Warum der Nissan GT-R eine Sensation ist…

Von |2011-05-18T12:05:06+00:0018. Mai. 2011|/ Fahrberichte, Ferrari, Nissan, Porsche, Toyota, US-Cars|15 Kommentare

Ich habe beim täglichen surfen auf Pistonheads ein wahrhaft feistes Video gefunden, welches beim Betrachten puren Jubel hervorruft. Wer schon einmal auf einer Rennstrecke fahren durfte, kann das Gefühl nachvollziehen.

Aber zunächst die Infos: Es gibt eine japanische Fernsehsendung (scheinbar ein Top Gear Pendant), die einen wirklich coolen Vergleichstest gemacht hat. Kein Designgelaber, keine Imageplattitüden – nur echter Sport. Es werden auf der Rennstrecke gegeneinander – gleichzeitig – losgelassen:

  • Nissan GT-R
  • Ferrari 430
  • Porsche GT2 RS
  • Lexus LFA
  • Chevrolet Corvette ZR1

Sicher, der Ferrari ist etwas deplaziert, denn die Konkurrenz hat mehr Leistung aufzubieten und ist jünger!  Aber dennoch interessant. Wirklich sensationell ist aber beim Betrachten des Videos die Leistungsdichte der Fahrzeuge und ihre doch geringen Unterschiede, insbesondere in der Spitzengruppe. Man würde denken, der LFA führe allen davon (er sollte es zumindest, bei der Anzahl an Zylindern und dem Aufwand)  – Pustekuchen.

In Wirklichkeit kann er sich kaum gegen den GT2 RS behaupten (der durch Schaltfehler des Fahrers gehandicapt wird) und der GT-R fährt der versammelten Konkurrenz davon. Ein unfassbares Ergebnis für mich. Dieses Auto schafft es, die gesamte höchstpreisige Konkurrenz aus Japan, Deutschland und Italien in Grund und Boden zu fahren.

Sicher – er sieht scheisse aus :mrgreen: aber – trotzdem. Das muss man erst einmal schaffen! Um so schlimmer, dass die Designer bei Nissan gerade in Urlaub waren, als das Teil gezeichnet wurde und der Betriebskindergarten ran durfte. Aber gut, bei dem Preis-Leistungsverhältnis darf man nicht meckern.

Einen wirklich schalen Beigeschmack hat die Sache allerdings – vielleicht kann Lord H. hier als Nippon/Nismo-Experte etwas  Aufklärung bieten: Ich habe gehört, dass die Garantie erlischt, sobald man eine Rennstrecke befährt – das Auto ‚merkt‘ das per GPS und sendet es nach Hause. Stimmt das? Wenn ja, spricht das nicht gerade für das Vertrauen der Firma in das eigene Produkt und relativiert ein solches Ergebnis natürlich…

Nun genug der Worte, genießt das Video:

Und ja, man kann diese Autos bereits für ‚relativ kleines‘ Geld bekommen (im Vergleich zur Konkurrenz aus dem Video, mit Ausnahme der abgeschlagenen Corvette).

Über den Autor:

In seinem bürgerlichen Dasein schubst D.C. meist Mäuse und macht keinen Hehl aus seiner handwerklichen Unfähigkeit. Das passt daher hervorragend zu seiner Vorliebe für britische Exoten und sein Faible für eine nicht-mehr-existente, schwedische Marke.

15 Kommentare

  1. Vachtbitu Mittwoch, 18.05.2011 um 13:19 Uhr

    … wenn ich höre, was mein Kumpel über seinen immer erzählt, dann fehlt es hir doch an der standfestigkeit vieler Komponenten (z.B. Getriebe)… Rennstreck=keine Garantie, auch muß das Auto alle 5 Min. zur Inspektion… Und günstig sind die auch nicht, die haben neu knapp über 70T€ gekostet, 2 Jahre alt und dann noch über 60T€…

  2. D.C. Mittwoch, 18.05.2011 um 14:19 Uhr

    Ja, das ist in der Tat natürlich ein Problem – insofern ist das Thema relativ zu sehen. Dennoch – der klare Verlierer heißt für mich hier LFA! Weil sich die ganzen Kosten nicht in Zeiten niederschlagen. Letztlich gilt die goldene Regel: Porsche PS zählen doppelt. Da weiß man, was man hat.

  3. D.C. Mittwoch, 18.05.2011 um 14:36 Uhr

    Tja, jetzt habe ich mal ein wenig aus Spaß ‚GT-R‘ und ‚Garantie‘ in Mr. Google eingegeben und siehe da, ein Abgrund tut sich auf. Getriebe ist wohl eine echte Schwachstelle, überhitzt und zerlegt sich gern mal.

    Dann ist es wohl ein Marketing-Trick gewesen das Auto nur 3 Runden zu fahren. Während der Porsche nach der 30sten Runde dann richtig auf Betriebstemperatur gekommen wäre und die Corvette erst die Nenndrehzahl erreicht hätte und den V8 mal müde wachschüttelt, muss der GT-R in die Werkstatt zum Getriebewechsel oder was? 😆

  4. Ayrton Mittwoch, 18.05.2011 um 17:45 Uhr

    schönes video, da gibt es andere ähnliche auf eine Bergstrecke mit z.B. MX5 und ähnliches, finde aber auf youtube nicht mehr. Man merke die Fahrer sind alle hochkarätige Japaner, Hattori z.B. hat es sogar auf der F1 geschafft, zwar nicht lange aber immerhin.

    Der Preis hat nicht immer mit Leistung zu tun daher kann ich verstehen warum man viel mehr für ein Exot wie der LF10 ausgibt, der viel mehr anzugeben (Form, V10, Lexus, etc) hat als der GTR.

  5. Ayrton Mittwoch, 18.05.2011 um 18:43 Uhr

    demnächst auf eine Rennstrecke in der nähe… D.C, frag dein Nachbar ob er dahin fährt. Freitag Saab holen, Samstag Spa… ich werde ärger bekommen aber das ist ein langes WE 🙂

  6. Lord Hellmchen Donnerstag, 19.05.2011 um 07:07 Uhr

    Klar sind solche Tests immer Marketingtechnisch und überhaupt auf ein bestimmtes Ergebnis getrimmt.
    Mach den Test in Amerika und man nimmt eine Strecke, die der Corvette am besten liegt.

    Schön, wie der Ferrari durchgewunken wird 👿

    Das mit den kurzen Wartungsintervallen beim GTR habe ich allerdings auch schon irgendwo gehört. So weit ich weiß, sollen die Getriebeprobleme aber nur in der ersten Serie bestanden haben. In er aktuellen Version gibts kein launch control mehr, das hatte meines Wissens nach die Getriebe zerbröselt, weil das Anfahrtsdrehmoment einfach ein bisl hoch war und die Karre so sackschwer ist.

    Hey, ich sag nicht, dass der GTR das beste Auto der Welt ist.

    Aber: Man schaue sich z.B. die Wartungsintervalle bei Ferrari an!
    Man beachte: Der GTR ist ein voll alltagstauglicher Viersitzer mit Kofferraum! Wer würde Mutti nebst Nachwuchs im GT2 nachm Aldi hin fahren lassen?
    Vachtbitu, der ist gemessen an den Fahrleistungen und der Menge an „Auto“ was man für das Geld bekommt konkurrenzlos in Preis-Leistung! Schau mal nach, was ein M6 oder ein AMG kostet! Das ist ungefähr die Liga.
    Was die Optik betrifft: Das hat auch etwas mit Alltagstauglichkeit zu tun. Der GTR ist ein Tarnkappenbomber. Nur Eingeweite erkennen den Unterschied zu Allerwelts-Japsenklitsche. Kann von Vorteil sein. Aber…ja ok er IST hässlich 🙂 Nennen wir es würdevolle Häßlichkeit…

    Ok, der GT2-RS ist sicher das beste und wohl ausgewogenste Auto in diesem Vergleich und der Vette-V8 ist schon geil, aber der Porsche taugt mit dem ganzen Käfiggedöns halt auch nur auf der Rennstrecke und kostet mal eben mehr als das doppelte vom GTR, oder?

    Wie war das nochmal mit dem Audi R8 und Garantie mit Bremse und Rennstrecke? 😉

    Fazit:
    1. Niemand wird bestreiten, dass der GTR trotz Schwächen im Design mal einer der wenigen Volltreffer von Nissan ist.
    Für das, was z.B. der LFA mehr kostet, lege man sich ein paar Getriebe auf Halde PLUS einen zweiten GTR, dann kann man abwechseln 😉
    2. Das der Lexus nicht mindestens gleich auf ist, ist angesichts des Preises und der Technik eine Katastrophe.
    3. Die Deutschen bauen zwar die besten Autos aber müssen schauen, dass sie den Anschluss nicht verlieren. Vielleicht sollte man doch irgendwann einmal über etwas neues nachdenken anstatt immer nur weiter zu optimieren!?
    4. Ferrari sollte sein Baseballkappengeschäft weiter ausbauen 🙂

  7. D.C. Donnerstag, 19.05.2011 um 10:28 Uhr

    Ich finde letztlich auch, dass der LFA dummerweise sein Klassenziel nicht erreicht hat. Denn wenn man so viel Geld für ein Auto verlangt, muss der Gegenwert letztlich auch entsprechend sein. Man erinnere sich an damals den McLaren F1 oder den Veyron. Diese Autos waren (sind) irre teuer, aber auch entsprechend wegweisend.

    Das der GT2 RS eine Allzweck-Wunderwaffe mit Käfer-Zuverlässigkeit ist, ist denke ich allen klar, trotzdem sehen alle 911er irgendwie doch gleich aus, und es fehlt ein wenig an Innovation bei der Sache. Daher finde ich den Carrera GT oder dieses neue 917-Teil extrem sexy.

    Den Ferrari da zu nehmen ist vielleicht ein wenig unfair, aber gut – letztlich schlägt er sich wacker.

    Mit dem Nissan ist es so wie gesagt. Wahrscheinlich ist die neue Serie standfest – und wenn dem so sein mag, dann ist das Auto eine Sensation. Also das Design ist beim LFA auch voll in die Hose gegangen, insofern hat man nichtmal was optisch verpasst.

    Dass man einen übermotorisierten 4-sitzer mit Familientauglichkeit trotzdem geil zeichnen kann, zeigen im Prinzip alle Muscle-Cars aus den USA. Da hätte man sich in Japan vielleicht einfach mal genauer die Konsorten Charger, Challenger, Mustang, Camaro etc. anschauen sollen, denn ’so ein bißchen‘ versucht der GT-R das Thema ja gestalterisch aufzugreifen. Oder eben – 300ZX (Mangabomber), 240Z (harmonische E-Type Kopie), NSX (japanischer Ferrari) usw. Es geht doch!

  8. Lord Hellmchen Donnerstag, 19.05.2011 um 10:50 Uhr

    Ja, eben! Das mit dem Design ist (aus europäischer Sicht) wirklich schade. Und ich gebe Dir mit den genannten Stylingbeispielen voll recht.

    Ich muss dazu noch loswerden: Der Fall von Ferrari! Da im Vergleich ist es unfair, ok. Aber: Was bieten DIE denn zur Zeit leistungsmäßig und optisch fürs Geld?!

  9. D.C. Donnerstag, 19.05.2011 um 11:41 Uhr

    eeeh – Ferrrrarrrri – che bella machina! Dassse iste eine Religione, chapisce? Schuumaker!! Schumaker! Forza Italia! Bunga Bunga!!

  10. D.C. Donnerstag, 19.05.2011 um 11:47 Uhr

    @Ayrton: Ich habe mal den Rolf gefragt wegen Spa! Mal sehen, was er sagt.

  11. Ayrton Donnerstag, 19.05.2011 um 18:03 Uhr

    si, si certo, viva ferrari, viva italia, viva schumakker, bello bello, piu grande als eine pizza funghi, schneller als der uomo pipistrello. Euer vergleich bzw. Video in der Hinsicht Autoblöd verdächtigt, da gewinnt eine GTR eine Rennen auf eine Strecke und schon ist der Preis bzw. die andere Autos und Ferrari scheisse. Jeder Käufer ist anders, manche Leute stehen auf Leistung pur und kaufen sich ein Elise SC mit 220 ps für 50 oder 60 mille der jeder der anwesende Autos auf eine enge Strecke mit vielen kurven und kurzen geraden wegblasen wurde, aber keine höhe weiberbeineschnellaufmachen-faktor besitz wie ein Fezza… die durfen sogar langsamer sein aber worauf es ankommt sind sie schneller ;-). Und viele sind bereit für diesen Extra dafür zu zahlen…
    der GTR wurde ich für €40k nicht haben wollen, für den Fezza oder Porsche wäre ich bereit €60k zu zahlen…

  12. D.C. Donnerstag, 19.05.2011 um 19:11 Uhr

    Um unsere Fuelbrothers-Kreise etwas multikultureller zu gestalten möchte ich ominöserweise schon einmal ein neues Mitglied und langjährigen passiven Leser ankündigen – in der Hoffnung, er möge sich stärker aktiv beteiligen als die letzten Kandidaten 🙂 !

  13. Lord Hellmchen Donnerstag, 19.05.2011 um 21:25 Uhr

    Ne ne Ayrton, dass die anderen Autos scheiße sind, hat keiner von uns gesagt. Alle haben ihre Daseinsberechtigung und wenn wir mal ehrlich sind, würden wir alle uns nach jeder einzelnen Karre da die Finger lecken.
    Ich finde, die Nissanleute haben sich da auch mal ein bisl Anerkennung verdient. Keiner hat denen je zugetraut in dieser Liga mitspielen, geschweige denn sie anführen zu können.
    Ferrari fand ich schon immer doof 😉

  14. Ayrton Freitag, 20.05.2011 um 18:16 Uhr

    ja soisses, jeder ist irgendwie cool und in diese Kreisen ist Preis eben nebensächlich glaube ich. Da Nissan niemanden zugetraut hätte da bin ich nicht einverstanden du muss dich nur (figurativ) in den Spiegel gucken. Deine Karre war zwar eher GT mässig unterwegs aber muss sich nicht hinter eine 328 verstecken, schon gar nicht Technologiemässig. Da waren die Fezzas Bauernrenner.

    Ferrari fand ich nicht doof sondern ist doof. Wenn ich die Kohle hätte -> McLaren.

  15. Dr.Dreh Samstag, 21.05.2011 um 11:24 Uhr

    ganz spannend gemacht, aber auch schön gesponsort…
    Wenn der Typ im GT2 mal eine Spur von Siegeswillen zeigen würde, und zwischen 3. und 5. Gang unterscheiden könnte, hätte der Porsche alles niedergemacht.
    Würde gerne Rundenzeiten vom STIG sehen- das wäre aussagekräftiger!

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