…und weiter.

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Mal wieder habe ich das schöne Wetter genutzt und mich an meiner neuen Anschaffung ergötzt. Jetzt wo die ersten, absolut hormonell bedingten, Wahrnehmungsstörungen weg sind, fallen einem immer mehr Dinge an dem Auto auf: Zum Beispiel das wirklich schön gesteppte Leder auf den Sitzen, die (wie ich finde) zu unrecht gescholtene Innenraumverarbeitung und daß man einen Esprit schlecht ‚waschen‘ kann, zumindest nach konventionellen Maßstäben. Diese Kühlrippen im Heck sind absolut waagerecht auf dem Motor angebracht, also muss man schon seinen Strahler ziemlich schräg halten, damit das Wasser nicht auf der Motorhaube stehenbleibt oder man dem Motor eine unfreiwillige Wäsche verpasst. Ist ohnehin nicht die richtige Methode, Handwäsche ist hier angesagt, aber der gröbste Schmutz muss ja auch mal runter und aus größerer Distanz schadet der Strahler nicht. Egal.

Immerhin komme ich einigermaßen elegant rein und wieder raus (das darf man nicht unterschätzen! Vor allem nicht auf dem Baumarktparkplatz, wo dann doch die ein oder anderen stehenbleiben, um zu gucken wer da aussteigt). Viel wichtiger ist die Erkenntnis, daß man ’süchtig‘ wird. Heute morgen dachte ich: „Alder, jetz raus, Wetter is geil, wer weiss wie’s nachher is“.

Also dat Dingen gepackt, raus auffe Bahn, Landstraße und gib ihm… Kaum war ich zurück (viel zu früh) – zog sich der Tag unendlich lange hin, und als ich mit meinen Erledigungen fertig war (Nadja feiert heut Geburtstag, da muss man natürlich vorbereiten helfen) – na, was wollte ich zuerst? Richtich – schon wieder raus.

Ist sicher normal, vor allem am Anfang, aber es ist irgendwie mehr als das. Diese Maschine ist sehr organisch, er hat einen holprigen Start (Warmlaufprogramm), braucht EWIG bis er warm ist (viel Öl), und wird mit zunehmender Temperatur immer lauter, bissiger und aggressiver.  Es gibt da so eine emotionale Komponente bei der Sache, die nur bestimmte Autos haben (mein alter Saab hat das auch!). Ich glaube es hat was mit systemischer Perfektion bei Großserienautos zu tun, die diesen besonderen Autos fehlt und dadurch um so begehrenswerter macht. Sicher: Man wird sich irgendwann den Arsch abärgern wenn das Ding mal nicht will (und Schadenfreude ernten), aber Emotionen gehören eben dazu!

Weitere Erkenntnis (aber das war zu erwarten und ist daher auch keine Sensation): Natürlich gucken die Mädels jetzt. Vor allem Diejenigen, die mit Gelköppen in 3er Cabrios oder getunten Passis sitzen. Klar gucken die das Auto an und erst dann einen selber. Trotzdem ist das heimliche Lächeln dann doch immer da, wenn der Macker sich kurz vom Weibchen wegdreht, harhar… Noch 2 kleine Reaktionen von männlichen Mitbewerbern im Straßenverkehr als Anekdote zum Schluss:

  1. Ein Typ in einem neuen BMW drängelt, obwohl ich zügig fahre und eigentlich kein Platz ist auf der Brücke, hinter mir her, um mich dann rechts mit Vollgas zu überholen und mit vielsagendem Blick „Bah!“ demonstrieren zu müssen, daß sein M6 doch viel toller ist als mein Laubfrosch (in jedem Fall hat er dafür sicher das 4-Fache ausgegeben). Der Typ, vielleicht Mitte/ Ende 30, Popper, Anzug, Gel, etc., den Rest könnt ihr euch denken. Sorry Beamer und SvB, aber warum sind diese BMW-Typen eigentlich immer von der gleichen Sorte?
  2. An der Ampel in der Stadt, per Zufall neben einem 997 zum Stillstand kommend, Blick nach links, ein wehmütiges und freudiges Lächeln eines wohlstandsbauchigen Mitt-Fünfzigers, symphatisch, ausdrückend: „haste Recht Junge, lieber jetzt als nie…, kumma ich, fuffzich un mein Rücken verträächt de Elfer ooch nur noch ohne Sporttaste…“

So, jetz is gut, genug geschwelgt, Leute, das Leben genießen, wir wissen alle nicht was noch passiert, daher: Mr. Wu! Ich bekomme noch den Pullover in Blau von Dir!!!! Du weisst schon, den aus dem Promo-Video …