Aus einer wirklich ultra-spontanen Blitzidee von Felix und Ayrton heraus hat sich doch tatsächlich eine Tatsache ergeben: Wir waren mit unseren Vehikeln mal eben in Andermatt und zurück. 1400km platter Arsch, brüllende Motoren, ein Meter rechts neben dem Vorderrad Abgründe letaler Dimensionen und im Schnitt 20 Jahre alte Autos versprachen eine Menge Spaß – oder zumindest Aufregung.

Vielleicht das unglaublichste zuerst: Alle (!) Karren haben durchgehalten, mit Bravour. Meine Bremsen sind sogar besser als vorher, eine kleine Sensation. Ayrton ist vermutlich jetzt erst mal Taub und wir haben alle Tinnitus wegen der Ohrstöpsel (Funkgeräte), aber die Gaudi war brachial.

Welch ein Privileg: Demütig und dankbar ist man für solche Erlebnisse.

Wer – wie ich zuvor – noch nicht so viel mit der Faszination von Alpenpässen anfangen kann, dem sei solch ein Ausflug dringend ans Herz gelegt. Das richtige Material vorausgesetzt (ist man denn ein homo automobilis) treffen sich verschiedene Eindrücke und verschmelzen zu einer fantastischen Zauberwelt. Man merkt es am Anfang nicht sofort, aber nach ein paar Minuten fahrt gerät man in den Flow-Zustand, der ja beim Sportwagenfahren einen großen Teil der Faszination ausmacht. Die sensationelle Landschaft bietet zusammen mit dem Fahrerlebnis eine Sinnes-Überreizung sondergleichen.

Ein automatischer Zusammenschnitt meines Handys hat eine nette Diashow ergeben:

Man muss sich unbedingt auf das Fahren konzentrieren, aber die Unwirklichkeit der Szenerie drängelt sich trotzdem immer wieder dazwischen. So ist man denn einerseits fasziniert von wundervollen Berghängen, Wasserfällen, Schluchten, höhlenartigen Tunneln, von denen das Gletscherwasser tropft, Schnee im Sommer, wie eine riesige Welle über Berggipfel schwappenden Wolken – und so weiter und immer fort.

Leider unscharf, aber man erahnt das Spektakel der Wolkenwelle

Dazu paart sich andererseits die veränderte und hellwach zu genießende Fahrsituation. In meinem Fall ein wenig in Überbreite wuchtet man das Gefährt um Spitzkehren, presst auf kurzen Geraden fast alles raus, um dann den perfekten Bremspunkt zu finden für das nächste Einlenken. Das alles natürlich mit Respekt und 20% Puffer für die eigene, mangelhafte Fahrkenntnis, denn ein Fehler ist eventuell tödlich – und zwar wortwörtlich. Ich brauche nicht zu erwähnen, dass immer eine schallharte Wand präsent ist, so dass die idealerweise offen zu genießende Klangkulisse eine eigene Form von Spektakel garantiert.

Jajaa. Selfies gehören halt dazu, sonst glaubt das doch keiner…

Garniert wird das Ganze von spielerischen „challenges“ à la: „Begegne dem britischen Reisebus in der Spitzkehre“ – oder – „Überhole den Van auf 500m“ – und so weiter. Wer dann wie ich in all dem Trubel noch ein paar Bilder machen wollte, weiß welcher Spaß dort herrschte. Zum Glück haben wir mit Funkgeräten vorgesorgt, so dass sich vortrefflich lästern und freuen ließ – ein eigener Spaß für sich!

Ich liebe Bilder mit 2 Ebenen!

Ich überlasse den Rest des Artikels für Ayrton und Felix zur Komplettierung mit Reisedaten und weiteren Erinnerungen, da ich die genaue Wegstrecke nicht mehr zusammenbekomme. Enjoy and join us next time!