Italia! Diese Tage hatte ich die Möglichkeit für einen Familienkurztrip in das Land, was sich in den letzten Jahren mehr und mehr zu meiner Lieblingsdestination gemausert hat.

Es ist eine Mischung aus perfekt auf meine Vorlieben passendem Klima,dem Essen, den Leuten und natürlich der Landschaft, die in weiten Teilen einfach dem gängigem Klischee entspricht, solange man sich an den „richtigen“ Orten aufhält und nicht gerade klassischen Badurlaub machen will.

Der Landstrich zwischen Florenz und Siena, allgemein als Toskana bekannt, bietet all das.
Die Menschen sind freundlich, aufgeschlossen und sehr gastfreundlich. Vorallem die Mitnahme des Nachwuchses, gepaart mit ein paar Wörtern Itailenisch öffnet hier und da Türen und sorgt stets für ein Lächeln. Zumindest ging es uns so.
Es gibt eine Art „heimelige Rückständigkeit“: In den Ortschaften fällt der Blick immer wieder in dunkle, kleine KFZ-Werkstätten mit Blechschildern als Zeugen längst vergangenem Herstellerruhmes. An den Hebebühnen stehen tatsächlich ölverschmierte Männer in Latzhose und Schiebermütze und halten ein Schwätzchen. In den Städtchen gibt es noch Elektrofachgeschäfte, bei uns längst gefressen. Aber: Wie fast überall auf der Welt: Wifi an jeder Ecker und bis in die tiefste Pampa hinein mit beindruckender Datengeschwindigkeit. Da ist Deutschland Takka-Tukka-Land dagegen.

Über das Essen (und Trinken) brauche ich hier nichts zu schreiben, es ist wunderbar, fertig. Die Leute, vorallem die männliche Bevölkerung scheint auch teilweise in den 80er Jahren hängen geblieben zu sein. Ich sehe das sicher mit einem hohen Anteil an touristischer Verblendung, aber hier gibt es noch schwarze, lange Locken, Zigarette im Mundwinkel und Lederslipper.

Kommen wir zu wichtigerem: Die Toskana ist quasi der Nürburgring in riesengroß mit besserem Wetter. Das Straßennetz, welches die kleinen Dörfer miteinander verbindet, erscheint als hätte man es als Teststrecke für kleine Sportwagen in die malerische Landschaft gebettet. Keine Gerade länger als 200m, Kuppen, Senken, fiese, extrem enge Doglegs und weite Kurven. Das ganze wie über die sanften Hügel gegossen und immer wieder von Zypressen gesäumt und mit Ausblicken gespickt. Natürlich ist der Nürburgring-Vergleich völlig falsch, denn die Straßen sind leider in großen Teilen von schlechtem Zustand, sehr eng und zur Zeit der Weinlese stark von Traktoren befahren. Was die örtlichen Motorradkumpels nicht davon abhält, sich ein paar Fahrten auf der Hausstrecke zu liefern.

Und wo steht wohl das perfekte Auto für dieses Geläuf traurig in der Garage? Ich könnt mich Ohrfeigen…

Auf einem Ausflug trafen wir dann vorgestern in einem der vielen Weingüter (in denen man sich im Rahmen von Verkostungen tagelang gratis hervorragende Tropfen am Fliesband genehmigen kann) auf eine Ansammlung von 458, 360 und California, in die man sich für geführte Trips durch die Umgebung setzen konnte. Als ich die ersten Teilnehmer unbeholfen vom Hof zuckeln sah, wurde mir ganz anders, ob der wirklich anspruchsvollen Straßen umzu…

Weiteres Fazit: Mein Wagen ist gegen diese gezähmten Neuzeitler höllisch laut (BH bestätigte den besseren Sound, Sondermeldung!) und der California ist in vielerlei Hinsicht irgendwie blöd.