Wenn man dieser Tage vorsichtig die Nase in den Wind hält, könnte man meinen der Frühling ist greifbar. Die ersten Blumen drängeln sich durch die Unkrautfolie, es fallen einem mehr Haare aus als sonst, die Vögel vögeln, alles ist einfach in klarer Aufbruchsstimmung.

Logo, dass ich ich diesen Schwung mitnehmen muss und mich (mit besten Vorsätzen versehen) frisch ans Werk mache. Da bei meinem Schätzchen so einiges ‚los‘ ist, wird es Zeit selbst ‚Hand anzulegen‘ und nicht á la Roger Moore: „Q!? Sie haben den Lotus also wieder zusammengeklebt?!“ andere damit zu beschäftigen.

Da die Finanzlage ohnehin Sparsamkeit diktiert, ist ein zusätzliches Motivationselement vorhanden. Kurz gegrübelt – Entscheidung getroffen! Ich mache meine Bremsen selbst drauf! Google hilft natürlich auch hier weiter, kurz ‚Mietwerkstatt, Koblenz“ eingegeben und direkt eine gefunden, mit selbigem Namen in der URL. Da ich ohnehin einkaufen musste (Aldieinkauf mit Esprit, noch ein Schenkelklopfer), rein in die Karre und los.

Die Mietwerkstatt markiert ein gleichschenkliges Dreieck mit der lokalen Kartbahn und dem örtlichen Puff (man beachte den flachen Wortwitz…). Prima! Bin ich also richtig hier!

Direkt auf den Hof, kurz und dezent Drehzahl angehoben, und – geht doch – kam schon einer rausgelugt (ich erinnere an meine Umbaumaßnahmen). Die draußen wartende Dame wurde auch direkt mit einem Abwürger unterhalten, so hatte dann auch jeder was zu lachen.

Kurz nachdem ich die Tür öffnete sprang mir fast eine niedliche Hundedame mittlerer Größe (schwarz) ins Auto und wollte Ball spielen. Super! Wieder eine Frau, die nur an das eine denkt… Na gut, raus und rein in die Werkstatt. Ein wenig schnoddrig, aber sehr symphatisch, empfing mich einer der beiden Betreiber der Werkstatt und freute sich über exklusive Neukundschaft. Der Corsa vor dem Tor wurde sofort der Werkstatt verwiesen und ich bekam eine Bühne. Super!

Jetzt bloß nicht blamieren, also direkt frei raus mit der Wahrheit: „Äh, also ich kann GAR NIX! Ich brauche auf jeden Fall einen zum Händchen halten und einen zum trösten…“ „Klar, kein Problem.“

Lotus Esprit Bremse

Der Esprit war nicht das einzige Schätzchen in der Werkstatt! Man beachte auch den Super-Seven auf dem Poster…

Ich muss sagen, es sollte dann doch schwieriger werden als erwartet, da wir dann am Bremssattel festgestellt hatten, dass uns Spezialwerkzeug (!) fehlt, denn Lotus lässt einen nicht einfach den Kolben reinschieben, nein, da ist eine sehr ungünstig positionierte Backe davor. Klasse, also erstmal eine Schraubzwinge umfunktioniert, und dann… hier klopfen … da schrauben… ärger… fluch… nerv. Naja, irgendwann war die erste Bremse drin (nach 4h!!!). Die Zweite folgte dann eine Stunde später. Keine Ruhmestat, aber echte Helden halten durch und kommen zum Ziel. So ähnlich wie das neue Lotus F1 – Team. Hauptsache ankommen!

Lotus Esprit Bremse

Also, ich habe folgende Bilanz: Eine schlecht entlüftete Bremse hinten rechts, einen knubbeligen Bluterguss am linken Ellebogen (sauber beim Lösen des Bremssattels ausgerutscht), 3 offene Finger und ein schmutziges Gesicht. ABER! Ich habe meine ersten Bremsen gewechselt! Hurra!

fuelbrotherGlück ist ein Ölfilm nach getaner Arbeit!