Hohenlohe: Wo die Welt noch in Ordnung ist…

Von |2012-10-24T18:29:30+00:0023. Jul. 2012|/ Essays|25 Kommentare

Oldtimertreffen Laufen 2012

Fernab von Währungskrisen, Arbeitslosigkeit und Kriegen existieren noch Orte, an denen man meint, die Zeit wäre stehen geblieben. Man kennt sich oft persönlich – vom Unternehmer bis zum Arbeiter, vom Bäcker bis zum Pfarrer und die Arbeitsmoral kennt Begriffe wie ‚krankfeiern‘ nicht. Wenn man nicht arbeitet, ist man wirklich, ernsthaft und schwer krank oder gleich ganz tot.

Ziel der Plackerei ist fast immer „des Häusle“ und kurz nach der Vorstellung mit einer fremden Person kommt die Frage: „un was schaffsch?“. Antwortet man darauf mit „Sozialpädagoge“ oder „Kunsttherapeut“, erntet man eher Stirnrunzeln „aaah so…“, hingegen hellen sich die Gesichtszüge bei „Werggzeugbauer beim Kocherplaschdig“ oder einfach „Inschenör beim Daimler“ direkt schlagartig auf: „Des isch was rechts!“.

Die Gärten der Gemeinden liefern sich einen Wettstreit mit den Vorgärten der Häuslebesitzer um den schönsten Anblick, und religiöse Aspekte sind mindestens so wichtig wie die Frage nach der gefahrenen Automarke.

Womit wir beim Thema wären – und gleich auch klar ist, dass meine Wenigkeit mit Engländern und Schweden eigentlich ein Landesverräter sein muss. Dass mein Bayer die Bilanz leicht aufbessert ist der Ehrenrettung halber akzeptiert, aber im Prinzip nur noch vergebliche Kosmetik.

Wovon ich rede? Von den Schwaben natürlich.

Auch wenn sich das alles hier etwas spöttisch anhört, so muss man diesen Menschenschlag einfach gern haben und hoch respektieren! Ohne die Schwaben gäbe es über Deutschland kaum positive Klischees und mindestens 2 Weltautomarken und Dutzende andere Branchenführer weniger.

Ich durfte mal wieder ein paar wunderbare Tage im Hohenloheschen verbringen, das ist die Gegend rund um Schwäbisch Hall. Im nahegelegenen Gaildorf habe ich an einem der Tage so einen Musterbetrieb schwäbischer Lebensart besichtigt. Ich war mit der Familie bei einem ‚Lehrlingsfeschtle‘, also einer Demonstrationsschau der Fertigkeiten der Azubis bei Mahle in Gaildorf.

Mahle Gaildorf Ausbildungstage

Wer Mahle nicht kennt interessiert sich vermutlich entweder überhaupt nicht für Autos und fährt einen Prius oder lebt hinterm Mond. Mahle ist neben Bosch einer der wichtigsten Autozulieferer überhaupt und ist für seine Motorkomponenten bekannt, v.a. die Kolben.

Das Gaildorfer Werk ist eigentlich für Nockenwellen zuständig so konnte ich auch direkt Einblick in die doch erstaunlichen Unterschiede zwischen einer Porsche Cayenne V8 und Dodge Viper V10 Nockenwelle „erfassen“.

Nockenwelle wird inspiziert: Vorne Dodge Viper, hinten Porsche Cayenne

Das Teil von der Dodge ist ganz offensichtlich so massiv gebaut, dass man damit jemanden erschlagen könnte, während die Nockenwelle vom Porsche eher filigran wirkt.

Glanzstück und Herz der Werkschau war die Präsentation des Werksrenners der „Formula Student“, eines Ausbildungswettbewerbs mehrerer internationaler Hochschulen und Weltkonzerne. Hierbei treten Teams aus Auszubildenden (z.B. von Mahle), Studenten (z.B. der Uni Stuttgart) und Firmen (weitere Zulieferer) auf internationaler Ebene gegeneinander an, indem sie mit der Synergie ihrer Kooperation (nämlich einem kleinen Rennwagen) einen Wettbewerb um die meisten Punkte in verschiedenen Disziplinen veranstalten.

Interessant hierbei war die schrittweise Reduzierung des Leergewichts der verschiedenen Fahrzeuggenerationen von Anfangs 275kg auf 175kg durch konsequenten Leichtbau.

D.C. im Formula Student, mit Teamchef seiner Wahl
D.C. im Formula Student, mit Teamchef seiner Wahl

Als ich mich in dieses Ding rein setzen durfte, bekam ich das dringende Bedürfnis damit auf der GP-Strecke ein paar 911er zu ärgern. Sehr schön anzuschauen waren die ganzen Karbon- und Alu-Frästeile, wobei das tollste die Felge ist – und mit 1.5kg in Verbundbauweise der beiden Werkstoffe sensationell leicht.

Hierzu empfehlen wir folgendes:

Tags darauf – quasi zum Abschluss – gab es noch in Laufen, einem Nachbarort, ein kleines Oldtimertreffen. Verschiedene Motorräder, Autos und Trecker versammelten sich rund um einen Familienbetrieb einer Gaststätte.

Mich hat vor allem der Lanz Bulldog beeindruckt, der mit dem Vorglühen von 10L Hubraum (Einzylinder!) alleine schon Preise für die coolste Startprozedur aller Zeiten verdient hat. Das eigentliche Betriebsgeräusch eines Lanz ist natürlich Kult und auch euch Nordlichtern bekannt! Werner lässt grüßen…

Oldtimertreffen Laufen 2012

Tja – herrlich mal „normale Leute“ zu sehen und weg von all den schrecklichen Realitäten neuzeitlicher Digitalität, Hipstern und überfremdeten Innenstädten zu kommen. Aber letztlich holt einen alles ein und auch im Ländle bleibt die Zeit nicht stehen. Die Nockenwellengießerei bei Mahle in Gaildorf wird nach Indien ausgelagert… ist billiger.

Über den Autor:

In seinem bürgerlichen Dasein schubst D.C. meist Mäuse und macht keinen Hehl aus seiner handwerklichen Unfähigkeit. Das passt daher hervorragend zu seiner Vorliebe für britische Exoten und sein Faible für eine nicht-mehr-existente, schwedische Marke.

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Ansicht von 25 Beiträgen - 1 bis 25 (von insgesamt 25)
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  • Ayrton
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    „Die Nockenwellengießerei bei Mahle in Gaildorf wird nach Indien ausgelagert… ist billiger“
    Traurig, ich frage mich noch wo das alles enden wird. Ich habe selber leider eine Mitarbeiter in Indien, du muss ihn alles in kleine schritten erklären und wehe eine situation entsteht wo er selbständig denken muss. Hauptsache billig. Mit der konsequenz dass ich es am Ende viel davon machen muss, und ich bin naturlich besonders billig.

    Auch leider wahr dass ein ganz grossen Teil der Produktivität Deutschlands auch exportierbar ist, die Produktionsprozesse, systeme und technologien sind einfach replizierbar. Die Globalisierung wird auch schaffen, diese heile Welt zu zerstören.

    Zum Lanz Bulldog, das ist irgendwie nicht meine Wellenlänge, ich denke immer an Bergbaukumpels in Schwarze klammotten die sich gegenseitig Glück Auf wünschen. Hat mit Trekker überhaupt nicht zu tun aber das ist wahrscheinlich die Zeitgeschichtliche komponente.

    D.C.
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    Ich sehe das anders. Vielleicht kann in gewissen Grenzen eine Produktivität ’simuliert‘ werden. In manchen Fällen wird sie die inländische auch übertreffen (vor allem bei einfacheren Strukturen und Vorgängen).

    ABER und das kann man nicht genug betonen: Es gibt sehr große Mentalitätsunterschiede zwischen Bevölkerungen verschiedener Länder. Das sieht man nicht nur in der Eurokrise, sondern auch in der Wirtschaft. Ich habe meine Erfahrungen in Teilbereichen damit gemacht. Es ist so, dass gewisse ‚Lebenseinstellungen‘ und ‚Wertesysteme‘ sich auch auf die Qualität der Arbeit übertragen – je mehr die persönliche Note ‚drinsteckt‘ und je komplexer das Produkt ist, desto stärker kommt das heraus. Es gibt Gründe dafür, dass deutsche Maschinen und Werkzeuge Weltspitze sind, und das liegt nicht nur an effizienten Produktionsprozessen.

    Da steckt noch ‚mehr‘ drin

    Eine Technikfaszination, Perfektionismus, Liebe zum Detail und je nach Brache auch mehr. Das ist primär durch das Umfeld geprägt und das exportiert man nicht einfach mal ‚mit‘ in die Schwellenländer.

    Vergiss nicht: Es schlagen 2 Herzen in meiner Brust, ich kenne die andere Denkweise auch!

    Ich denke viele Manager und Strategen sind auf diesem Auge total blind und glauben man könnte einfach alles überall reproduzieren. Das funktioniert aber nicht bzw. nur teilweise.

    Daher mache ich mir da überhaupt keine Sorgen um Deutschland und seine Handwerks- und Maschinenbaukunst… 😉

    Ayrton
    Mitglied
    Beitragsanzahl: 1460

    du irrst. Ein BMW der in China oder Indien gebaut wird, wird nicht qualitativ schlechter sein als eine der in Bayern gebaut wird, sowas kann sich eine Firma wie BMW nicht erlauben, und Mahle auch nicht. Dass heisst, wo es darum geht komplizierte, nicht standardisierte Produkte herzustellen hast du vielleicht noch recht, bei vielen ist aber egal, ob du am Band eine Armaturenbrett baust in Indien oder hier ist der Prozess identisch, und so dermassen standardisiert dass wenn du mist baust, fliegst du raus wg. Dummheit oder Vorsatz. Autobau und viele andere Produkte lassen am Band kein Spielraum für softe Eigenschaften wie fleiss, kreativität usw der andere Deutsche Tugenden. Bzgl. Handwerkskunst, versuch mal heutzutage Handwerker die dich nicht verarschen und hochwertig arbeiten, die kein Murks bauen.

    Dr.Dreh
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    Ayrton, solche Prozesse und Gedankengänge sind hoch interessant. Du musst uns irgendwann mal bei Bier und Grill Licht in unsere dunklen Birnen bringen. Ich glaube wir Laien leben in der von der Werbung inszenierten heilen Scheinwelt. Alois Huber, Vater dreier Kinder, seit 20 Jahren bei BMW, zieht morgens seinen Kittel an, rückt das BMW-Logo (analog der Dallmayr Werbung) zurecht, nickt seinem Spiegelbild zufrieden entgegen und tritt dann stolz in die „Manufaktur“ ein, um mit Herz und Hand ein besonderes Auto zu fertigen.
    Dass er eigentlich nur Handlanger für seine Kuka Kollegen ist, muss man ja nicht so zeigen…
    Ob die aber in China stehen oder Bayern ist völlig egal.

    D.C.
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    Beitragsanzahl: 1397

    Leute! Ich war IM BETRIEB bei Mahle. Da sind wirklich noch solche Menschen unterwegs. Das ist KEIN Klischee. Alleine der Ausbildungsleiter, mit dem ich sprechen durfte war schon so einer. Wie im Bilderbuch! Sicher ist es in großen, anonymen Welt- Konzernen völlig anders, aber im regionalen Mittelstand (und der geht per Definition bis 1000 Mitarbeiter) gibt es das wirklich noch. Und genau das gilt es um jeden Preis zu verteidigen. Ich spreche von Werkzeug- und Anlagenbau, Industriezulieferern, -entwicklern, Metallbearbeitung und -veredelung. Nicht vom Fließband bei Ford. Das ist schon klar, dass da keine Legenden mehr rumrennen. Was willste denn von Mehmet und Chantal (sprich: Schantall) erwarten? Ein neues Patent für Bremsscheibenlegierungen, in der Freizeit nebenher entwickelt?

    Wie sagte Henry Ford: „Autos kaufen keine Autos.“ Im übertragenen Sinne: „Maschinen entwickeln keine Maschinen.“ (noch nicht!)

    Denn hier liegen die wahren Stärken Deutschlands.

    Dass der dickbäuchige Handwerksmeister im Rheinland keinen Furz mehr arbeiten will und dem die Leute trotzdem die Bude einrennen ist ein ganz anderes Thema, darüber könnte man ein eigenes Essay schreiben. Nur kurz: Das Problem ist politisch hausgemacht – Stichwort: Abiturientenkarriere+Studium vs. Handwerker steht in einem ungesunden Verhältnis hierzulande.

    Ayrton
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    ach ja? und wer baut dann die super tollen Nockenwellen die Mahle jetzt zum Daimler und BMW nach Deutschland schickt? Etwa die Gaildorfer Schwaben die Mahle nach Indien auch „exportiert“ hat? Und meinst du Daimler und BMW werden minderwertige Nocken akzeptieren, nur weil Mahle jetzt in Indien bauen lässt? Mahle ist ein ganze normale Automobilzulieferer wo Menschen auch am Band stupide arbeit machen, das die nicht mehr Mehmet und Chantal heissen sondern Siggi und Nobbi macht die Kohle nicht fett. Kein Deutsche Siggi kann so gut sein wenn für das gleiche Geld 10 Inder zu haben sind, die auch jeden Tag, Winter wie Sommer eine Nockenwelleroling aus ein Tablett holt, die einspannt und ein Knopf druckt, um die CNC Drehmaschine den Rest machen zu lassen. Oder meinst du die Inder feilen das Roling per Hand?

    Das Autos kein Autos kaufen interessiert keine in der Wirtschaft, hauptsache ich produziere möglichst billig, und wenn später keine mensch mehr Geld hat meine Karre zu kaufen weil die meisten bei Zalando am Lager für €7 die Stunde Schuhe in Cartons einpacken und kaum Geld haben zum essen, ziehe ich dann halt weiter mit der Produktion wo es dann boomt.

    D.C.
    Mitglied
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    Ayrton, ich glaube wir reden hier massiv aneinander vorbei. Du sprichst von der reinen Produktion und ich von der Forschung, Entwicklung und Serienreifeherstellung bis hin zur Planung (!) der Produktion und Qualitätskontrolle.

    Mahle entwickelt und produziert auch immer noch in Deutschland, nur die Gießerei (!) geht nach Indien. Es geht mir jetzt aber auch nicht um Haarspalterei, aber ich denke Du weißt genau, was ich meine.

    Wenn alles so einfach zu ‚outsourcen‘ und ‚verlagern‘ wäre, dann hätten mittlerweile die Deutschen überhaupt keine Werke oder Unternehmen mehr hier. Da kommen schon noch ein paar andere Aspekte dazu. Als da wären:

    – Arbeitsmoral der Mitarbeiter
    – Rechtsicherheit und Rahmenbedingungen
    – Mentalität gegenüber Plagiatisierung
    – Eigentumsschutz (Verstaatlichungsgefahren)
    – Verfügbarkeit von potentiellem Personal
    – Infrastruktur
    – Lohnstückkosten (Effizienz)
    – usw., die Liste kann man beliebig verlängern

    Du kannst auch in der Wüste Gobi Fabriken bauen und alles durch Roboter anfertigen lassen, das ist mir schon klar, aber das ist nicht der Punkt.

    Apple produziert auch in China, aber die Produkte kommen trotzdem aus Cuppertino. Schau dir mal die Plagiate aus China an – die können sich bei weitem (!) nicht mit dem Original messen (ohne Fan zu sein). Ist scheinbar doch etwas „mehr“ dahinter als ein paar flinke Chinesenhände etwas zusammenstöpseln zu lassen, oder…?! :mrgreen:

    Ich habe in meinem Studium öfter schon festgestellt, dass BWLer dazu neigen die Dinge zu stark von der monetären und controlling-Seite aus zu sehen. Das kann strategisch langfristig auch mal ins Auge gehen (siehe z.B. Audi: Erst Werk in Ungarn, dann Rückzug nach D. wegen zu vieler Probleme, es gibt viele weitere Geschichten von Firmen die zurückkommen)

    Ayrton
    Mitglied
    Beitragsanzahl: 1460

    ich rede heute nur von Produktion, ist doch klar, aber der Rest wird nach und nach kommen (bzw. gehen…), die werden auch gut qualifizierte ingenieure usw. haben. Apple ist ein gutes Beispiel, deren grosste Wettbewerber ist Samsung. Vor einige Jahre noch über Samsung gelacht, heute haben die Sony und Nokia längst überholt. Meinst du was ein paar Koreaner schaffen, schaffen die Chinesen nicht?

    Google mal Putzmeister, if you can’t beat them, buy them.

    D.C.
    Mitglied
    Beitragsanzahl: 1397

    …und genau das sehe ich eben anders. Zumindest mittelfristig. Langfristig gönne ich allen Völkern natürlich eine ähnliche Entwicklung, wie wir es in Deutschland technologisch und wirtschaftlich haben. Dann hast Du recht.

    Aber hier kommen wir in den Bereich der Spekulation: Ich wette einfach auf die erwähnten Punkte (Arbeitsethik, Faszination, Erfindergeist, Umfeld, etc.) und glaube, dass in diesem Land in 100 Jahren immer noch interessante Produkte hergestellt werden – egal was sonstwo passiert.

    Man darf nur eines nicht machen – nämlich sich auf seinen Lorbeeren ausruhen. Dann passiert einem nämlich das, was man in Zeitlupe wunderbar in Großbritannien erleben darf: Die totale disintegration aller Industrie- und Handwerkszweige „zugunsten“ einer Schneeball-System-basierten „Finanzindustrie“, die bald fulminant kollabieren wird. Mit allen negativen, sozialen und politischen Konsequenzen.

    D.C.
    Mitglied
    Beitragsanzahl: 1397
    Ayrton
    Mitglied
    Beitragsanzahl: 1460

    like!

    Dekadenz mit style, hätte lust mit so eine Karre durch die Strassen von Athen zu fahren 😀

    die LED Nebelleuchten vorne sehen beschissen aus 😀 Noch nie ein Auto gesehen mit zwei Kennzeichen vorne, das wäre für die Deutsche Burökratie das Supergau wenn man es erzwingen könnte stellt dir mal vor du wurdest nach Buxtehude umziehen, fährst zum Verbandsgemeinde um den Wagen zuzulassen und erzählst die Dame am Schalter mit 38 Dienstjahre in der Abteilung dass du drei Kennzeichen brauchst 😀

    D.C.
    Mitglied
    Beitragsanzahl: 1397

    😆 😆 😆

    äh – aber welche Nebelleuchten? Die Nummernschilder sehen auf dem einen Bild so aus, aber sonst sehe ich keine ???

    D.C.
    Mitglied
    Beitragsanzahl: 1397
    Ayrton
    Mitglied
    Beitragsanzahl: 1460

    hahaha kein Mitleid, wer sich mit Kriminelle einlässt wundert sich dann über den Überfall… Geschäfte in der grösste Schurkenstaat der Welt ist halt gefährlich…wo da der grosse Unterschied zu Syrien liegt ist mir nicht so klar.

    Ayrton
    Mitglied
    Beitragsanzahl: 1460

    das meine ich die Nummernschilder schlecht mit photoshop übermahlt sehen aus wie Baumarktuning LED Lampen

    D.C.
    Mitglied
    Beitragsanzahl: 1397

    -> hab den einen Kommentar von Dir ins private verschoben und was dazu gesagt! 😉

    Lord Hellmchen
    Mitglied
    Beitragsanzahl: 1290

    Leute, ich bin ja eigentlich gar nicht da, aber ich muss unbedingt zu obigem Thema etwas loswerden: Ayrton, Du steckst sicher da mehr drin als wir, aber ich muss als aufmerksamer Verbraucher sagen, dass man sehr wohl merkt, wo ein Auto zusammengeschraubt wurde, auch wenn oberflächlich betrachtet die Prozesse die gleichen sind! Beispiele: MB M-Klasse, die N. fährt, wird ja bekanntlich in USA gefertigt, Leute, dass merkt man! Nissan Mirca: der wird für den hiesigen Markt in England gebaut, man vergleiche die Verarbeitungsqualität mit denen aus Japan. In Fabriken arbeiten Menschen, nicht nur Roboter.
    Nationale Mentalitätsunterschiede sind viel größer als man in der heutigen ach so kleinen vernetzten Welt denkt. Das sehe ich grade hier wieder in Italien. Eine Nation ist immer in dem die beste, was sie liebt. Und der deutsche liebt seine Maschinchen. Das bekommt die Globalisierung so schnell nicht herausrationalisiert.
    Ayrton, ich bin wirklich kein verklärter Romantiker, aber ich muss hier DC voll zustimmen: Das Ganze ist immer mehr als die Summe seiner Teile! Sonst würden die Chinesen schon längst die besten Autos der Welt bauen.

    Ayrton
    Mitglied
    Beitragsanzahl: 1460

    Leute, Automobilwerke sind mit ausnahme der Oberklasse (7er usw.) keine Manufakturen.

    Lord Hellmchen
    Mitglied
    Beitragsanzahl: 1290

    Das ist schon klar, Ayrton. Ich kenne das Klientel an den Bändern ganz gut, da ich mich schon seit längeren in den Muckibuden der Republik herumtriebe. Ich kenne auch viele Leute, die schon mal beim Daimler geschafft haben und entsprechendes erzählen.Auf der Ebene ist das sicher fast egal. Aber irgendwo in der Kette kommt immer ein Mensch.

    D.C.
    Mitglied
    Beitragsanzahl: 1397

    @ayrton: EBEN! Das ist doch genau das was ich sage, du musst nur einen Schritt weiterdenken. Wer steht dahinter? Nehmen wir als Beispiel den beliebten Status ‚Technologieträger‘, siehe 8er BMW. Da ist viel Herzblut und all das, wovon ich sprach reingeflossen. Ebenso der Z1 der M-GmbH. Und wozu führt das? Zu späteren Innovationen am Fließband in den kleineren Modellen. Wer die dann zusammenschraubt ist noch ein anderes Thema. Trotzdem steht an der Spitze ein Mensch (bzw. ein Team von Menschen), mit Ideen und Visionen.

    Dr.Dreh
    Mitglied
    Beitragsanzahl: 727

    Niemand hat behauptet, dass es egal ist, wer hinter der Idee steckt. Aber es ist egal wer es zusammenschraubt. Voraussetzung ist nur, und da bin ich bei Ayrton, dass das QM standardisiert ist. Der meiste Müll aus Fernost ist nur Müll, weil sich das Kriterium „billig“ in ALLEN Punkten wiederfindet.
    @Hellmchen: ich hätte aus dem Stehgreif viel lieber „Made in Japan“ als in USA- so war es auch gemeint, oder?

    Ayrton
    Mitglied
    Beitragsanzahl: 1460

    aber darum geht es, wer es zusammenschraubt. Du kannst nicht eine Nation mit 80 mio Menschen ernähren wenn der gemeine Bandarbeiter zu teuer ist, und nicht jeder kann ingenieur bei der M-GmbH werden oder Ideen und Visionen haben, weil nicht jeder begabt genug ist. Mit deine Z1 oder 8er Beispiel, wenn das Produkt gut konstruiert ist, wird der Chinese, gut angelernt worausgesetzt in kurzeste Zeit auch gute Autos zusammenbauen können. Ich bin der Meinung dass der Deutsche Technik Pathos sowieso nicht mehr so viel stärker ist als einige andere Länder wie es der Klischee hergibt. Deutschland hat der geschichtsbedingte Vorteil, der Chinese das Gesetzlosigkeit bzgl geistiges Eigentum, der Ehrgeiz endlich die führende Nation der Welt zu werden, die Mängel an technische Balast der vorhandene noch nicht bezahlte Infrastruktur, und die schiere Gewalt der Dimension. Aber ich hoffe dass ihr Recht habt.

    Ich habe nie verstanden wie ein Staat soviel Geld in Forschung ausgeben kann und dann alle Unis zugänglich für Chinesen, Inder und andere Kopierer machen.

    Lord Hellmchen
    Mitglied
    Beitragsanzahl: 1290

    @ Dreh: Genau. Man vergleiche die in Japan zusammengesetzten Nissan Micras von ‚früher‘ mit denen in England zusammengeschraubten von jetzt. Die M-Klasse aus Amilamd ist Schrott, um es mal direkt zu sagen, ich weiß nicht, wie es bei den anderen Modellen ist, aber das Dashboard knistert seit den ersten km 8.000, Stoßdämpfer waren nach 30tkm hin, usw.
    @ayrton, in Punkto China geb ich Dir voll recht. Die sind so frech und ziehen das jetzt durch mit der Weltherrschaft, vorausgesetzt unser Planet hält das aus. Die werden vielleicht bald die besten Autos bauen. Man schaue nach Olympia, da werden die Kinder von Geburt an mit allem was diese gewaltige Macht hergibt geknüppelt, damit sie mit 16 die ersten Goldmedaillen holen können. Genauso ‚Rücksichtslos‘ in allen Belangen hat sich auch die ‚westliche Welt‘ an die Spitze gesetzt. Jetzt sind die halt dran und warum sollten die auf uns, das Urheberrecht, die Umwelt oder gar Amerika Rücksicht nehmen? Das ist denen sc%#^ssegal.
    ABER, und das sehe ich ganz anders als Du: Wer hat das Auto, das IPhone und alles erfunden, was sie kopieren? Ganz ketzerisch mal , Klischees haben meist einen wahren Kern und der chinesische Mitleser fühle sich bitte nicht angegriffen, ich übertreibe bewusst:Die kreative Leistung ist das einzige, was ich denen weniger zutraue. Die haben auch eine zigtausend Jahre alte Kultur und hatten Zeit genug . Und was kam heraus außer Glückskeksen und ner riesigen Mauer? Sie glauben, das der Genuss von Nashornstsaub die Potenz steigert….

    Dr.Dreh
    Mitglied
    Beitragsanzahl: 727

    😀 Hellmchen, ich denke die Wahrheit liegt irgendwo zwischen Nashornstaub und Mao Tse Tung.
    Chinesen hatten eine Hochkultur, da haben wir uns noch stumpf mit Keulen auf die Ommen gekloppt.
    Ayrton hat Recht- die schiere Masse ist einfach nur zu schwer zu „steuern“
    Es ist aber nicht so, dass Chinesen weniger begabt sind- vermutlich ist allein schon aus der Menge die Wahrscheinlichkeit des Gegenteils sehr groß- der Kommunismus hat nur Zeit und Elend gut konserviert. Wenn du mit solchen Mitteln trotzdem in der Welt mithalten willst kann da einfach nichts besonderes bei rumkommen.
    Lohndumping und Billigstpreise im Einkauf sind dann deine Stärken. (Es soll ja auch hierzulande Leute geben, die sich einen Landwind gekauft haben)
    Und billig wird auch bei uns immer mehr Trumpf.
    Einem Großteil der Leute wäre sicherlich völlig egal, aus welcher Stahllegierung die Nockenwellen vom M3 gegossen sind- wenn die Karre nur 5k billiger wird.
    Und glaubt mal nicht, dass die G8 Nationen den Chinesen eine lupenreine Demokratie wünschen- stellt euch das mal vor: die Chinesen hätten gleiche Mittel! Allein in Shanghai leben knapp 1/4 soviele Menschen wie in ganz Deutschland…
    Berichtigt mich wenn ich das falsch sehe: „made in Japan“ steht „made in Germany“ in nichts nach“- außer im verklärten Image.

    D.C.
    Mitglied
    Beitragsanzahl: 1397

    Eine ‚lupenreine Demokratie‘ gibt es derzeit nirgends auf der Welt, und ehrlich gesagt weiß ich auch nicht, ob es die jemals gab. Fängt schon bei der Definition an: Demokratie bedeutet im Ursprung der griechischen Staatsphilosophie (ja, ich hab sie wirklich teilweise gelesen) nämlich „Herrschaft der oberen 10.000“. Insofern haben wir alle Demokratien, aber nicht das, was sich der Plebs so auf der Straße so darunter vorstellt. Egal, sei’s drum.

    Wegen der Nockenwellen des M3: Es soll schon Leute geben, die auf sowas Wert legen, vor allem wenn Sie ein standfestes Auto sportlich und alltagstauglich bewegen wollen. Nicht wahr, Ayrton? 😉
    Zitat Ayrton: „wenn das Produkt gut konstruiert ist“ – genau das muss aber erstmal einer machen, darum geht es doch! Aaargh! Ich denke wir drehen uns im Kreis. Ich spreche die ganze Zeit von der Synthese aus Kreativität, Ideenumsetzung, Planung und Know-How und Du vom Zusammenschrauben.

    Die Japaner sind uns in dieser Qualitätssicht sehr ähnlich, ebenso in vielen Detailaspekten der Technologiefaszination, daher führt das zu ähnlich guten Ergebnissen – insofern stimmt das völlig. Made in Japan =(fast) Made in Germany. Nur fehlt den Japanern bei vielen Ihrer Produkte eine Industriedesign-Historie und -Tradition, daher wirkt vieles bei denen immer so, als wollten sie das Rad neu erfinden und man erkennt oft keine durchgängige Linie bei den Produkten (optisch). Ist ein kultureller Unterschied = direkte Auswirkung auf’s Produkt!

    Zum Thema „Produkte sind ein Resultat des Umfelds“: Der neue 5er, den ich an diesem WE von meinem Schwiegervater fahren durfte ist ein schlechtes Beispiel für das angebiedert globalisierte Denken der BWL-Strategen bei BMW. Die Kunststoffe sind billig, das Leder sieht aus wie Kunstleder, das Fahrwerk neutral, die Lenkung gefühllos, der Motor schlapp trotz 450NM Diesel und vom Klang will ich gar nicht erst anfangen. Mein alter 7er von 1993 hat ein wesentlich hochwertigeres Ambiente als diese Ramschkiste, sorry BMW. Besinnt euch auf eure Kompetenzen und den Markennimbus, sonst kaufen die Leute auch gleich einen Mondeo für die Hälfte.

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