Lotus(sis)

Von |2012-08-24T23:26:30+00:0026. Jan. 2011|/ Kurzmeldungen, Lotus|8 Kommentare

Liebe Fuelbrothers, die Arbeitswut ist bei den meisten hier übermächtig und das macht sich leider auch in der Frequentierung neuer Artikel bemerkbar. Da mir derzeit die Zeit, Kreativität und Muße für geistige Höhenflüge fehlt (obwohl es Anlässe genug gäbe), dachte ich, ich werde mal kurz die neueren Entwicklungen im internationalen, hetheler Malaysia-Staatszirkus unter türkisch-schweizer Dirigentschaft anreißen. Nur zur Info und Belustigung. Quasi als Auflockerung, bevor wir uns alle mal Gedanken zu unserem kommenden Treffen 2011 machen ;-).

Der eine oder andere wird sich beim nächsten F1-Rennen wahrscheinlich die Augen reiben. Es werden 4 Lotus-Renner in der neuen Saison antreten. Zwei völlig verschiedene Teams, die nichts miteinander zu tun haben, außer (irgendwie) den Namen Lotus zu tragen. Das eine Team generiert sich aus dem letztjährigen ‚Lotus Racing‘, die sich die Namensrechte der alten Colin Chapman Glanzschmiede “Team Lotus‘ gesichert haben. Das andere Team ist das vom Lotus-Werk Hethel frisch „gebrandete“ ehemalige Renault-Team, dass letztjährig recht erfolgreich und relativ weit vorne mitgefahren ist, mit Kubica & Petrov.

Die Hintergründe sind sehr komplex, verschwurbelt und irgendwie haben beide Teams eine (oder keine, je nach philosophischer Betrachtungsweise und Betrachter) Verbindung zum alten ‚Team Lotus‘ bzw. der Marke.

Lächerlich ist nur, wie damit umgegangen wird. Denn obwohl es der Marke (den Straßenfahrzeugen) extrem  zugute kommt, wenn 2 Teams unterwegs sind und somit auch die Chancen insgesamt steigen erfolgreich zu sein (siehe Toro Rosso und Red Bull), so kommen einem die Akteure vor wie zwei kreischende Blondinen im Schlammkampf um den Hauptgewinn. Es wird keine Peinlichkeit ausgelassen und es wird auch nicht nur auf der Rennstrecke ausgetragen.

Wer ist der „echte“ Lotus-F1-Stall. ‚Team Lotus‘, mit dem alten, glorreichen Namen oder,…

…Lotus Renault als ‚Werksteam‘. Oder keiner?

Rund um diese absolut undurchsichtige Seifenoper im Formel1-Zirkus (In der kommenden Saison konkurrieren 2 Lotus Teams… auch vor Gericht) werden die News vom derzeitigen Tausendsassa Lotus CEO-Dany Bahar immer fantastischer und märchenhafter:

Bild © Grouplotus.com – Ja, ich weiß, das Bild zeigt den Elan…

Man wird es erst glauben, wenn es soweit kommen sollte, aber die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt, der neue Esprit soll einen echten Lotus-Motor bekommen! Grundsätzlich bin ich natürlich davon begeistert, da ich ja ein großer Fan von Rooney bin und auch die V8 nach gewissen Modellpflegemaßnahmen tolle Motoren waren (und sind):

„We can also break the news that the 2012 Esprit will be powered by an in-house engine, this is now confirmed as speculated in our previous article. Official news will be released soon but from now this is fact.“

Das Ganze wurde verpackt als ’subinfo'(!) zu den Gewichtssimulationen (!) der neuen Elise (2015!), die nun doch unter 1000kg wiegen soll :lol:, da „den Fans der Marke die angestrebten Pfunde zu gewaltig waren„. Lustig, wie man einfach mal schnell Kenndaten eines projektierten Fahrzeugs verdrehen kann, wenn es einem in den Kram passt. Die Ingenieure werden da sicher viel zu lachen haben.

Über den Autor:

In seinem bürgerlichen Dasein schubst D.C. meist Mäuse und macht keinen Hehl aus seiner handwerklichen Unfähigkeit. Das passt daher hervorragend zu seiner Vorliebe für britische Exoten und sein Faible für eine nicht-mehr-existente, schwedische Marke.

8 Kommentare

  1. Lord Hellmchen Mittwoch, 26.01.2011 um 16:10 Uhr

    Ja, im Moment ist leider so eine tote Phase hier…aber in 2 Monaten spriessen sicher die Knopsen und die FB’s erwachen.

    Schönen Gruß übrigens an alle von unserem Bro‘ Atze, habe mit ihm telefoniert und zu mehr Mitarbeit ermahnt, schließlich hat er eine haarsträubende Porsche-Story zu erzählen.
    Bei der Gelegenheit kamen wir darin überein, dass das nächste Treffen dringend geplant werden muss, da unsere Vorlaufeit bekanntlich recht lang ist!

    Zum Thema: „Lustig, wie man einfach mal schnell Kenndaten eines projektierten Fahrzeugs verdrehen kann, wenn es einem in den Kram passt. Die Ingenieure werden da sicher viel zu lachen haben.“
    –> Und wenn die’s nicht schaffen, wird halt am Preis gedreht oder was? Ich glaub das ist, genauso wie die „Gewichtssimulationen“, leicht unter Politik und PR einzuordnen, oder?

    Das mit dem Eigenmotor find ich grundsätzlich auch gut, zweifle nur daran, dass die Jungs da technisch auf dem entsprechenden Level sind. Nichts gegen britische Motorenbaukunst, aber die Zeiten haben sich geändert, es zählt Effizienz und ähnliches. Da sind andere mit 10x größeren Entwicklungsetats glaub ich weiter.
    Das in einem Supersportwagen kein Toyota-Motor „sein darf“ ist natürlich Humbug! Wieviele Supercars haben Motoren von WV und Co!?

  2. D.C. Mittwoch, 26.01.2011 um 16:46 Uhr

    „…dass die Jungs da technisch auf dem entsprechenden Level sind. Nichts gegen britische Motorenbaukunst, aber die Zeiten haben sich geändert, es zählt Effizienz und ähnliches.“

    Das ist etwas, was ich bei Lotus wirklich NICHT anzweifle. Ich erinnere nur mal an das Projekt Omnivore, die Range-Extender Nummer mit Jaguar (wird kommen!), etc. Es ist vielmehr eine Kostenfrage einen Motor serienreif UND standfest zu bekommen. Ich kenne dazu keine Zahlen, aber es muss brutal Geld kosten und in die 3-stelligen Mio. gehen (zumindest bei Daimler). Aber das gilt vielleicht auch nur für Großserien?! Keine Ahnung, Ayrton könnte da etwas Licht in die Diskussion werfen, denke ich.

    Lotus kann Motoren bauen und hat das auch schon zu genüge für andere Hersteller getan. Z.B. der erste ZR1-Motor der Corvette ist ein reinrassiger Lotus.

    Der Omega-Lotus Motor ist eine grundlegende Überarbeitung eines GM-Blocks mit so tiefgreifenden Mod’s, dass er als eigener Motor betrachtet werden kann. Das Teil ist eine Legende.

    Der V8-Biturbo vom alten Esprit ist ursprünglich für einen anderen Hersteller als Frontmotor entwickelt worden und dann ist dieser Hersteller kurz vor Fertigstellung aus dem Projekt ausgestiegen. Im Prinzip könnten die, so wie die Sachlage derzeit aussieht, wohl aus dem BMW-Regal schöpfen, die Spatzen pfeifen da einiges von den Dächern in den Foren, aber Dany „Kebab“ Bahar wird uns sicher früh genug einweihen.

    Letztlich haben die schon so große Fässer aufgemacht mit den 4-5 neuen Autos, dass man das mit dem Motor schon gar nicht mehr richtig ernst nehmen kann.

  3. D.C. Mittwoch, 26.01.2011 um 16:49 Uhr

    @Atze und Treffung!

    JAU! Ich freue mich auch schon total darauf! Die Planung ist auch der halbe Spaß! Lasst uns als nächstes mal einen neuen Artikel zu dem Thema fixieren!

  4. Lord Hellmchen Mittwoch, 26.01.2011 um 17:01 Uhr

    Ach bei nem Chevy die Ventile polieren kann doch jeder :mrgreen:

    Ne, da hast Du recht. Die haben das Know How, um gute, effiziente Motoren zu bauen.
    Mein Zweifel ging eher in die Richtung: Aber haben die auch die Kohle und die Zeit dazu?! (Wie Du schon schreibst)
    Ayrton, Gib uns blinden Einsichten!

    Treffen: Ja! Neuer Artikel!

  5. Ayrton Mittwoch, 26.01.2011 um 18:08 Uhr

    zu den Motoren kann ich nur sagen dass es horrend teuer ist ein Grosserienmotor zu entwickeln, da soviele Aspekte berücksichtig werden mussen, nicht zuletzt Haltbarkeit, Effizienz, Emmissionen etc die ultra-maximiert sein mussen. Daher haben die dinger auch sehr lange bauzeiten gehabt, da die nicht unter den „moralischen“ Verfall eine Karrosse durch design Trends oder Geschmack, Zeitgeist etc leiden. Für Niche Fahrzeuge wird eher einfacher sein weil wenn eine Esprit 20L oder 21L verbraucht ist eher egal. Aber wenn ein Prolo anstatt 5L, 6L verbraucht wird es in die Presse zerrissen. Aber die wahre Herausforderung der Präzision sind Getriebe, Motoren dagegen relativ einfach zu bauen.

    Mit der F1 Kasperletheater was soll ich dazu sagen… Der eine kommt aus Malaisia her und meinte es wäre geil sich Lotus zu nennen. Er lässt sich der Name Lotus vom Group Lotus lizenzieren, und als diese dann nicht mehr einverstanden waren wg. angebliche Vertragsverletzungen, kauft er sich die Rechte auf Team Lotus (die unglücklicherweise nicht Group Lotus gehört, zu lange Geschichte um hier zu erklären). Die andere haben zwar eine megalomane CEO, aber bauen Autos die Lotus heissen. Muss jeder für sich entscheiden wer der richtige Lotus sein soll. Für mich ist ein Name nur das: ein Name. Was mir wichtiger ist, ist was der Name simboliziert: die Tradition, die Leute, die Gebaüde, die Geschichte, die Kontinuität. Und da hat Bahar für mich gewonnen. Das Recht auf den Name Team Lotus bedeutet null. Tony Fernandes konnte sich auch Neil Armstrong nennen. Auf der Mond war er nicht.

    Dazu fehlt mir noch was ein: will the real Lotus please stand up

  6. Dr.Dreh Montag, 31.01.2011 um 21:07 Uhr

    Horst Günter ist tot

  7. Lord Hellmchen Dienstag, 1.02.2011 um 07:31 Uhr

    Sowas klingt immer doof hinterher aber hier muss ich wirklich mal sagen: Was manche Leute Ihrem Körper zumuten grenzt an Selbstverstümmelung. Man konnte direkt sehen, wie krank der war.

  8. D.C. Dienstag, 1.02.2011 um 09:46 Uhr

    Ja, sehe ich leider auch so. Aber schade trotzdem. War immer einen Lacher wert…

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