Auf demokratischer Basis haben die Fuelbrothers beschlossen Ayrtons Berichte ab jetzt im geschätzten Original Ausländerdeutsch zu belassen, bitte also gefundene Rechtschreibfehler behalten!

Freitag der 26 Juli, der Tag wo ich Aston Martin Besitzer werde und der (hoffentlich nicht vorläufige) Tag wo ich meine Ruhe finde und meine lange Suche nach dem Automobilen Graal endet.

Um 5:30 aufgestanden um den Germanwings Flug um 7 Uhr morgens aus Köln Richtung Zürich zu nehmen. Ich hätte mich geärgert da an den Tag wo ich der Flugticket gebucht habe ist der vorheriger Preis von 75 auf 175 Euro gestiegen. Ich habe es erst im Flieger bemerkt dass ich im First Class gelandet habe da Economy ausverkauft war. Ich dachte First Class fliegen ist passend zum Aston kauf und mich über den Preis nicht mehr geärgert.

Die ganze Reise hatte ich ein mulmiges Gefühl, mit soviel Bargeld in der Tasche rumzulaufen, vorallem im Zug und damit am vier verschiedene Bahnhöfe umsteigen… aber ich wollte nicht riskieren, dass die Überweisung nicht wie geplannt bis zum 26 Juli ankommt und die ganze Reise ist schon geplannt, du kommst da an und der Händler sagt „Kohle ist noch nicht da…“.

Nach eine wunderschöne Zugreise ab Zürich Richtung Samedan, bin ich um 13 Uhr beim Händler angekommen. Laut Navi wurde ich 3:30 Stunden bis Weil am Rhein brauchen, die Grenze die ich mir ausgesucht habe, trotz der beruhmt-berüchtigten dort ansässige Deutsche Zöllner. Konstanz soll viel besser sein aber die machen um 18 Uhr zu und ich hatte kein Bock auf eine Übernachtung in der Schweiz. Problem war, obwohl der Zoll bis 19:30 auf hat, hat die Zollagentur nur bis 18 Uhr auf, was mir eine halbe Stunde Puffer für eventuelle Probleme gegeben hat, und das falls ich es überhaupt schaffe, um 14 Uhr loszufahren.

Nach eine Stunde war das ganze Kaufprozedur erledigt. Ich bin dann tanken gegangen, neugierig über wieviel einmal volltanken kosten wurde, aber der Tank war schon halbvoll. Und dann kommt es wieder, der Scheissnavi wollte mich über eine Fähre leiten, obwohl in Samedan und Umgebung keine Fähre gibt, und in der Gegenrichtung was ich mir auf Googlemaps angeschaut habe… ich habe da schon 20 minuten verloren inkl. nach Hause anrufen um Anweisung übers Handy von Mutti zu bekommen.

Nach eine Weile bin ich dann auf der Julierpass gekommen und mich langsam entspannt, und den Wagen die Sporen gegeben, war sehr geil über den Pass zu fahren. Die ganze Zeit fuhren mir entgegen Exoten und hochwertige Oldtimer, einige mit Deutsche Kennzeichen, Richtung Sankt Moritz.

Ich hasse James Bond Assoziationen, sei es bei Lotus oder Aston Martin, aber ich muss gestehen das Bilder von Sean Connery’s Fahrt im DB5 über die Schweiz bei Goldfinger in Erinnerung gerufen wurden… bis auf einmal die Bremsen angefangen haben zu riechen, wobei ich dachte es wurde vom Chrylser Voyager vor mir kommen… irgendwann war es mir zu bunt da der Chrysler abgebogen hatte aber das Geruch war noch da. Ich bin angehalten um zu schauen und habe dann die Bestätigung bekommen die ich gar nicht haben wollte. Mit der Frage konfrontiert „weiterfahren oder ADAC anrufen“ dachte ich mir das die Bremsen trotzdem noch funktioniert haben und die Autobahn nicht mehr weit sein könnte. Scheissdrauf, weiterfahren.

Der Rest der Fahrt war ereignislos schön obwohl ich mich 10 bis 15 Stundenkilometer laut Tacho über die Geschwinidgkeitslimit bewegt habe, der Zeitdruck war hoch, einmal gab es ein Blitzlicht, obwohl ich denke (bzw. hoffe) dass es gar nicht für mich war, sondern für ein Wagen der 100m vor mir fuhr… Angehalten haben die Schweizerbullen mich nicht aber das war nicht das letzte mal die ich mit Schweizer Beamten zu tun haben wurde.

Irgendwann um 17:30 war ich kurz vor Basel und happy das es nur noch 10 Minuten bis zur Grenze fehlten. Und dann kommt es… Stau im Basel! Die Zollagentur rief mich an und fragte wo ich wäre, und meinte an der Stelle gab es immer Stau. Bei der Hitze von über 35 Grad im Stau fing das Steuergerät die Standdrehzahl auf 1500 bis 2000 Umdrehungen zu erhöhen um den Wagen zusätzlich zu Kühlen, ich finge auch an zu hyperventilieren, und die Uhr tickte… Ich bin genau um 18 Uhr dann an die Grenze angekommen und wie von der Zollagentur empfohlen auf das LKW Parkplatz eingefahren und direkt vor der Grenzkabinen auf eine Anhalteverbot vor der Eingang eine unbeschriftetes verglastes Gebäude den Wagen geparkt. Mir war es mulmig aber ich wollte nicht zwischen der LKWs parken und es gab keine andere Parkmöglichkeit. Über die Grenze gerannt in das Zollgebäude, eine sechseckige Konstruktion in braune siebzigerjahre Charm, ich nenne es seitdem das Babelzollturm, mit der sehr unpassend Adresse Lustgartenstrasse 1 Weil am Rhein… Drinnen unfassbar hässlich, hunderte von verschwitzte Trucker warten auf die Verarbeitungen deren Unterlagen, in stickige Zigarretenrauchgeladene Luft. Ich bin auf die dritte Stock die Treppe hochgerannt und die richtige Tür verpasst weil eine der Mitarbeiterin im Gang rauchte, und das Schild der Zollagentur verdeckt hat. Herr Kiefer von der Zollagentur Richard hat mich schon im Treppenhaus gesucht und mich dann gefunden. Ich war überglücklich dass ich es zeitlich geschafft habe, weil einmal im LKW Parkplatz drin kann ich mir nicht vorstellen wie ich zurück in die Schweiz fahren könnte falls die Zollagentur schon geschlossen hat.

Die Unterlagen waren dann schnell vorbereitet da ich vom Händler aus die Sachen an Herrn Kiefer gefaxt habe und er nur noch ein paar Sachen machen musste und die Rechnung von €80 zahlen, was ich sehr gerne getan habe da der Service und Herrn Kiefer absolut erstklassig waren, und das schon weit nach 18 Uhr, in Deutschland undenkbar. Die Zoll agentur Richard im Weil am Rhein ist spitze, absolut empfehlenswert, und Herr Kiefer hat mich persönlich durch den Babelzollturmlabyrinth geleitet und zu jeder Schalter begleitet, erst zu den Schweizer, dann zu den Deutschen, was überhaupt nicht selbstverständlich ist. Dann noch zum Nebengebäude gelaufen um die EUst zu entrichten (ich habe den Zöllner zu wenig Geld gegeben, er guckte mich an mit ein Blick als wollte ich ihn verarschen, ich habe mich ausführlich entschuldigt mit dem Kommentar „Mit Zahlen habe ich nichts am Hut…“). Zurück zum Babelturm und endlich die begehrte Zollunbedenklichkeitsbescheinigung in der Hand.

Als ich im Auto eingestigen bin und dachte das grobste wäre vorbei, schiess ein Schweizerzollbeamter aus den Namenslose verglastes gebäude, in schicken blaue kurze Hose. Und fing mich an zu schreien. Ich machte die Beifahrertürfenster runter, und er in Schwiezerdeutsch: Was denken sie wer sie sind? Haben sie den Halteverbotschilder nicht gesehen?? Nur weil sie ein schönes Auto fahren meinen sie sie können überall parken??? Der Typ war sauer, soviel könnte ich sehen. Ich habe mich entschuldigt und gesagt das er recht hatte, ich habe aber keine ander Wahl gehabt da hier alle LKW Parkplätze voll waren und ich mich hier nicht auskenne. Der wurde noch sauerer und meinte er sollte mir 100 Fränkli abknöpfen, ich sagte dass er vollkommen recht hatte, er meinte beim nächsten mal tut er dass auch, wo ich dann dachte „Erstens es wird lange dauern bis ich der nächste Aston in der Schweiz hole, ich tue es nicht jeden Tag, und zweitens, wir sind schon weit in Deutsches Territorium und trotz der Schweizerzollgebäude ist der Parkplatz Deutsches Territorium und ausserhalb deine Hochheitsgebiet…“ Er ging wieder rein und ich bin dann losgefahren, aber erst nachdem der Motor wegen der Hitze sich geweigert hat angelassen zu werden und erst als die Batterie schon fast leer war ist es angegangen. An die Zollkabine angehalten, irgendwelche Unterlagen abgegeben und es war soweit, ich hatte es geschafft!!! Ich war kurz vor 19 Uhr in Deutschland!!!

Ich habe mir ein paar Sprints bis auf 160 Stundenkilometer gegönnt und der Kompressorrausch genossen, die Sonne ging langsam runter und die warme Abend war schön. Abgesehen von der typische Holländische Spottern im Audi TT die mich eine weile verfolgt haben und den Wagen ausführlich fotografiert haben ging die Reise ereignislos um 11 Uhr abends zu Ende. Ich war zuhause, vollig fertig und könnte kaum glauben dass alles richtig geklappt trotz der tausende Themen und einzelne Schritte die schief gehen könnten, die generalstabsmässige Vorbereitung hat sich gelohnt.

Was für eine Abenteuer. Aber die grösste Herausforderung steht mir noch vor: ein Kindersitz zu finden die in der Karre passt 😀

Ich habe meine Autos noch nie Namen gegeben, das machen nur Weiber, aber wenn ich es tun wurde, wurde ich ihn Merlin nennen. So wie der Zauberer der Tafelrunde, oder Merlin wie der Rolls Royce Motor der Supermarine Spitfire, der mich mit der Kompressorsound auch verzaubert hat… oh mann…

Hierzu empfehlen wir folgende Literatur: