecke unterhielt. Dass sich eine Diesel(!)-S-Klasse dazu eignet, wurde Ayrton und mir auch erst klar, als wir es live vor uns sahen. Klar, dass sich die dahinter stehenden Holländer in E36ern nicht lumpen ließen und dagegen hielten.

Party-Laune pur. Gut, dass wir unsere Karren einfach einige Kilometer vorher schon auf einem Parkplatz haben stehen lassen, so konnten wir diesen zylinderkopfmordenden Schwachsinn umgehen (immerhin eins der heißesten Osterwochenenden aller Zeiten!).

Hier ein zusammenschnitt eines anderen von den Fahrerlebnissen (der driftende W124 ist bei 3m57s und 4m44s zu sehen!):

Dann noch ein paar Clips vom Pech einiger Kombattanten an dem Tag:


Dass war dann auch der Grund für die große Pause, Jungs!!!

Völlig entnervt von so vielen Menschen und so wenig Motorsport (außer den nicht verunfallten Touristenfahrten) sind wir dann irgendwann weiter, um Donky zu treffen, den todesverachtenden Seven-Fahrer. Nach einer Stärkung in einem Laden unweit Adenau dann das Schlüsselerlebnis: Die Fahrt im Donkervoort.

Donkervoort

Egal was man vorher für Vorstellungen von diesen Dingern hat und wie wenig sie ästhetische Bedürfnisse befriedigen mögen.

Leute. Vergesst alles andere.

Es war einfach das härteste, was ich die letzten Jahre erleben durfte.

Die Beschleunigung ist definitiv diesseits eines Veyron oder PS-starken Motorrads. Die Kurven werden nicht gefahren, sondern entweder gefressen oder gleich im Drift (!) genommen. Nach 3 Minuten Fahrt bat ich Donky kreidebleich Ayrton dieses Erlebnis doch bitte auch mal zu ermöglichen, da ich Angst hatte, dass er mich nicht mehr ernst nimmt, wenn ich das einfach nur erzähle. In etwa so:

oder noch besser:

Einige Momente später (für ihn wahrscheinlich Ewigkeiten) kam auch Ayrton mit einem eingefrorenen Gesicht (Ähnlich Joker – Jack Nicholson bei den früheren Batman-Filmen) aus dem „Auto“ und stammelte irgendwas von wegen ‚geil’…’unfassbar’…’ich kann nicht mehr’…

Vollkommen beseelt fuhren wir in unseren ‚Reiselimousinen‘ Elise und Esprit dann nach Hause, wohl wissend, was für lahme Krücken und weiche Spießerkisten das eigentlich sind.

Aber es war gut so.