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#SAAB 900 Restaurierung – Motor wieder drin


Veröffentlicht am 23. Februar 2015, von D.C. in / Technik und Werkstatt, SAAB. 22 Kommentare

Saab 900 B202 Motor

So eine Hochzeit ist herrlich!

Über die rollende Restaurierung meines Saab 900 turbo 16s: Teil 6

Die ersten Teile der Geschichte findet ihr hier:

Teil 1: Schlachter oder Gnadenbrot: Mein Saab 900
Teil 2: Lebt denn der alte Holzmichel noch?
Teil 3: Der Lack ist ab
Teil 4: Weiter gehts!
Teil 5: Motor raus!

Nachdem wir nun den Prozess der Motorraum-Restauration beendet haben (der gefühlt leider Wochen und Monate dauerte…), konnte der Motor endlich wieder rein. Aber der Reihe nach.

Viele Schleifarbeiten und Lackschichten waren nötig, um den Motorraum einigermaßen „schick“ zu machen. Eine Grundierung aus Zinkspray, Ochsenblutrot-Rostschutz, mehrere Lackschichten Schwarz und Klarlack haben ein brauchbares Ergebnis hinterlassen. Wie bei so vielen Dingen gilt hier: So gut wie den Umständen entsprechend möglich. Es ist kein Showroom-Resultat, aber trotzdem ein gewaltiger Unterschied zu vorher. Ein paar Bilder zur Dokumentation:

Saab 900 turbo Motorraum leer

So sah der Motorraum vorher aus

Erster Schritt: Dreck runter und schleifen…

Saab 900 Motorraum geschliffen

Mit diesem Zustand lässt sich schon arbeiten…

Es folgen Zinkspray und weitere Schleifarbeiten:

Saab Motorraum Zinkspray

Eine erste Grundierung hält den Zustand für weitere Arbeiten stabil

Es folgte eine 2. Runde Schleifarbeiten und der Einsatz des Schweißgeräts…

Saab 900 Motorraum

Eine weitere Runde schleifen bereitet den Grund für den Rest

Die Grundierung nach dem Schweißen haben wir mit Ochsenblut-Rot gemacht. Man beachte die Versiegelung der Schweißarbeiten mit Karosserie-Dichtmasse.

Saab 900 Motorraum

So langsam wird das…

Natürlich sind bei meinem 900er die Achswellentunnel auch etwas angegriffen gewesen. Zum Glück aber nicht schlimm, so dass man dort gut alles ohne Schweißen herrichten konnte.

Saab 900 Motorraum

Die Achswellentunnel wurden auch behandelt

Am Ende dann endlich die finalen Schichten in der Farbe, die es werden sollte…

Saab 900 Motorraum leer

Tadaa! Man beachte auch das neue Lenkgetriebe…

… und zum direkten Vergleich nochmal vorher:

Saab 900 turbo Motorraum leer

So sah der Motorraum vorher aus – urks! Das schwarze da unten sind die Alutraversen, die waren nicht lackiert, sondern so verdreckt und verölt …

Ich denke es hat sich gelohnt, auch wenn wir keinen Preis dafür gewinnen. Zumindest sollte ich die nächsten Jahre sorgenfrei bleiben. Tja – wenn das bloß schon alles gewesen wäre. Wie ich in den Kommentaren hier schon mehrfach angedeutet habe, war der alte Motor nicht mehr einsatzbereit. Ich hatte 2 Möglichkeiten:

1. Den alten Motor wieder neu aufbauen

2. Mich auf die Suche nach Ersatz begeben

Aus Gründen der Einfachheit und um etwas Kosten zu sparen, habe ich mich auf die Suche nach einem geeigneten Spender gemacht. Mit ein wenig Glück, gutem Timing und der aufmerksamen Hilfestellung eines Mitglieds des Saab-Forums (Danke RainerW!), konnte ich ein erst vor 32.000 km komplett neu aufgebautes Aggregat mit vielen Anbauteilen und Zubehör für 2000€ schießen. Selbst der Turbo ist „neu“. Ein Schnäppchen – sofern er läuft….

Saab 900 Motor und Getriebe

Hier finden Motor und Getriebe zueinander. Der Aufmerksame erkennt auch gleich, warum wir das nocheinmal machen durften…

Der eigentliche Grund des ganzen Theaters war aber in Wirklichkeit das Getriebe und die Lenkung, denn beide haben zeitgleich den Geist aufgegeben. Hier habe ich kurzen Prozess gemacht und mich nicht lange aufgehalten: Beides neu. Das Getriebe gibt es bei einem Spezialisten aus Holland (www.elferink.nl) sandgestrahlt und neu aufgebaut für Rund 1300€. Ein klarer No-Brainer.

Hierzu empfehlen wir folgende Literatur:

Das Lenkgetriebe gibt es im Tausch für „relativ“ kleines Geld, wenn man wie ich die notwendigen Beziehungen zu Teilehändlern hat ;-). Und dann waren da noch:

  • Neue Kupplung
  • Neue Achsmanschetten
  • Neue Gelenke
  • Neue Radlager
  • Neue Bremsen
  • Neue Dichtungen
  • Neue Zündung
  • etc. pp.
Saab 900 Fahrwerk Bremsen

Nur die Konis sehen nicht mehr Taufrisch aus, aber sie laufen noch!

Im Prinzip kann man fast von einem neuen Vorderwagen sprechen. Trotzdem gibt es 1000 Teile, die alt geblieben sind und eine merkwürdige Mischung aus „neu“ und „Patina“ erzeugen. Ich hoffe das gibt sich mit der Zeit, denn ich werde sicher nicht den ganzen Rest der Teile ersetzen.

Saab Motorraum

Aus alt mach neu: Ein Beispiel für viele Kleinteile

Nach 15 Minuten Bearbeitung mit Flex und Bohrmaschine:

Saab Motorraum arbeiten

Leider geht das nicht bei allen Teilen so einfach wie hier

Der Innenraum ist auch noch eine Baustelle (Dachhimmel, Fensterheber, Aufgegangene Nähte in den Sitzen), so dass mir der Spaß mit dem Auto nicht ausgehen wird. Ich habe beschlossen, das Ganze weiterhin in Etappen und Schubweise zu gestalten, denn sonst ist es finanziell und motivations-technisch ein zu großer Schritt.

Saab 900 Motor B202

Endlich wieder ein Auto!

In diesem Bild sieht man sehr schön die einzigartige, mechanische Skurrilität eines Saab 900. Das Getriebe hängt unter dem Motor und ist über einen Kettenkasten mit gekapselter 3-fach Kette mittels Kupplung am Motor montiert. Hier ist derzeit die Kupplung noch komplett draußen, nur das Schwungrad ist montiert. Ein Leckerbissen für Saab-Fans ist das rechts vorne im Bild befindliche rote Steuergerät, die „red box“, die einen 900er damals zum (E30) M3-Killer machte – zumindest auf der Autobahn.

Ich habe noch 1000 Fotos von dem ganzen, aber es ist einfach zu viel. Ich denke es reicht auch fürs erste! Ich werde am Schluss noch mal ein „best-of“ von der „Restauration“ anfertigen, mit all den lustigen Momenten.

Der nächste Schritt wird ein Youtube-Klassiker: Das erste Anlassen! :mrgreen:

Zu Teil 7: Die Wahrheit kommt ans Licht!




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    Dieses Thema enthält 22 Antworten und 5 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von  turboseize vor 2 Jahre, 10 Monate.

    Ansicht von 23 Beiträgen - 1 bis 23 (von insgesamt 23)
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    • #27609 Antwort

      D.C.
      Keymaster

      Über die rollende Restaurierung meines Saab 900 turbo 16s: Teil 5 Die ersten Teile der Geschichte findet ihr hier: Teil 1: Schlachter oder Gnadenbrot:… [Vollständigen Artikel lesen unter: #SAAB 900 Restaurierung – Motor wieder drin]

      #27617 Antwort

      Lord Hellmchen
      Mitglied

      Mit einem Wort: Sauber!

      Ich glaube, da hast Du die richtige Kombination von Leuten, „Zulieferern“ und der inneren Einstellung zu dem „was machen und was nicht machen“ gefunden hast.

      Zwei Fragen:

      1. Was kommt ca. am Ende an Kosten raus?
      2. Kommst Du mit dem Teil zum Treffen? :mrgreen:

      #27619 Antwort

      turboseize

      Sehr schön!

      Frank alias docteur-d äußerte sich neulich zuversichtlich, dat Scneewittchen in den nächsten Wochen, also bis Anfang März wieder zusammengesteckt zu bekommen. (Getriebe ist schon neu gelagert, jetzt fehlt noch ein einziges Zahnrad.) Zur Erinnerung: Die Kiste steht mangels Ersatzteilverfügbarleit seit Anfang April letzten Jahres. Obwohl ich zwei Schlachtgetriebe aufgetrieben habe (von denen eines nicht wirklich paßt und nebenbei so ultraselten ist, daß man das eigentlich auch nicht schlachten darf und für die die Fossilienbewahrer aufheben muß).
      Bei der Gelegenheit kommt noch ein 7er Primär rein und die Motorlager werden von der Vollgummi- auf die hydraulische Variante unmgerüstet. Ich erhoffe mir davon eine merkliche Senkung des Autobahninnengeräuschpegels.
      Mal sehen wie der Wagen mit der längeren Übersetzung klarkommt, wenn das Ding dann nicht mehr aus dem Quark kommt fliegt das 7er raus und das 6er kommt wieder rein. Ist ja schnell gemacht. (Oder ich male das APC rot an… wäre zwar schade, weil man das unter der Rückbank nicht sieht, aber wenn’s hilft…)

      Ach ja, waru schreibe ich das gerade? Weil ich, glaube ich, etwas neidisch bin, daß man bei Dir soviel Fortschritt in so kurzer Zeit sieht. Und ich irgendwie die befürchtung nicht loswerde, daß Deiner doch eher wieder auf der Straße sein könnte als meiner. 🙄 :mrgreen:

      #27620 Antwort

      D.C.

      @turboseize, ich hole grade mal meinen Zaunpfahl, warte kurz. So, jetzt winke ich. Gesehen? Es geht nämlich um den 7-er Primärantrieb. Ich hab in meinem „übermotorisierten“ Hobel leider das GM456-14 drin, was Du als alter SAAB-Veteran direkt mal mit dem 6-Primärantrieb identifizieren wirst. Solltest Du also *hust* den 7er nicht „brauchen“, äh, dann… naja, also. :mrgreen:

      Das APC kannste dafür gern auch rot anmalen! 😎

      Nur kein Neid, übrigens. Den Wagen hier gönne ich keinem. Sowas schenkt man Feinden, wenn man sie psychisch fertig machen will. Vor allem Perfektionismus-Neurotikern, die werden daran verzweifeln. 😀

      @Hellmchen: Vorgestern lief Spaceballs. Ich musste an Dich denken 😆

      Die Beantwortung der Fragen:
      1. *hustzehntausendirgendwaswahrscheinlichmitderLackierunghust* 🙄
      2. Nur wenn Du mit dem Z kommst und der Wagen brauchbar ist 😎

      #27621 Antwort

      Ayrton
      Mitglied

      2. Kommst Du mit dem Teil zum Treffen? :mrgreen:

      wurdest du ein Franzosenfan fragen ob er zum Treffen mit ein Renault Fuego kommen wird? :mrgreen: Ich freue mich schon auf eure Kampf der Titanen, also wehe ihr kommt mit Saab oder Z.

      #27622 Antwort

      Lord Hellmchen
      Mitglied

      wurdest du ein Franzosenfan fragen ob er zum Treffen mit ein Renault Fuego kommen wird?

      😆

      Der Saab ist quasi das Gründungsfahrzeug der Fuelbrothers. Für mich also eine rollende Pilgerstätte, in der ich gern „ein paar Szenen von damals“ nachspielen würde (nein, nicht was ihr jetzt vielleicht denkt). Ist schon fast 10 Jahre her glaub ich, schockierend. Dafür würde ich jedenfalls auch mit nem Renault zum Treffen kommen, wenns sein muss 😉 aber dafür muss unbedingt auch Beamer kommen.

      Das Treffen ist diesmal besonders wichtig! Wenn ich hier so die Koversationen zwischen D.C. , Turboseize und den anderen Gaskranken lese, dazu noch Kampfhamster mit seinem Z…es gibt unendlich viel zu reden! Bin schon ganz nervös und an dem schwebenden Kübelwagen aus Spaceballs muss ich bis dahin auch noch arbeiten, Bericht folgt…. 😉

      #27623 Antwort

      turboseize

      Den Wagen hier gönne ich keinem. Sowas schenkt man Feinden, wenn man sie psychisch fertig machen will. Vor allem Perfektionismus-Neurotikern, die werden daran verzweifeln. 😀

      Du hast dat Schneewittchen noch nicht gesehen. Das Auto wurde nur gebaut, um als Definition des Wortes „ranzig“ zu dienen. :mrgreen:
      Das 7er probier ich erstmal selber aus. HFT behauptet ja, mir würden mindestens 50kW fehlen, um das legitimerweise fahren zu dürfen…
      🙄
      Naja auf kurvigen Eifellandstraßen hat er vermutlich recht. Da ich aber mittlerweile nur noch auf der Autobahn wohne probiere ich es trotzdem. Bin aber mal gespannt, ob und wie sich das auf die Höchstgeschwindigkeit auswirkt.

      #27624 Antwort

      turboseize

      Mit dem 45614 bist Du ja doppelt gestraft: das müßte doch auch das kurze Diff haben? Die Kombination war in dem grauen b212 drin, den ich über Weihnachten ausleihen durfte. Toll auf Landstraßen, auf der Autobahn sehr nervig.
      Dein Turbo dürfte damit ziemlich sprintstark sein – aber für mich wäre das auf Dauer nix.

      #27628 Antwort

      Ayrton
      Mitglied

      in der ich gern “ein paar Szenen von damals” nachspielen würde“

      du bist zu jung für Nostalgie, der Krebs der Moderne… 🙂

      an dem schwebenden Kübelwagen aus Spaceballs muss ich bis dahin auch noch arbeiten

      Zahnriemen fällig?

      #27629 Antwort

      D.C.

      :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen:

      Ayrton, das tragische ist, das ist wirklich schon wieder 10 Jahre her! Da kann man mal nostalgisch werden!!!

      War heute wieder in der Halle, Ventildeckel sauberpolieren (lecker Pulverbeschichtung…). Bin immer noch unschlüssig. Schwanke zwischen original und silber/rot.
      Der Plan ist: Samstag blubbert es wieder in der Halle – drückt die Daumen… ich werde berichten.

      #27632 Antwort

      RainerW

      Hallo D.C.,

      „Hier finden Motor und Getriebe zueinander. Der Aufmerksame erkennt auch gleich, warum wir das nocheinmal machen durften…“

      Da hat doch einer den Ansaugrüssel der Ölpumpe vergessen? Ich lach mich weg!!!!!!!!! Bölkstoff statt Gingko-Tee?

      Gruß, Rainer

      #27633 Antwort

      RainerW

      Mein Vorschlag zum Ventildeckel.

      Nahe am Original ist doch schöner!!! Schwarz lackieren, dann mit feinem Nassschleifpapier die Beschriftung nachziehen, das blanke Alu kannst du so fein schleifen, wie du willst, von matt bis glänzend. Dann evtl. Klarlack drüber. Das I-Tüpfelchen ist doch der rote Block.

      Gruß, Rainer

      #27635 Antwort

      D.C.
      Keymaster

      Gut gesehen, Reiner! Genau so war es auch. Einen Tag später fanden wir das Ölansaugrohr (für das wir bei Gelegenheit natürlich auch neue O-Ringe bestellt und eingebaut hatten) unschuldig neben dem Motor liegen. Bei dem Bremsenbild übrigens das gleiche, die Schutzschilde haben wir vergessen, die lagen noch im Kofferraum. Es ist immer 2 Schritte vor, 1 Schritt zurück. Wichtig ist: Locker durch die Hose atmen und Ruhe bewahren! 😀

      Sowas fällt einem dann immer bei der kollektiven Zigarette danach auf, wenn einer sich die Sache nochmal durch den Kopf gehen lässt…

      #27643 Antwort

      felix petrol
      Mitglied

      Sieht super aus…scheinbar schaffst Du es auf der dünnen Linie zwischen „den Motor machen“ und „Vollrestauration“ zu balancieren! Bin gespannt die Kiste mal live zu sehen.
      Mein 964 ist mittlerweile auch fertig…ich hab ihn abgeholt und alles hat gepasst, er läuft wie ein Uhrwerk und hat spürbar mehr Druck. Einfahren (max. 3000/min) nervt allerdings, ständig hat man Skoda Vagina RS´ und ähnliches am Heck kleben….

      So….jetzt fahr ich mein Laptop runter, geb meine Zugangskarte ab und verlasse das Unternehmen für das ich die letzten 6 Jahre gearbeitet hab- am Montag beginnt dann der nächste Job, ich freu mich drauf! Dem Fuhrpark nach zu urteilen übrigens endlich ein Laden mit hohem petrolhead-Anteil!

      #27644 Antwort

      D.C.

      Skoda Vagina RS´ und ähnliches am Heck kleben

      Satz des Tages geht an Felix! 😆

      Freut mich für Dich, Felix! Es ist immer gut, mit Motivation neue Dinge anzugehen – alles Gute im neuen Job! So wie sich das damals angehört hat, wirst Du Dich dort sehr wohlfühlen!

      Den 911/964 hab ich übrigens auch noch nie gesehen: Kommst Du damit zum Treffen?!

      Wegen dem Saab: Es IST ein Balance-Akt. Definitiv. Manchmal fange ich an zu kippen, man muss echt in der Spur bleiben, die Kosten fressen einen sonst auf!
      Irgendwann steht es einfach nicht mehr im Verhältnis zum Wert des Autos, es ist ohnehin schon „zu viel“ drin. Aber man lügt sich mit der steigenden Wertentwicklung das ganze irgendwie zurecht…

      #27649 Antwort

      Ayrton
      Mitglied

      Skoda Vagina kenn ich nicht, ich kenne nur Skoda Felatio, aber passen super zusammen in eine Produktpalette :mrgreen:

      #27693 Antwort

      turboseize

      DC, hör auf über Dein Getriebe zu jammern. 6er Primär und kurzes Diff ist nicht sooo schlimm, wie wir gedacht haben: die Borg-Warner in den automatisierten 900 dreht bei 120km/h 40000/min… 😯
      Das Plüschtier säuft bei Autobahntempo deshalb ziemlich genau so viel wie der Klimawandler. Mit der Hälfte der Zylinder, weniger als der Hälfte an Hubraum und weniger als der Hälfte der Leistung…

      #27695 Antwort

      D.C.

      Ich bin einfach mal gespannt und lasse mich überraschen!

      Den Satz hier darfst Du mir aber nochmal für Doofe erklären:

      Das Plüschtier säuft bei Autobahntempo deshalb ziemlich genau so viel wie der Klimawandler. Mit der Hälfte der Zylinder, weniger als der Hälfte an Hubraum und weniger als der Hälfte der Leistung…

      #27696 Antwort

      turboseize

      Entschuldigung, ich neige in meinem Größenwahn dazu meine Bedeutung und Bekanntheit zu überschätzen und setze daher oft voraus, daß die autoaffine Welt meinen derzeitigen und ehemaligen Fuhrpark auswendig kennt. :mrgreen:

      Plüschtier: https://turboseize.wordpress.com/2015/03/08/das-pluschtier/

      Klimawandler alias Diplomatentaxe: https://turboseize.wordpress.com/garage/die-diplomatentaxe/

      Plüschtier säuft bei 120 Tempomat grob 12 Liter. Der Klimawandler auch. Plüschtier holt 118 PS aus vier Zylindern und zwei Litern Hubraum, Klimawandler holte 279 PS aus achtzylindrigen 5,6 Litern (ja, ja: wenn man kaufmännisch rundet nur 5,5).

      #27700 Antwort

      D.C.

      Ah! Jetzt ja. Sehr schön geschriebener Artikel über das Altmetall! Mir gefällt auch Dein Duktus mit dem leichten Max-Raabe Einschlag bei der Wortwahl der 20er. :mrgreen:

      Genug davon, eine ernstgemeinte Frage, so unter Benzinbrüdern: Warum tust Du Dir das an? Was macht den Reiz für Dich bei einer solchen „Mühle“ wie dem Plüschtier aus? Ich meine – das Ding ist die Antithese zu allem, was irgendwie Spaß macht – nicht nur, wenn man Saab-Maßstäbe anlegt. Ist das so eine Art „Freude an der Schrulligkeit“ oder „Nicht schön, aber selten?“.

      Bitte nicht falsch verstehen, Du weisst, ich bin auch Saab-Fan und für jeden Unfug zu haben. Aber meine automobile Begeisterungsfähigkeit leidet sehr unter chronischem Leistungsmangel. Ich kann mir einfach beim besten Willen nicht vorstellen mit so einem Ding happy zu werden…. Und dann auch noch kastriert mit dieser furchtbaren Automatik… brrr…. 😯

      Den „Klimawandler“ hingegen kann ich gut verstehen. Ich habe eine vergleichbare, wenn auch kürzere, Episode mit einem E32 V8 hinter mir. Ein ganz besonderes Fahrgefühl, mit einer schwer zu beschreibenden Souveränität. Das alles mit der, seitdem nie wieder erreichten, Verarbeitungsqualität der deutschen Hersteller Ende der 80er -> ein Traum.

      #27702 Antwort

      turboseize

      Tja, warum mache ich das? Schwierig. Wenn man es mit einem Satz zusammenfassen müßte käme vermutlich etwas heraus wie „ich habe ein Herz für automobile Randgruppen“. :mrgreen:

      Außerdem mag ich Fehlfarben. Ich hasse leasingsilber. Und depressivdunkelgrau. Ganz besonders hasse ich die Kombination eines leasingsilbernen Lacks mit depressivgrauer Stoffausstattung (Leder macht es aber nur marginal besser). Ich leide seit einiger Zeit ja darunter, daß irgenein Vollhonk das Schneewittchen seiner originalen babyblauen Plüschausstattung beraubt und ihr stattdessen dunkelgraue/fast schwarze Ledersitze verpflanzt hat. (Teppich und Kniebrett sind aber noch blau.) Versuch mal, eine blaue Contours-Plüschausstattung (Carré findet man häufiger, aber in einen Turbo gehört in dem Baujahr Contours) mit Fensterkurbellochfreien blauen Türpappen zu finden. Geht nicht, gibt es nicht mehr. Schwarze Lederausstattungeb gibt es wie Sand am Meer, aber blaues Plüsch… Ich schweife ab.
      Noch schlimmer ist ja Veronica: außen leasingsilber, innen depressivgrau. So geht-gar-nicht, daß ich mich schon durchgerungen hatte, den Wagen trotz seiner sonstigen außerordentlichen Qualitäten zum Verkauf zu stellen.

      Kannst Du mein Leiden nachfühlen? In diese Stimmung hinein wird mir dann das Plüschtier offeriert. Mit einem metalliclack, der je nach Lichtstimmung von braungoldig bis violett changiert. Mit, genauso je nach Licht, von angetrockneter-Blutfeck-rot bis rosa schimmerndem Plüsch. Ich konnte einfach nicht anders.
      (Außerdem mag ich Sedans.)

      Schließlich ist das wilde Rumgebolze bei mir mittlerweile die Ausnahme. Dafür fahre ich einfach zu viel und zu den falschen Tageszeiten. Mit dem Schlampenschlepper hatte ich das einmal ausprobiert: eines freitagnachmittags ganz links mit dem Messer zwischen den Zähnen vom Ruhrgebiet nach Berlin, das Wochenende darauf auf der rechten Spur zwischen die Lkw eingereiht. Der Unterschied? 21 (In Worten: einundzwanzig!) Liter auf hundert Kilometer – zu sieben. Für gerade mal 45 Minuten Zeitersparnis. Seitdem wird nur noch zu besonderen Anlässen gebolzt, und das wochenendliche Pendeln mit maximal Richtgeschwindigkeit absolviert. Das ist – zumindest bei alten Benzinern – ein guter Kompromiß zwischen Spritsparen und Zeitersparnis.
      Im Prospekt des w123 finden sich die Überschrift: „Mercedes-Diesel: Ideal für die schonende Fahrweise des zügigen Gleitens“. Ich hatte für 94.500km einen 200d, danach für 80.000km einen 300d. Es reicht tatsächlich, am Wochenende waren auf meiner damaligen Strecke die Autobahnen immer so voll, daß man eh nicht schneller fahren konnte. In der Stadt ist Leistung auch egal, da muß man selbst mit dem 200d aufpassen, an der Ampel dem Vordermann nicht in den Kofferraum zu rauschen. Die Leute finden alle das Gaspedal nicht… Das gleiche bei Autobahnauffahrten. Heute mit Dem Plüschtier wieder erlebt…
      Was ich damit sagen will: ich liebe leistungsstarke Autos. Objektiv braucht man sie aber nicht. Ich kann mich auch mit Wanderdünen anfreunden, solange sie Charakter haben und Charme.
      Zum Kilometerfressen auf der Autobahn habe ich ja noch die zwei Turbos, die können das ja selbst nach heutigen Maßstäben noch zufriedenstellend, selbst wenn es doch mal etwas schneller gehen muß. Das Plüschtier ist das Auto, um mit dem Mädel am Wochenden gemütlich übers Land zu gleiten. Da ist dann auch die Automatik von Vorteil, die verschafft der rechten Hand Bewegungsfreiheit.

      Trennung.

      Max Raabe ist natürlich großartig.

      #27703 Antwort

      D.C.

      Ich verstehe – oder sagen wir – ich kann es nachvollziehen. Dazu gehört viel Selbstbewusstsein und ein stoisches Gemüt. Wenn ich mir vorstelle, was ich mir schon alles bei meinen Karren von der schwäbischen Verwandtschaft anhören durfte – da wäre so ein Plüschtier wahrscheinlich Grund für den Ausschluss aus der Gesellschaft…. :mrgreen:

      Aber es muss Liebhaber für solche Autos geben – stimme ich Dir völlig zu. Susan Boyle hat schließlich auch eine schöne Stimme.

      Der Leistungsaspekt ist vielleicht falsch rüber gekommen. Nicht, dass wir uns da falsch verstehen: Es geht nicht um die Heizerei mit dem rechten Fuß am Bodenblech. Mir würde bei einem Saab schlichtweg der Turbo fehlen. Ich habe die Autos irgendwie immer nur damit erlebt und genossen – das wäre für mich, als würde ein Daumen an der Hand entfernt und auch mehr oder minder den „Witz“ des Ganzen rauben. Vielleicht fühle ich mich aber einfach noch zu Jung für das Wanderdünen-Dasein auf der Bummelspur hinter dem rumänischen Schweinelaster. Keine Ahnung 🙂 .

      Es geht schließlich auch um eine gewisse Über-Motorisierung, die es einem ermöglicht in eben diesen wenigen Momenten am Tag alles auf einmal zu genießen, was die Technik hergibt. Wenn da nur ein anämisch laues Lüftchen weht, fühle ich mich etwas um den Spaß beraubt. Wer wissen will, wie sich das automobile Äquivalent zum Ackergaul anfühlt, dem sei ein 3-Zylinder Polo ans Herz gelegt…

      #27704 Antwort

      turboseize

      Beim Leistungsaspekt stimme ich Dir zu – Übermotorisierung ist unheimlich entspannend. Wer kann, der hat man es nicht nötig zu müssen. Ich bin noch niemals so absolut tiefenentspannt, langsam und vorausschauend gefahren wie im Klimawandler. Da machte selbst das Anhalten vor Zebrastreifen und Herüberwinken der Fußgänger Spaß. Ab und an, wenn es einem danach war, konnte man auch einfach das Pedal durchtreten und wurde von der Drehmomentwelle davongetragen. Das mußte ab und an auch mal sein, aber alleine das Wissen darum genügte mir Allgemeinen völlig. 😎

      Untermotorisiert fühlt man sich schnell gehetzt. Im Alltag wäre das Plüschtier deshalb vermutlich tödlich für die Nerven. (Aber nur wegen der 3-Gangautomatik, mit Schaltgetriebe sind die 900-Sauger zwar nicht übermäßig, aber zumindest ausreichend motorisiert.). Wie ich schon schrieb: ohne meine beiden turbos in der Hinterhand zu wissen könnte ich mich auf das Plüschtier wahrscheinlich auch nicht einlassen.

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