Oldtimer Remise

Vergangenes Wochenende sind Ayrton und ich der Trostlosigkeit unseres deutschen Winters entflohen, und zwar an einen Ort, der sich bis vor kurzem „Meilenwerk Düsseldorf“ nannte, die Classic Remise Düsseldorf. Ayrton hat vor einiger Zeit schon einmal darüber berichtet und war leidlich angetan, Zeit für ein kleines Update mit einigen Bildern.

Der Ausflug war gleich in mehrerlei Hinsicht ergiebig:

Zum einen natürlich wegen der wirklich immer schönen Auswahl an exklusiven Fahrzeugen, die man einfach nicht jeden Tag zu Gesicht bekommt. Abgesehen von Offensichtlichkeiten wie dem (unserer Meinung nach) schändlich unterbewerteten Testarossa, finden sich dort auch echte Exoten, wie zum Beispiel ein wunderschönes und seltenes Talbot Lago Sport Coupé:

Talbot Lago Grand Sport Coupe

Aber auch skurrile Monster wie ein Lamborghini LM 002, der seiner Zeit gefühlte 20 Jahre voraus war, verschaffen ein Anblick wie im Naturkunde-Museum (sorry für die schlechten Bilder dieser Autos, sie standen hinter Glas):

Lamborghini LM 002

Zum anderen bekommt man ein Gefühl für den derzeitigen Old- und Youngtimer-Markt, der sich noch stärker entwickelt hat, als man denkt. Die an die Scheiben gehefteten Preise waren „im Versuch einer Marktbildung“ sehr hoch gegriffen, teilweise sogar (wieder: unserer Meinung nach) lächerlich. Es ist schwer mitanzusehen, wenn ein „schnöder 911/964 Tiptronic“ (sorry, Felix!) ohne besondere Ausstattung auf dem Weg zu 200tkm mit über 30t€ angeboten wird. Ich erinnere mich an Zeiten, und die sind nicht lange her, da waren diese Autos für 25t€ zu haben, viele auch einiges darunter. Von einer Blase zu sprechen ist vielleicht etwas zu viel gesagt, aber das „Fluchtgeld“ sucht sich eben seinen Weg, auch hier. Es gilt nach wie vor: Gold, Betongold und Garagengold.

Oldtimer Remise

Zu guter Letzt war Ayrton seit dem Aston-Erwerb irgendwie geknickt und litt an „buyers remorse„, zumindest teilweise. Der Lackzustand seines DB7 machte ihm Kummer, er entsprach nach einer gründlichen Wäsche nicht seinen Vorstellungen und machte einen verwitterten Eindruck. Mit viel Aufwand und Muskelschmalz hat er daher Zeit am Auto verbracht, um wieder eine anständige Anmutung herzustellen. Der Besuch in der Remise hat zu einer klaren Verbesserung seiner Laune beigetragen: Viele der ausgestellten Fahrzeuge waren nicht perfekt, einige Lackierungen sogar ziemlich schlecht. Mir persönlich ist das Thema „Lack“ nicht sooo wichtig, da ich meine Ziele im Fahrspaß sehe und bei Lackfehlern nur schmunzeln muss (was bleibt mir beim Esprit auch anderes übrig?).

Oldtimer Remise Panorama

In jedem Fall, um ein Fazit auszurufen, ein schöner Sonntag mit feinen Autos, guten Gesprächen (wie immer, danke dafür!) und Entspannung pur. Übrigens ist so ein Besuch durchaus BH-tauglich, denn es gibt ein nettes Bistro, einige Klamottenläden, und somit auch für die Dame etwas anzuschauen (falls die die vielen bunten Autos nicht ausreichen).