Aston Martin GT3

Ich nenne diesen Wagen jetzt trotzdem mal „Aston Martin Vantage GT3“ und nicht „GT12“

Seit jeher habe ich natürlich eine Schwäche für Sportwagen, das ist ja auch sozusagen eine der Grundeigenarten, die mich zum Fuelbrother machen. Und wenn man so über die Welt der Sportwagen nachdenkt, dann gibt es eben die „eine“ Marke, die weltweit wie ein Synonym für eine ganze Klasse steht und Benchmarks am laufenden Meter generiert: Porsche. Aber nicht nur wegen der Autos an sich hat sich der Mythos der Marke etabliert, eine gute Portion Strategie und Pressearbeit steht (unter anderem) auch noch dahinter.

Ohne die Erfolge des Unternehmens schmälern zu wollen, so ist doch eine Marke die Summe aller Einzelteile und nicht nur beschränkt auf das Produkt an sich. Eine Marketing-Binsenweisheit, die scheinbar bei manchen Zeitgenossen immer mal wieder in Vergessenheit zu geraten scheint.

So kann die allgemein (oder speziell) empfundene Sympathie für eine Marke konträr zu ihrem Erfolg stehen. Im Moment geht es mir so mit Porsche. Ich will Porsche mögen, wirklich. Ich bin auch mal mit ein paar Modellen des Boxster und 911 gefahren: Tolle Autos, ohne Zweifel. Aber es gibt eben mehr als das Produkt. Und der Rest kotzt mich manchmal einfach an.
Worauf spiele ich an?

Bei Pistonheads ist derzeit ein Artikel über einen Disput zwischen Porsche und Aston Martin publik. Darin mahnt Porsche die Nomenklatur des Vantage GT3 ab und besteht darauf, dass das Kürzel „GT3“ Porsche gehört (!). So weit, so bescheuert.

Leider lässt das unser Markenrecht zu. Man darf so etwas „schützen“, auch wenn es verrückt erscheint. Um so mehr, als dass Porsche das „GT3“-Signet nicht erfunden hat, sie waren nur schlau/clever(?) genug, diese Buchstaben/Zahlenabfolge im Jahr 2011 eintragen zu lassen. Es gab den ersten Porsche GT3 1999. Zuvor (1996) hat beispielsweise Lotus schon eine Esprit-Variante namens GT3 herausgebracht.

Lotus Esprit GT3

Der Lotus Esprit GT3 war eine abgespeckte Version des S4

Ein wenig Hintergrund für diejenigen, die nach der Bedeutung und dem Ursprung dieses „magischen“ Signet fragen: Die GranTourismo 3-„Klasse“ ist eine Kategorie im Rennsport, die Fahrzeuge verschiedener Hersteller in einer konkurrenzfähigen Art bezüglich der Leistung und Wettbewerbsfähigkeit gruppiert. Ursprünglich aus der historischen LeMans 24h-Serie abgeleitet hat die FIA diese Klassifikation hauptsächlich mit dem Ziel geschaffen, verschiedene Hersteller und Fahrzeuge (!) in Konkurrenz zueinander fahren lassen zu dürfen.

Jetzt kommt also die Firma Porsche und untersagt (nach geltendem Recht legitim, wie wir nun wissen) anderen Herstellern die (Zusatz-)Benennung ihrer Fahrzeugmodelle aus dem Sportwagensegment mit dem Zusatz-Kürzel GT3.

Ist alles, was rechtlich Korrekt ist, auch sinnvoll? Ist es guter Stil? Was will Porsche damit bezwecken? Der „Sinn“ einer Klassifikation im Rennsport ist „Chancengleichheit“ herzustellen und den sportlichen Wettbewerb zu fördern. Das, was Porsche jetzt hiermit gemacht hat, steht in glattem Widerspruch zum „Sportsgeist“, auf den Porsche sich doch gern beruft.

Was sagt das über Porsche aus? Was sagt das über die Käufer aus (die ja das Image der Marke mitkaufen)? Was sagt eigentlich die FIA dazu? Was sagen Ferrari & Maserati dazu, schließlich haben die doch das „GT“ erfunden? „Dürfen“ Lamborghini, Audi und Bentley trotzdem „GT3-Modelle“ auf den Markt bringen? 😉 Für mich ist das eine lächerliche Posse, eines Herstellers wie Porsche völlig unwürdig. Ich kann das nicht nachvollziehen und will es auch nicht versuchen. So sehr ich (manche) Porsche mag, symphatisch macht solch ein Verhalten ein Unternehmen nicht.

Oder wie seht ihr das – bin ich schief gewickelt?

P.S.: Die fremde Bilderverwendung ist mit Verweis auf diese neue Reglementierung übrigens gelockert worden!