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Aston-Martin-DB7: Unter den Top 10 der schönsten Dinge auf der Welt

Gestern Abend sind D.C. und ich in einer Nacht- und Nebelaktion in die Schweiz gefahren, um einen Aston Martin DB7 in Fribourg (CH) zu besichtigen. Eigentlich hatte ich eine Höllenwoche hinter mir, und das letzte was ich noch brauchte war Freitag Abends im Berufsverkehr 550Km bis nach Fribourg zu fahren, Samstag morgen das Auto zu besichtigen, und Samstagnachmittag 550 Km zurückzufahren, damit ich um 16 Uhr wieder zuhause bin.

Aber die Uhr tickt und ich habe mir vorgenommen – wenn möglich – bis zum 15 Juni ein passendes Fahrzeug zuzulegen, da ich ungern bei dem Event von Hellmchen (Hochzeit) mit meiner Autobahnhure auflaufen möchte.

Das Fahrzeug wird vom lokalen Ferrari-Händler inseriert, sieht auf den Bildern wunderschön aus, hat eine akzeptable Laufleistung – und ist einer der günstigsten im Netz.
Ich bin schon zu spät aus dem Büro losgefahren und auf der A3 wie ein Wilder herumgebrettert, aber meine Theorie der Zeit-Raumkrümmung auf der A3 zwischen Bonn und Dernbach wurde wiedereinmal bestätigt: Ich kam erst um 18:45 bei D.C. an. Der Rest der Reise war unspektakulär, wir haben über die üblichen Themen philosophiert (Autos, Weiber, Politik, Weiber, Wirtschaft, Weiber, Autos, Weiber).

Um 12 im Hotel angekommen, sind wir ins Bett gegangen (Anm. D.C.:in getrennten Betten!!!) – voller Vorfreude auf den Tag, an dem wir zum ersten mal im Leben einen Aston Martin fahren würden.

Aston-Martin-DB7 Heck Back

Aston Martin DB7: Eine der schönsten Heckansichten der Automobilgeschichte

Aufgestanden, gefrühstückt und los zum Händler gefahren. Und da stand er schon: Auf dem Hof. Als wir langsam hineingefahren sind, hat uns die Präsenz des Autos schier umgehauen. Leute, der sieht live sensationell aus. Wir haben den Wagen von außen begutachtet und natürlich die ersten Probleme direkt entdeckt: Lack in schlechtem Zustand, Hutablage abgelöst und lose aufgelegt, ansonsten vorerst nichts auffälliges. Dann kam der Verkäufer und vermutlich Eigentümer des Ladens, laut D.C. Typ „Wowi“ in älter und dünner. Er sprach nur Französisch und verstand wenig Deutsch, Englisch überhaupt nicht, aber erstaunlicherweise haben wir uns irgendwie verständigen können. Mein Französisch ist scheinbar doch nicht so verrostet wie ich dachte. Der Typ schwadronierte dann den typischen Autoverkäufer-bullshit, Vorbesitzer waren angeblich zwei miteinander befreundete Ärzte (Anm. D.C.: Warum glauben Händler eigentlich mit diesen Vorbesitzer-Geschichten Punkten zu können? Wenn der Vorbesitzer Automechaniker bei Aston gewesen wäre, DANN hätte mich das interessiert, aber die Ärzte, die ich kenne, sind eigentlich ein Grund KEIN Auto von Angehörigen dieses Berufsstandes zu kaufen). Dann zeigte er auf die größeren Lackschäden, erzählte dass der Tacho und Drehzahlmesser nicht richtig funktionieren, Beifahrertür lässt sich nur von innen aufmachen. Toll. Motor angelassen – „Oh-oh, ich rieche Abgas am Krümmer“. Motorraum nochmals inspiziert (ein Gedicht, wie der Motorraum aussieht…) und Kofferraum aufgemacht (Motor muss ausgemacht werden so dass der billige Fiesta Schlüssel ins Kofferraumschloss reingesteckt und gedreht werden kann). Im Kofferraum fanden wir keinen Rost, aber eine unbefestigte Batterie.

Probefahrt. Irgendwie merkst Du in deinem Unterbewusstsein, dass irgendwas nicht in Ordnung ist, wenn der Verkäufer wortkarg ist. Wir sind aus dem Parkplatz abgebogen, 50 Meter gefahren und sofort spürt man unfassbar starke Vibrationen! Ich sage zu D.C.: „Das war’s, außer Spesen nichts gewesen“. Bei Lastwechseln hört man was an der Hinterachse, und D.C. meinte die Karre hätte nicht annähernd die Leistung, die sie haben sollte. Ein kompletter Flop. Bei näherer Betrachtung Orangenhaut an der rechten Beifahrerseite (Schlechte Werkslackierung? Oder Beilackierung nach Unfall?).

Aston-Martin-DB7

Aston Martin DB7: Dieses Exemplar war leider nicht so gut wie erhofft…

Nach zehn Minuten sind wir dann zurückgefahren (nachdem wir ein paar Fotos gemacht haben und D.C. auch die Karre fuhr), stellten den Wagen zurück auf den Hof. Da kam dann auch direkt der Händler wieder heraus. Ich sagte ihm, dass es mit uns nichts wird – zu viele Schäden die behoben werden müssen. Auf diese Aussage hin machte er das klassische, verdutzte Verkäufergesicht: „Wie, mein Auto hat Schäden? Wusste nichts davon…“.

Das i-Tüpfelchen war: Als ich meine Jacke vom Rücksitz holen wollte und den Knopf für die Rückenlehne betätigt habe, fiel mir die ganze Konstruktion in die Hände. Am liebsten hätte ich das Geraffel einfach auf dem Boden gelassen und wäre abgehauen. Aber ein Gentleman ist natürlich nicht so und fummelt den Kram wieder zurecht. Wir haben dann nach wenigen Worten Tschüss gesagt und sind wieder Richtung Heimat gefahren.

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Aston Martin DB7: Ein Blick sagt mehr als 1000 Worte

Im Nachhinein war ich naiv zu denken „Nur weil der Typ ein offizieller Ferrari-Händler ist, hat er einen Ruf zu verlieren“. Ich vermute mal, Folgendes ist passiert: Der Vorbesitzer hat einen guten Deal für einen neuen Ferrari bekommen, und wenn man 200k Euro für so einen Wagen ausgibt ist es Scheißegal, ob man seinen Alten für 30 oder 20k verkauft. Der Fezzahändler hat ihm wahrscheinlich gesagt: „Karre kaputt“, er hat gesagt: „Scheiß drauf, ich will den Fezza haben“. Fezzahändler kauft für 20k und versucht jetzt für 30k zu verkaufen.

Die positive Seite: Ich bin jetzt den Wagen gefahren und er ist sensationell, der Kompressorsound macht süchtig und D.C. und ich waren von der Karre total geflasht. Ich weiß jetzt, dass es mein Wagen ist, ich MUSS so einen Wagen haben. Vergiss Maserati, vergiss BMW, vergiss Porsche, der ist es. Ich weiß jetzt, worauf zu achten ist bei so einem Auto. Der nächste Besichtigungstermin kann kommen.

Die Mängel zusammengefasst:
Auto vibriert extrem stark beim Anfahren, gefühlsmäßig würde ich sagen, bis 2000 Umdrehungen. Lack in schlechtem Zustand, nach Profipolitur immer noch sehr viele Kratzer, Heckstoßstange mit tiefen Kratzen beschädigt, Interieur abgelutscht, Batterie lose, gefühlter Krümmer blow-by, nicht genug Leistung, Zweifel an der Laufleistung (wir haben es nicht mehr mit Inspektionsunterlagen verglichen, da wir mental schon die Karre abgeschrieben hatten)

Und jetzt zum Artikeltitel. Ich habe mich noch nie so gestresst gefühlt wie gestern und heute auf den schweizer Autobahnen. Die Berichte über Jagd auf deutsche Raser und die Tatsache dass die Schweizer selber penibel die Tempolimits beachten, ließ mir nichts anderes übrig, als es auch zu tun. Die Geschwindigkeiten variieren zwischen 80 (oft), 100 (sehr oft) und 120. Ich hatte ständig das Gefühl geblitzt zu werden und man schaut mehr auf den Tacho, als auf die Straße. Ich möchte nicht so leben und die Schweizer können mich am A**** lecken, und […edit D.C.: der Artikel wäre „politisch nicht korrekt“ – daher diese Selbstzensur. Es kamen Ricola-Bonbons, Toblerone und Atemnot vor, nur so viel… :mrgreen:]. Erst in Deutschland habe ich mich wieder wie ein echter, freier Bürger gefühlt und mir gedacht: Ich liebe dieses Land. Danke Deutschland. Dass man die beschissene Wegelagerer-Vignette nur für ein ganzes Jahr für 33 Euro kaufen „darf“ ist purer Hohn.

Alle Anrainerstaaten müssten diese Wegelagerer bestrafen und auf allen Autobahnen, die aus der Schweiz kommen, 1000 Euro Maut pro Fahrt verlangen.

Hierzu empfehlen wir folgende Literatur: