Das wichtigste Vorneweg: Ich mag keine Diesel. Diesel sind ordinär. Ich bevorzuge klangvolle Otto-Motoren.

Ein interessantes und ereignisreiches Jahr 2018 geht vorüber und ich ergreife die Gelegenheit ein paar Gedanken zu formulieren. Es soll hierbei nicht ausschließlich um automobiles gehen, jedoch überwiegend, wir wollen ja beim Thema bleiben. Ich bin eigentlich ein Freund der klaren Worte, jedoch fällt es vielen in diesen Tagen immer schwerer das auszudrücken was einem auf dem Herzen liegt:

Wir befinden uns in Zeiten, in denen Worte auf Wagschalen landen, Formulierungen über Wohl und Wehe von Personen entscheiden und „Einstellung“ schnell zu „Gesinnung“ uminterpretiert wird. Sprachliche Unbedarftheiten werden spitzfindig auf dem Altar der politischen Korrektheit seziert und mittels Beweislastumkehr dem Aussprechenden in Anklageform vorgeworfen, nebst selbigem zum Fraße.

Trotzdem werde ich einen Spagat aus klaren Worten und gleichzeitig unverfänglicher Formulierung versuchen, denn auf einen groben Klotz gehört ja bekanntlich ein grober Keil. Ich möchte ausdrücklich betonen, dass es sich hierbei um meine persönliche Meinung handelt und die Aussagen dazu nicht wissenschaftlich zitiert werden – die Recherchearbeit obliegt dem Leser, ich zeige nur den Eingang zum Kaninchenbau.

Widmen wir uns einem der Hauptthemen 2018 für jeden Autofahrer: Dem „Dieselskandal“ oder der „Dieselaffäre“.

Allgemein bekannt ist wohl, dass (nur deutsche?) Automobilhersteller ihre Verbrauchs- und Emissionswerte manipulieren. Das hat mehrere Hintergründe, in erster Linie dient es dem Wettbewerbsvorteil, der steuerlichen Entlastung des Käufers und ein Stückweit dem Image des Herstellers. Wenn man sich beim Lügen erwischen lässt, hat man mehrere Möglichkeiten: Abstreiten oder sich Entschuldigen. Das blödeste ist, wenn man beides in eben dieser Reihenfolge versucht, wie im Falle von VW und seinen Töchtern.

Jetzt wissen wir aber 2 Dinge: Erstens stinkt der Fisch vom Kopfe her und zweitens kommt ein Unglück selten allein. Der Verdacht, dass nicht nur VW „bescheißt“, lag spürbar in der Luft. Und siehe da – tatsächlich haben sich auch viele andere nicht mit Ruhm bekleckert. Interessanterweise sind die deutschen Hersteller die saubersten in Sachen NOx – dem grünäugigen Monster des Jahres 2018. Die Frage ist nur: Warum wird es nur bei VW so breit getreten?

Hier kommt der – meiner Meinung nach – wichtigste Aspekt bei allen Säuen, die durch Dörfer getrieben werden ins Spiel: Cui bono? Wem nützt es? Da wir zweifelsfrei(?) in einem kapitalistischen System leben, ist der Antwort mit Hilfe der alten Weisheit „Folge der Spur des Geldes“ näher zu kommen. Wer befeuert diesen „Skandal“ nachhaltig und sorgt für mediale Dauerbeschallung?

Ein bislang völlig obskurer und unbekannter „Verein“ aus rund 100 Mitarbeitern (Stand: 2018) namens „Deutsche Umwelthilfe“ erscheint plötzlich omnipräsent in allen Medien und wird zur Jeanne d‘ Arc aller ökologischer Lautsprecher und Steigbügel.

Ich halte das Thema Umweltschutz für sehr wichtig, die „Deutsche Umwelthilfe“ erinnert mich in diesem Kontext allerdings irgendwie an die unerhört wichtige Funktion des Zitronenfalters für die Zitrusfrüchte-Industrie.

Wer ist diese „Deutsche Umwelthilfe“ eigentlich? Erstmal eine GmbH – nur damit das klar ist. Das „wer ist“ ersetzen wir mal ganz schnell durch „wer bezahlt“, wir wollen ja nicht persönlich werden. Mehrere Quellen berichten – da das nicht so eindeutig zu klären ist, werde ich ganz vorsichtig nur das „bekannte“ zitieren:

  • zwei US-amerikanische Stiftungen, davon eine der Ford-Familie
  • Toyota (haben sich wohl zwischenzeitlich zurückgezogen, als es müffelnd auffiel)
  • Daimler, Krombacher Braurei (Motivation: Unklar! Mittlerweile ausgestiegen)
  • der Deutsche Bundestag (für „Studien“ und „Berichte“)
  • Abmahngelder und Klagegewinne
  • das Bundesumweltministerium (also der deutsche Steuerzahler, siehe oben)
  • „Spenden besorgter Bürger“

Man lese sich den verlinkten Artikel genau durch, es gibt interessante Details zu entdecken. Einer eigenen Recherche kann ich nur freudig zustimmen, sollte der persönliche Ehrgeiz geweckt worden sein, nur zu! Nutzen wir den Schwung und schlagen also einen eleganten Bogen in die USA.

Ich möchte an dieser Stelle nur erwähnen, dass ich die Gnade hatte „Gods own country“, genauer gesagt Babylon 2.0 (New York City) dieses Jahr besuchen zu dürfen. Ich bin bei den USA immer innerlich zerrissen. Einerseits Großartigkeiten in Kaskaden, andererseits zum Haareraufen. Im Kontext zum Artikel und als Schlusspunkt sei folgendes Bild mit der Überschrift: „Stilleben eines Diesels“ ans Herz gelegt.

Wer Ironie findet, darf sie gern behalten, quasi als Weihnachtsgeschenk.

Fahrverbot, anyone? W123 300D Turbodiesel, Greenpoint/Brooklyn im November 2018.

Auf das Thema „Feinstaub“ möchte ich an dieser Stelle gar nicht mehr weiter eingehen. Die Thematik ist im weltweiten Kontext deutscher Beklopptheiten folkloristisch zu sehen. Unterstrichen und bewiesen zuletzt durch einen neuen Versuchsballon der „Deutschen Umwelthilfe“ die Sylvesterknallerei zu verbieten, die an einem Tag so viel Feinstaub verursachen soll, wie 17% des Jahres durch den gesamten Straßenverkehr erzeugt wird. Was vor allem viel über die „Deutsche Umwelthilfe“ und diese Kampagne aussagt. Hier entlang (der Artikel war nur kurz prominent, scheinbar ist jemandem in der Redaktion die Peinlichkeit aufgefallen).

An dieser Stelle schwinden fürs Erste meine Kräfte, ich schließe mit Positivem, man muss ja hoffen. Vielleicht ergänze ich weitere erquickliche Gedankensprünge in nachfolgenden Artikeln, die mir in der Winterpause hoffentlich leicht von der Hand gehen.