VW T2 Bulli bei Rostdiagnose

Bulli bei Timemax

Ja, ja wieder viel zu spät. Ich habe jetzt wirklich lange nachgedacht, konnte es aber in Punkto Restaurierung nicht mehr aushalten.

Bei mir schlich sich hin und wieder ein gewisses Unbehagen bei dem Gedanken ein, dass etliche, kleine, fiese Sauerstoffatome in die eh schon offenen Wunden noch mehr Salz streuen.

In Verbindung mit der Tatsache dass unsere Testphase bereits 3 Jahre andauert  und wir in gewisser Weise abhängig geworden sind, musste ich – also der Mann im Haus – eine Entscheidung treffen.Während ich eines Abends am Strand ein Feuer machte und ein unverschämt leckeres Stückchen Fleisch das Rost legte, gingen mir folgende Optionen durch den Kopf:

A: Bulli behalten,  hier und da mal was „dran machen” und fahren bis er physisch tot ist,
B: Bulli behalten und restaurieren, also wie damals schon erwähnt den Profi ans Blech lassen,
C: Bulli verkaufen und irgendeinen neueren Ersatz organisieren,
D: Bulli verkaufen und einen „gemachten” T2 kaufen,
E: Bulli verkaufen und lieber auf Hotelurlaube setzen.

Ha, sooo einfach ist das nämlich nicht. Auch wenn Ihr jetzt denkt der Wu spinnt doch, soll sich wieder ´nen S2 holen ( ja, das passte ich gut rein) und Mutti einen Puppenwagen holen. Vielleicht noch dazu ein Jahresabo für die Centerparks? Mmmhhh, der S2…Räusper…

Die Variante E erübrigte sich schnell, A, B, C und D waren lange im Rennen und überholten sich sich mehrmals gegenseitig.
Als  Alternative zum T2 kam für uns nur ein T4 oder T5 in Frage, jeweils in der Campingausstattung. Der T3 bietet zwar etwas mehr Platz, drängelt sich jetzt aber auch nicht mit markten Vorteilen in den Vordergrund. Der ist unmerklich schneller oder sicherer, rostet genau so gut, sieht innen komisch aus und verwendbare Exemplare sind verhältnismäßig teuer. D.h. wir würden einen verschimmelten Boskop unter Umständen gegen einen verfaulten Braeburn tauschen, T3 flog also raus.
Zum Thema Bulli empfehlen wir folgendes:

Während ich immer öfter im Netz nach ”Gelegenheiten” stöberte, versuchte ich schon mal die Restaurierungskosten einigermaßen abszuschätzen. Ich habe hier und da vorgesprochen, immer mit dem Ergebnis: „müssen wir erst Freischleifen und Strahlen sonst kann man da nichts sagen. Prima. Da legt man also erst mal 2000 Kröten auf den Tisch und weis erst hinterher, dass man die Kiste verschrotten kann. Frustration. Ah, Variante C! Zur Erinnerung T4 oder T5. Ich könnte jetzt die ganze T4 Wiki runterspulen und sämtliche Ergebnisse aus irgendwelchen T5 Foren. Teils hilfreich, meist nicht. Den Foren zu urteilen ist der T5 eine absolute Katastrophe im Verhältnis zum Preis. 50.000 Glocken, Piepen, Mäuse egal — Fünfzigtausend—! Geht nicht!

Die Option B schaffte es wieder in den Recall. Ich habe den Bus dann vor Weihnachten zu Timemax gebracht und eine Bestandsaufnahme gemacht. Ich war überrascht von der gründlichen Herangehensweise. Innerhalb von 3 Stunden wurden Lackschicht-Dicken gemessen, die Hohlräume mit einem Endoskop gesichtet und alles generell unter die Lupe genommen.

Ich habe fleißig mitgepinselt und alles für die Nachwelt festgehalten:

Das Ergebnis bestätigte mehr oder weniger das, was mir die Jungs meines Vertrauens schon grob mitgeteilt hatten: Zahlreiche An- und Durchrostungen, Substanz gut, sieht aber besser aus als er ist. Mit diesen Infos und meinen Mitschriften konnte ich neue und vor allem  detaillierte Angebote einholen. Diese trudelten nach und nach ein und es folgten dann einige wilde Tage in denen ich eine Variante nach der anderen geistig nach Golgatha trug.

Eine Familiensitzung, natürlich ohne Kind (denn das ist ja noch weniger stimmberechtigt als meine BH), brachte die Entscheidung: Der Bulli wird restauriert, jedenfalls zum Teil.

Es wird und soll keine perfekte Restaurierung werden, mehr eine Rostbeseitigung. Die spätere Nutzung steht hier  im Vordergrund.

Bald folgt mehr. Es wird eisig.