BMW i3

Schönheit liegt nicht immer im Auge des Betrachters: Der i3 von BMW. ©CC Wikipedia.

Während ich hier so Sonntags Nachmittags auf VOX „Auto Mobil“ schaue, fällt mir etwas auf. Der eher Uninteressierte mag das vielleicht nicht wahrnehmen, aber ich empfinde es immer mehr als offensichtliches Merkmal und Zeichen der Zeit:

Die meisten Elektroautos auf dem Markt sehen Scheiße aus.

Und, Achtung, jetzt kommt’s: Ich glaube dahinter steckt Absicht. Doch dazu später mehr.

Unter dem Designaspekt kann man bei vielen E-Fahrzeugen an ein völliges Versagen der Vorstandsetagen glauben – oder  – deren Absicht etwas anderes damit zu bezwecken. Nehmen wir mal aus Tradition den i3 von BMW. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass ein ansatzweise – geistige Unversehrtheit vorausgesetzt – vernünftiger Mensch dieses „Auto“ als attraktiv empfindet. Natürlich ist die Ästhetik nicht der einzige Wert eines Fahrzeugs, allerdings verhindert deren Abwesenheit ein wichtiges Element beim vom Hersteller gewünschten Erwerb desselben: Das Verlangen. Welcher selbstbestimmte Mensch mit Restwürde stellt sich so eine formal fehl-exaltierte und UN-form gewordene Claudia Roth-Äquivalenz vor sein Haus? Das ganze Auto schreit: Ich bin ein BESTmensch! Und ich habe sowas von keinen Geschmack. Und ich trage darüber hinaus die Hässlichkeit meines mobilen Daseins selbstbewusst nach außen. Prost!

Welche Begründung hinter meiner polemischen Ablehnung steht? Ich möchte es etwas sachlicher formulieren, obwohl ich denke, dass es jedem klar sein muss: Der Mangel an Proportion und zwar mit Absicht. Dieses Auto negiert scheinbar bewusst jegliche (und damit insbesondere auch die der Marke BMW!) Prinzipien, die Designer bei, als schöne Wagen anerkannten, Fahrzeugen anwenden. Das Verhältnis Höhe zu Breite, Knicke und Sicken, Fensteranteil, Horizontlinie, Rad-Reifen-Proportion, Logo und Markenidentifikation, Frontansicht, Rücklichtgrafik, etc.pp. – alles für die Füße. Schlimmer noch: Dieser Haufen karikiert einen BMW aufs Übelste. Da wird mit Nieren, Hofmeisterknick und sonstigen Stilelementen auf eine abscheuliche Weise Formal-Sodomie betrieben. Schande!

Das Irre: Die Technik in dem Ding ist unglaublich gut, und für die Vollkarbon-„Karosserie“  wurden eigene Verfahren und ein Werk entwickelt. Also muss man sich wirklich fragen, was das alles für einen Sinn macht.

Mal davon abgesehen, dass man sich über „Sinn“ und „Unsinn“ von E-Autos trefflich streiten kann (woher kommt eigentlich das ganze Lithium; was machen Stromtankstellen, wenn in Zukunft 6 Autos mit 200kW gleichzeitig geladen werden sollen; Reichweite, etc.), ein Nobody wie Tesla hat immerhin ein Design auf die Straße gebracht, dass nicht sofort zur eruptiven Vomitation der restlichen Verkehrsteilnehmer führt.

War mir vor einigen Jahren der damalige Panamera höchst unangenehm aufgefallen (der neue sieht erschreckend gut aus, Porsche hat hier mitgelesen ;-)), so ist dieses Mal die ganze Bande der E-Mobile schuldig gesprochen. Der „sogenannte“ BMW (ich glaube immer noch an einen traditionell attraktiven Kern in der Marke, trotz i3 und 2er „ActiveTouring“) hat ja einige Mittäter im Design-Gulag. Der neue Opel Ampera kommt bald, frohlocket! Die Nissan-Reihe der E-Fahrzeuge muss man fast schon in Schutz nehmen, bei solchen Abnormitäten wie dem Juke (Joke!?), der fast noch schlimmer als Leaf und Co. aus der Blechwäsche schielt. Überhaupt, der Juke.

Der Juke ist so hässlich, dass sich der lokale Nissanhändler bei unserem kürzlich erfolgten Autohausbesuch für die BH entschuldigte: „Ja, das Design ist speziell“ (Er meinte natürlich in Wirklichkeit: „Tut mir Leid, ich weiß, er sieht irgendwie aus, wie das, was ich Sonntagmorgen im Klo hinterlassen habe“). Ich werde hier kein Bild vom Juke verlinken, ihr kennt ihn, seine bloße Existenz ist schlimm genug.

Jetzt zum eigentlichen Kern der Geschichte. Ayrton hat vor kurzem einmal gesagt: „Autos werden die rollenden Flughafen-Lounges der Zukunft sein.“ Der Gedanke ist sehr richtig. Das autonome Fahren wird kommen – und die Konsequenzen werden dramatisch. Am Ende wird keiner mehr ein eigenes Auto kaufen wollen/können/müssen. Zu teuer, Platzbedarf, nicht mehr nötig. Der Großstädter von heute ist auf dem besten Wege dahin, keine Fahrzeuge mehr zu kaufen. Der Rest der Republik folgt, sobald Autos wie Taxis vorfahren. Und dann ist es auch egal wie sie aussehen. Denn man wird in Ihnen ohnehin nicht mehr auf die Straße schauen und die anderen „Haufen“ erblicken wollen, sondern mit VR-Brille am Smartphone Katy Perrys Oberweite 2.0 in 3D bewundern, während die E-Motoren das Rollzeug selbstständig bei 100 km/h (KdF!) auf der Bahn halten.

Ab und zu wird man vielleicht mal kurz zusammenzucken, weil irgendwo ein irrer Halbaffe sein grünes Ungetüm mit Fehlzündungen auf der Fahrspur für die aussätzigen Selbstfahrer zu schnell bewegt. Aber nur kurz, denn auch die wird in Kürze per Beschluss von der grünen Bundeskanzlerin Roth verboten, während Umweltminister Hofreiter derweil am Verbot für den Privatbesitz von Verkehrsmitteln arbeitet…