Mit weinenden Augen zusehend, was die Südfuelbrothers so in Ihrer Freizeit in den Alpen angestellt haben, fällt mir nur ein passender Satz ein: Fuelbrothers, dafür werden Autos gebaut!

Um zu beweisen, dass ich zwischenzeitlich nicht untätig war und vor allem weil jede Autoseite einen ordentlichen Lederthread braucht, gibt’s hier mal wieder einen Schwank aus der Werkstatt des Lords.

Nein, ich will nicht das „perfekte und geleckte“ Auto, 20 Jahre soll man ruhig sehen und Patina soll sein. Aber gepflegt sollte das Vehikel schon aussehen und der Gedanke, sich im Speck des Vorbesitzers zu räkeln, sorgten bei den letzten Fahrten bei mir immer für etwas Unwohlsein. Außerdem gab es ein paar Macken im Leder des Sichtbereiches, sowas nervt mich einfach.

Doch welches Mittelchen nehmen? Im Netz gibt’s alles, aber ich wollte nicht 1.000 Sachen ausprobieren und mein Auto kein Versuchskaninchen sein. Ayrton gab mir dann den ersten guten Tipp mit Gliptone wegen des Herrensalong-Duftes.

Aber ich brauchte noch etwas mehr Funktionalität, denn an den neuralgischen Stellen an den Sitzwangen war (ja, Betonung liegt auf „war“) mein Leder schon etwas gerissen und die Farbe ab. Ein Zufälliges Telefonat mit WU brachte mich zum Lederzentrum.
Und jetzt kann man echt mal Werbung machen, denn das COLOURLOCK Glattleder Nachtönungs- und Pflegeset ist wirklich der Hammer, ich kann es uneingeschränkt empfehlen, zumindest für Leder im Zustand wie meines.

„Erst an unaufälliger Stelle ausprobieren“ sagt die Gebrauchsanweisung. Ja,ja. Ok, bis auf diesen einen Punkt habe ich mich dran gehalten:

1. Reinigen
Ich hatte schon vorher mit warmen Wasser und Haushaltsreiniger das Gestühl im Fezza abgewaschen, aber erst der Reiniger holte den Dreck wirklich raus. Man beachte das Tuch. Schaum auf den Schwamm und kleine Kreise ziehen. Dann mit feuchtem, sauberem (!) Tuch hinterher und mit Küchentuch trocknen. Was mich am meisten gestört hat, war der speckige Glanz. Nach dem Reinigen war es fast wieder wie neu: Schön matt.


2. Schleifen und entfetten
Ok, es kostet Überwindung, mit Reinigungsbenzin und einem Schleifpad an italienisches Leder zu gehen, aber das Ergebnis heiligt die Mittel. Und man muss es auch nur an den schlimmen Stellen machen, wo es rau und rissig ist. Die Risse gehen, Glanz verschwindet.

3. Färben
Dann die Farbe drauftupfen. Es gibt zig Farben, bei mir war’s wie man sieht einfach. Zwischendurch habe ich mit Heisluftfön und großem Abstand getrocknet und dann nochmal aufgetragen.

4. Pflege und Schutz
Dann habe ich die Pflegemilch aufgetragen und erst Bedenken gehabt, dass jetzt der Speck zurück ist. Aber sie zieht gut ein und schützt das Werk. Auch die Farbe geht nicht ab. Bin begeistert. Der Geruch ist neutral.

Das Vorher-Nacher-Bild beweist: Es funktioniert. Klar, die etwas angesenkte Stelle über dem 90er Jahre-Beifahrerairbag ist nicht wie neu, aber insgesamt ist es eine Offenbarung. Danke, WU!