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Jaguar XJ 2010 – Erstkontakt


Veröffentlicht am 30. Oktober 2009, von D.C. in / Fahrberichte, Jaguar. 19 Kommentare

Mit der Generationenfolge von Fahrzeugen verhält es sich im Allgemeinen wie mit dem Menschen im Speziellen: Je älter man wird, desto besser wird man… Das ist natürlich ein schlechter Scherz.
Was wird denn schon besser? Die Haare fallen aus, man bekommt schlechte Zähne und ähnelt in der Silhouette immer eher Dirk Bach als Dirk Novitzki.

Haaalt! Wird jetzt der Designer und Marketingchef von jeder namhaften Automobilschmiede rufen. Das gilt nicht für unsere Autos. Die werden immer schöner, besser, frischer, jünger… blablabla. Ist das wirklich so? Sicher, die Funktionsvielfalt nimmt zu, es gibt immer mehr Features, Gadgets, Eierwärmer (Sitzheizung), Arschrüttler (Spurassistent), Cupholder… – man kommt sich bald vor wie beim Lesen eines Sexshop-Katalogs.

Ich bekomme mit dem Alter sicher auch immer mehr features. Das nennt sich dann ‚Marotten‘. Das sind so nette, kleine Ticks, wie mit dem Kopf wackeln, nervöse Augenlider und Mundgeruch (es geht schon los).

Wer braucht den ganzen Scheiß eigentlich? Die Verdächtigen sind klar: Marketingleute und Manager. Wenn es die Features nicht gäbe, womit soll man sein Auto dann bewerben? Nur mit dem Verbrauch? Oder gar – (Achtung, gefährlich!) mit Design?!?

Zack – und schon sind wir beim neuen Jaguar XJ:

Dass Jaguar in der allgemeinen Wahrnehmung keine besondere Innovationsschmiede ist, dürfte jedem Petrolhead bekannt sein. Die Stärken der Marke liegen (lagen?!) eher im Design und der Verknüpfung aus Noblesse und Lifestyle. Man hat das Geld, war aber mal schöngeistiger als der Benz- oder BMW-Fahrer. Ein Maserati wäre im Prinzip auch gegangen, aber dafür ist man vielleicht nicht mutig genug. Der Prospekt war angefordert, aber Himmel, was sollen die Nachbarn denken?

Kürzlich hatte ich die Gelegenheit bei einer sogenannten ‚exklusiven Vorabpremiere‘ anwesend zu sein. Im Prinzip auch nichts anderes als eine stumpfe, marktschreierische Veranstaltung eines neuen Autos. Nix da exklusiv, ca. 50 Dickbäuche und Schnauzbärte drängeln sich um ein vermeintlich tolles Auto und offenbaren dabei eine gewisse Karpfenmimik (halt, der mit dem Bart ist der Wels, sorry).

Jedenfalls, die ausgehangenen Stoffflaggen, (die jetzt überall so hip sind) ließen nichts Gutes ahnen. Der neue XJ wurde konsequent in der 3/4-von-oben-Heckansicht gezeigt, als wenn das die Schokoladenseite wäre. Ich hatte da schon einen schlimmen Verdacht bezüglich der Heckleuchten. Als dann der gute Mann vom Autohaus den Schleier gelüftet hat, stand für mich fest: Der Wagen ist ab der B-Säule ein Design-Desaster erster Güte.

Lancia Thesis Heck meets Renault Laguna Front. Eine missglückte Kombination aus bogenförmiger – ja was eigentlich? – Formgebung der Heckleuchte, die amorph um das gestaltlose Heck herumgeschlonzt wurde (als wenn man den Mittelwert von 30 Entwürfen ermittelt und dann einfach anwendet) springt mich an. Hässlich! Wie kann sowas sein? Jaguar hat traditionell schon immer besonders erlesenen Geschmack bei der Heckgestaltung bewiesen. Jaguar war quasi die ‚Knack-Arsch-Marke‘! Und dann dieses Abführmittel.

Jaguar XJ Heck

Jaguar XJ Heck

Als wenn nicht schon genug angerichtet wurde, haben sich wohl ein paar Leute gedacht: Lass uns kreativ sein und noch einen draufsetzen! Lass uns die C-Säule zerstören! Dort, wo früher eine elegante Linie die Autos in die Heckpartie überführt, zerschneidet eine Art „Bumerang“ die graphische Form des Autos. Was soll das?

Ich muss sagen, ich hatte eigentlich keinen Bock mehr mir das Auto von vorne oder innen anzuschauen. Natürlich habe ich es trotzdem gemacht (das ist so ein bisschen wie bei einem Unfall, man muss einfach hinsehen). Gut, die Front ist wiederrum ganz nett geworden, erinnert an den Quattroporte – man könnte den Designern höchstens ein wenig Einfallslosigkeit vorwerfen, aber das wäre gemein, denn sie haben ja schon ‚Stil‘ bei der Heckgestaltung bewiesen.

Jaguar XJ Aussen

Jaguar XJ Aussen

Also rein in die Kartoffeln! Erster Blick, helles, gelochtes Leder – hm, ja nett. Aber dann…

Eine kriminell aufdringliche, aufgesetzte Hutzen- und Turbinenoptik vor allen Öffnungen. Jaa – is klar! Wir sind ja hier im Flugzeug! ‚Gähn‘. Selbst SAAB und BMW sind langsam von dem Zug abgesprungen. Alles sehr klobig (vielleicht leichter zu bedienen für die ‚best-ager‘?). In jedem Fall wurde größte Mühe verwendet, ähnlich viel Stilsicherheit im Geschmack beim Interieur anzuwenden wie bei Mercedes-Benz. Ich will gar nicht über den vollkommen sinnlosen Chromeinsatz lästern oder das viel zu klobige Lenkrad mit 2.5 Milliarden Knöpfen angreifen. Die Klubatmosphäre ist einfach dahin! Es ist nicht mehr so heimelig und holzig wie Anno Tobak. Sondern einfach nur Plump.

Überhaupt, der ganze Wagen wirkt sehr massiv, fast klobig. Vorbei die Filigranität der alten Modelle.

Jaguar XJ Innen

Jaguar XJ Innen

Das beste aber zum Schluss, Achtung, jetzt kommt’s: Ein digitales Display! Die komplette Instrumenteneinheit hinter dem Volant ist ein einziger Bildschirm. Und was haben sie gemacht?

Analoge Instrumente simuliert.

Zeit war’s auszusteigen.

D.C.

P.S.: Sorry für die schlechten Bilder, war eine Guerilla-Aktion.




    19 Antworten zu “Jaguar XJ 2010 – Erstkontakt”

    1. Lord Hellmchen sagt:

      D.C. Danke für den Artikel, wieder mal super, ABER:

      NEIN NEIN NEIN! Das darf doch nicht wahr sein! Das ist kein XJ!Bin richtig geschockt.
      Das ist meiner Meinung nach Bentley (Front), Ford Mondeo, und wie Du schon richtig sagst, Lancia Thesis als Bastard vereint!
      „Böse Zungen könnten behaupten“: 😆
      Nun hat auch Jaguar die gesamte Modellpalette mit diesem zeitgenössischen Gnubbelheck infiziert.
      Und als wenn das noch nicht reichen würde, auch gleich noch dem ehemaligen Eleganz-Flaggschiff eine Prollo-Front a la` Chrysler 300C verpasst.
      Ich kann es gar nicht glauben und habe ungelogen eben eine kleine Träne verdrückt.
      Man muss bedenken, wie der XJ eigentlich aussah! Was für ein unheimlich elegantes Auto das war.
      Genau dieses Alleinstellungsmerkmal, das was die Marke ausmachte, mit einem Schlag vernichtet, verwurstet und für einen klobigen Trümmer geopfert.
      Die Rücklichter sehen für mich aus, als hätte der Designer den kaltgewordenen Schinken seines englischen Frühstücks über die Heckklappe des unglückseeligen 7er BMW’s drappiert. Würg!
      Das in Kürze dazu, ich werde mich dazu später nochmal ausführlicher äußern.
      Mein Vater darf das Ding gar nicht sehen, der ist 30 Jahre lang XJ gefahren…

      Der enttäuschte Lord

    2. Lord Hellmchen sagt:

      Ich komm da gar nicht drüber weg hier.
      Das Auto da oben ist sowas von „ja, wir jetzt auch“, da krieg ich echt ne Hasskappe.
      (Habt Ihr das auch manchmal, daß euch an manchen Tagen die ganze Menschheit aufregt?

    3. Ayrton sagt:

      Ihr seid auf dem Holzweg :-), mehr dazu heute Abend, muss weg.

    4. Lord Hellmchen sagt:

      Ne, Ayrton, ich hab in diesem Interieur keine Faser Holz gesehen, das ist es ja!
      Aber bin gespannt auf Deine Ausführungen 🙂

    5. Vachtbitu sagt:

      Ein Artikel wie ihn nur der Meister selbst schreiben konnte…

      Sieht keiner von Euch die klassische Volvo Front, sogar der Querbalken im Kühlergrill ist durch die Lichtreflektion vorhanden>> V70 läßt grüßen
      schöne Autos sehen anders aus
      @Dreh und Dc ich habe nix gegen die V70 Front, da paßt sie!!!

    6. Vachtbitu sagt:

      Ich hätte da mal ne Tuning Idee für solche Autos, wenn alle Instrumente auf einem Display dargestellt werden, dann könnte man doch verschiedene Designs anbieten!! z.B. mit einem zetralen Drehzahlmesser wie im Porsche :-). Dann können sich die Karpfen und Welse fühlen wie auf der Nordschleife wenn Sie Sonntags Brötchenholen fahren.

    7. D.C. sagt:

      Ja sicher, das habe ich den Verkäufer an dem Abend auch gefragt – ist aber nicht vorgesehen.

      Ich will das aber auch nicht weiter kommentieren. Da fehlen mir einfach die Worte…. Das ist so einfallslos gewesen, die hätten lieber klassische Instrumente genommen, das hätte dann noch ein bisschen Stil gehabt.

    8. Ayrton sagt:

      Quo Vadis Jaguar…

      Also, hier ist meine Meinung zum XJ. Bevor ich damit anfange, ein paar „disclaimer“: Ich habe die Karre noch nicht live gesehen, nur auf Bildern. Ich bin vorbelastet, da mein Opa in den 70er einen kackbraunen XJ6 gekauft hat und der Wagen immer noch in der Familie ist. Ich habe noch Erinnerungen an den Wagen und finde ihn immer noch genial, auch in kackbraun. Mit Jaguar selber habe ich direkt nie etwas zu tun gehabt, und indirekt seit knapp zwei (?) Jahren nichts mehr zu tun.

      Als ich vor ein paar Wochen die ersten Bilder gesehen habe dachte ich, dass er ein bisschen seltsam aussieht, vorne ein bißchen klobig, Nasenbär-ähnlich, hinten etwas zu glatt. Mittlerweile gefällt er mir immer besser. Gut, das Heck hat etwas an Lancia Thesis, ist auch hier schon erkannt worden, jetzt aber kommt es: Ich finde der Thesis ist OK. Er ist vorne keine Schönheit, die haben versucht aus verschiedenen Lancia Designklassikern Kapital zu schlagen, vor allem der Aurelia, leider passt diese Frontpartie nicht zum Zeitgeist und die Zitate sind so nicht verstanden worden (Fast ein Déjà-vu Ford Scorpio). Hinten finde ich den Thesis sehr gelungen, alles sehr einfach und elegant gehalten, ohne die Designspielereien mancher deutscher Hersteller (siehe BMW 5er Hecklampen – Horror). Dass das XJ Heck nicht so modern und elegant aussieht wie beim XF sehe ich ein, aber trotzdem gefällt es mir. Vorne und vom Profil her finde ich es sehr gelungen, und mir gefällt auch die C-Säulen-Lösung, die ist nach innen geschoben worden, auf die gleiche Fläche der Heckscheibe hinter den Boomerang und damit ist Platz geschaffen worden für den Boomerang (@D.C.: hab die Jaguar Webseite gecheckt – der Boomerang ist kein fake sondern ein echtes Fenster) was die ganze C-Säule viel leichter und eleganter macht. Normalerweise würde eine fette Blechfläche da stehen was m.E. nach nicht schön aussehen würde.

      Aber jetzt zum Hauptteil meiner XJ Verteidigungsargumente: Jaguar musste sich entwickeln und zwar weg von diesem barocken Design, das sich seit 40 Jahren kaum geändert hat. Ich finde dass Design zur Zeit passen muss und wenn ich mir den Vorgänger anschaue sind diese Linien einfach nicht mehr aktuell (abgesehen davon, dass die immer unter Platzmangel hinten gelitten haben – sehr schlecht für eine Luxuslimousine…). Jaguar hat die Erfahrung gemacht, dass der X-Type (sah aus wie ein mini XJ…) gegen Dreier BMW usw. nicht gut angekommen ist, weil u.a. die Linie zu veraltet war. Wenn du Mitte-Ende 30 bist und es in die Bourgeoisie geschafft hast, möchtest du vom Nachbar nicht mit dem typischen Jaguar Kunden assoziiert werden, eben die dickbäuchigen, schnauzgebärteten Karpfen und Welse von denen D.C. spricht, die auf der Veranstaltung waren, um die X-te Ableitung vom Original zu sehen (vermute mal Typ Chefredakteur MotorKlassik… you know what I mean, hatten wir letztens beim E-Type Artikel darüber gesprochen). Die waren bestimmt auch enttäuscht…

      Du möchtest als Bourgeois auch keinen Barock in deiner Karre haben.

      Jaguar hat kein andere Wahl als avant-garde zu sein, so wie ein E-type avant-garde war und der XJ damals auch. Es wird manchen Traditionalisten nicht gefallen, aber die sind zu wenig geworden, als dass es sich lohnt weiterhin den gleichen XJ bis in die Ewigkeit zu produzieren. Ich glaube das richtige Wort ist ’sophisticated‘ (was BMW nicht mehr ist und Benz nie war), und leider gibt es keine passende Übersetzung in Deutsch, zumindest nicht für mich als Ausländer zu erkennen. Witzigerweise gibt es auch keine gute Übersetzung für ‚bieder‘ und ‚gemütlich‘ auf Englisch, und diese Beispiele welches Wort es in welcher Sprache, gibt bereiten mir Sorgen 😉

      Man kann darüber diskutieren ob der XJ avant-garde oder sophisticated genug ist, oder einige Details schön sind, usw. Ich bin froh das sie sich weiterentwickelt haben und sich endlich von der Last der eigenen Geschichte befreit haben, und wenn ich zwischen 7er (ughhh), S-Klasse (bähh), S8 (ok…) oder Phantom (oder so ähnlich hieß die Karre von VW…Nomen est Omen, hehe…) wählen würde, wäre der XJ meine Wahl, zumindest von dem, was ich auf den Fotos gesehen habe. Keiner von denen ist so elegant. Jaguar hat auf der Seite sehr schöne Bilder, ich kann aber nichts sagen über die Qualitätsanmutung in Innenraum, vom Design her finde ich es OK. Das Display-Gimmick ist auch nicht mein Ding, ob es möglich sein wird sein eigenes Design zu gestalten bezweifle ich, wg. Homologation usw.…

      So, jetzt Feuer frei, kriegt den Gotteslästerer :-))

    9. D.C. sagt:

      Ach, herrlich, ich liebe diesen Blog!

      Bin ich ein Spießer, wenn ich den Quattroporte vorziehe (am besten den GTS)? Ich verstehe das Streben nach Avantgarde, aber den C6 Citroen hat auch niemand gekauft.

      ECHTE Avantgarde wäre für mich weitergegangen, noch mutiger (riskant?!) gewesen und einen echten Schritt nach vorne (anstatt einen Halben?).

      Ich will jetzt auch nicht mit VelSatis (und so weiter…) anfangen, diese Autos sind von Blinden von gefolterten Designern entwickelt. Aber es hätte für mich schon noch ein bißchen mehr sein dürfen. Die halb-Volvo, halb-Maserati-Front passt da ganz ins Konzept, nix Halbes, nix Ganzes.

      Den Lancia Thesis finde ich von hinten übrigens auch gut – das habe ich aber auch schon früher gesagt! ->…aber eben nur von hinten (komisch, warum fallen mir da bestimmte Frauen ein) :mrgreen: .

      Nur das wir uns richtig verstehen: Die Deutschen (Hersteller und Stammkunden) sind da kein Maßstab. Wer mit Mokassins und Bömmelken in so ein Auto einsteigt, sollte beim Thema Stil eine Schweigeminute einlegen.

      Audi rettet da ein wenig die Ehre.

    10. Dr.Dreh sagt:

      So. Da bin ich auch wieder.
      Zunächst D.C.: wieder mal 10 von 10 Punkten 🙂

      Ayrton: Hände hoch! En garde!

      Es kam der XK8, erste Serie: der James Bond taugliche Granturismo war eine eigenständige Erscheinung, sportlich-elegant verband er die alten Jaguar-Tugenden mit dem Neuanfang.
      Das wars dann auch. Das junge Pflänzchen im Keim erstickt. Jaguar rupft sich selber aus.
      Der X-Type, ein Billigauto kommt auf den Markt! Der Pöbel wird potent, kann von nun an zumindest im Traum daran denken Jaguarfahrer zu sein!
      Klar ist es kein richtiger Luxuswagen, aber fürs Parkplatz-Posing, wenn man die Kinder vom Tennis abholt, reichts doch allemal!

      Es folgt Stufe 2 der Selbstzerstörung:
      das Flaggschiff, der XK wird mit einem Hyundai-Coupe-Taschentuch in der Hosentasche und einer Überdosis Weichspüler zusammen in die Kochwäsche
      geworfen. Das Ergebnis ist heute noch eine Körperverletzung des öffentlichen Verkehrsraumes.

      Der nächste Schlag ins Kontor ist der XF.
      Ein androgyn- lustloses Formengepansch mit Exophthalmus
      Hier wird der Designklau erstmals so deutlich, dass sich selbst chinesische Mütter fremdschämen: die Heckleuchten! Eine nähere Erläuterung wäre eine Tautologie!

      Und nun der König, der XJ! Gequält, geköpft, geschändet!
      Man fragt sich, wer da bei Jaguar am Reißbrett sitzt!? Die Ludolfs, oder was soll das?!
      Die Karosserie in der allgemeinen Anmutung eines Opel Insignia, die Rückleuchten vom Quattroporte (ein bißchen dramatisiert) die Motorhaube mit Kante beim V70 (da sind wir uns einig Ayrton!) und die Scheinwerfer beim 3er BMW (ok, mit „böser Blick“ Zugabe) geklaut.
      Geklaut geklaut geklaut!
      Beim Kühlergrill noch ein bißchen Bentley-Esprit versprühen und dann das ganze bei Zimmertemperatur in den Ofen.
      Fertig ist der champagnerfarbene Eunuchenkönig!

      Jaguar ist doch fertig. Sie können es einfach nicht mehr.
      Unwürdig wie eine aufgetakelte Liz Taylor zur heutigen Zeit karrikiert sich Jaguar selbst mit dem Ruf und dem Glamour längst vergangener Zeiten während man rundgelutscht im
      Designmatsch untergeht, und sich zur Käuferschicht der lederhäutigen, selbst ernannten Rentner-Haute-Volée von GranCanaria herablässt.
      Jaguars von heute sind was für James Lasts- nicht mehr für Roger Moores.

      Sei froh, olle Katze, das ich kein Tierarzt bin! Ich wär dir längst mit der Spritze gekommen.

    11. Ayrton sagt:

      Kollegen,

      wenn mir einer sagt, dass der Maserati 4porte was besonderes ist, dann gute Nacht. Sterbenslangweilige Kiste vollgestopft mit klischeehaften Maserati-Designzitaten aus den 50er und 60er Jahren – Vorne: unverschämte Kopie vom A6GCS/53; Hinten: Verwertung alter Restbestände Daewoo Nubira Heckleuchten (beides von Pininfarina…)… wo da die Ähnlichkeit der XJ Heckleuchten mit dem 4porte ist, ist mir ein Rätsel.

      Leute, kommt mal zur Vernunft. Die alte XJ Limousine haben nur alte, ewiggestrige Typen interessiert, die nur das Klischee der alten Jaguars haben wollten – die haben sich nicht mehr verkauft, und das ist Fakt. Das ist so als würdet ihr sagen, dass in eine Höhle zu leben interessant und originell ist, verdammt seien die Leute die moderne Häuser bauen, aber selber in eine Höhle leben? Nein danke. Hand auf’s Herz: Ausgenommen der XK8, und bevor XF und neue XJ rauskamen, wer von euch wurde sich einen Jaguar kaufen wenn Kohle kein Thema wäre und dann welchen? Ich wurde keinen kaufen. Wenn ich ein Oldtimer haben möchte, dann kaufe ich mir einen.

      Ich akzeptiere, wenn einer sagt „Ich finde den Wagen häßlich“. Aber die Argumente, die ihr nutzt, basieren auf einem Wunsch die alte, barocke Jaguar Heile-Welt weiter in die Ewigkeit zu führen. Time to move on.

      Und noch etwas: Warum dürfen Audi, BMW und Benz immer noch Premium heissen, trotz 3er, A4 und C-Klasse (und A-Klasse, und 1er, und A3…) aber wenn Jaguar einen 3er Wettbewerber auf den Markt bringt, heisst es dann „Billigjaguar“, „das Ende von Jaguar“ usw.?

      Dr. Dreh: En garde? Leg Deinen Degen runter Junge, ich habe ’nen Colt 🙂

      P.S.: Gerade gefunden, wie Walter de Silva auf die Idee kam bei Audi die Kirmisbeleuchtung vorne zu verpassen:
      http://www.flickr.com/photos/jamescridland/143335616/
      Dame Edna (im Elise Community gesehen)

    12. Dr.Dreh sagt:

      Ayrton: über Optik kann man streiten, ohne Frage. Aber auf diese Karren den Jaguar drauf zu kleben ist wie Cola in einen single Malt zu kippen.

      Ein Schelm wer böses dabei denkt…

      copyright by New Motors SpA

      Jaguar XJ Heck

      copyright by carzpage.com

      800px-Aston_Martin_DB9_-_Birmingham_-_2005-10-14

    13. Ayrton sagt:

      Das nennst du kopieren? Das ist höchstens eine Ähnlichkeit, aber wenn Du die neuen Heckleuchten von Elfer anschaust kannst du auch sagen, dass die vom Aston Martin kopiert worden sind. Zum XJ vs. Quattroporte, sehe ich nicht wo die Kopiert worden sind. Aber ich kann dir sagen wo der 4porte die Leuchten her hat:

      Da ist mehr als eine Ähnlichkeit, vor allem ist der Designer der gleiche…

      Zum Thema Cola im Single Malt kippen ist ein gern genommes Klischee, Designer waren Ian Callum (DB7, Vanquish…) und Julian Thompson (u.A Elise S1, Esprit S4), beides Briten…zum Einfluss der Mutter bei der Tochter in Sachen Design: zero, zilch, niente, nada. Der Aston Martin Single Malt ist auch Beweis dafür.

      Lohnt sich auch der Wikipedia Beitrag zu Callum zu lesen, dort steht auch seine Vorstellung wo Jaguar hin soll.
      http://en.wikipedia.org/wiki/Ian_Callum

      Also: Welche Jaguar Limousine hättet ihr vor XF und dem neuen XJ gekauft?

    14. Lord Hellmchen sagt:

      @Dreh: Chapeau! Gut gebrüllt, bin in den meisten Punkten auch ähnlicher Meinung. XK8: positives Beispiel,wie neues,sehr ansprechendes Design gemacht werden kann, das die Vergangenheit und die Identität der Marke berücksichtigt ohne billig retro zu sein.

      @Ayrton: Es ist also möglich! Es gibt sicher schlechtere Autos als der neue XJ, aber dieses Auto IST einfach kein XJ mehr! Klar,am alten zu krampfhaft festzuhalten ist sicher auch nicht der richtige Weg, aber an dem Design des neuen XJ ist nichts neu! Es ist (schlecht) zusammenkopiert und passt nicht zu dem, was der Wagen ist.
      Andere Automarken, zeigen, das es möglich ist, ohne sich selbst aufzugeben.
      Schlechtes Beispiel: der nachfolger des E-type, XJS, das war auch nix!

      Hier: Nur mal so als Erinnerung, da kommt Jaguar her:

    15. Herr Wu sagt:

      Ja, für mich war Jaguar immer unweigerlich mit dem Charme britischer Karohosen-Träger verbunden. Spätestens zum 5-Uhr Tee stand die Limo wieder auf der mit kleinen Kieselsteinen befestigten Vorfahrt des heimischen Landsitzes. Die Lady winkte den Lord bereits durch die zurückgezogene Gardine, im Hintergrund rechts neben dem Anwesen steht ein Pferd, es brennt ein Feuer im Kamin und der Gärtner grüßt kurz. Barocke, heile Jaguarwelt.

      Leider ist das seit dem Ende der 90er Jahre nicht mehr vorstellbar. Jaguar hat es m.E. nicht geschafft, den Kern der Marke bei den aktuellen Modellen herauszuarbeiten. Traditionspflege erfolgt nur noch durch bunte Bildchen im Prospekt. Sorry Ayrton, aber da muss ich Dr. Dreh zustimmen, mir sind beim XJ (und auch beim XF und XK bzw. XKR) zu viele Komponenten anderer Fabrikate enthalten. Ich finde es wirklich krass, wenn ich die Marke nur noch erkenne, sobald ich auf der Bahn den zulässigen Mindestabstand auf ein höchst bedenkliches Maß reduzieren muss. Erst dann erkennt man, dass das vermeintliche Hyundai Coupé in Wirklichkeit ein Jaguar XK Coupé war. Schande, bei dem Anspruch unverwechselbare und individuelle Autos zu bauen.

      Ich bin zwar kein Designer, aber was ist so schwer daran, einen Jaguar von innen und von außen im Jahre 2009 als einen Solchen zu erkennen? Ich brauch auch keinen Premium-Kombi (X-Type Estate). Wenn der Lord zur Jagt fährt, nimmt er eh den Landrover.

      Letztendlich wird sich aber auch dieses Auto verkaufen, warum weiß ich nicht. Manche Dinge kann man aber einfach nicht machen, z.B. das mit den digitalen Rundinstrumenten.

    16. bangsean sagt:

      mensch Wu!

      Klasse! endlich wird mein landy mal ins gespräch gebracht! totaly high age disign absolutly low tecnic aber trotzdem eine disgnikone! ich mag diese auto. würde ihn gegen jeden x3 ode ml vorziehen!

      bei jag halte ich mich dezent zurück! da könnt ihr euch auslassen! 🙂

    17. D.C. sagt:

      Dieses Topic ist ein ‚epic win‘!

    18. Ayrton sagt:

      D.C. Schlafstörung? „Epic win“ ist global new age asi speak….zu viel Fail Blog gelesen 😉

    19. D.C. sagt:

      😉

      Ja, konnte echt nicht mehr schlafen nach dem Stress mit dem Projekt… Dachte ich halte bis 8h durch um auf RTL das Rennen zu gucken, bin dann aber doch um kurz vor 6 schlafen gegangen… epic fail… 😉

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