Jahresendgedanken: #Dieselgate

Von |2019-01-11T13:29:24+00:0021. Dez. 2018|/ Essays, / Polemik und Sonstiges, Ford, Toyota, VW|5 Kommentare

Das wichtigste Vorneweg: Ich mag keine Diesel. Diesel sind ordinär. Ich bevorzuge klangvolle Otto-Motoren.

Ein interessantes und ereignisreiches Jahr 2018 geht vorüber und ich ergreife die Gelegenheit ein paar Gedanken zu formulieren. Es soll hierbei nicht ausschließlich um automobiles gehen, jedoch überwiegend, wir wollen ja beim Thema bleiben. Ich bin eigentlich ein Freund der klaren Worte, jedoch fällt es vielen in diesen Tagen immer schwerer das auszudrücken was einem auf dem Herzen liegt:

Wir befinden uns in Zeiten, in denen Worte auf Wagschalen landen, Formulierungen über Wohl und Wehe von Personen entscheiden und „Einstellung“ schnell zu „Gesinnung“ uminterpretiert wird. Sprachliche Unbedarftheiten werden spitzfindig auf dem Altar der politischen Korrektheit seziert und mittels Beweislastumkehr dem Aussprechenden in Anklageform vorgeworfen, nebst selbigem zum Fraße.

Trotzdem werde ich einen Spagat aus klaren Worten und gleichzeitig unverfänglicher Formulierung versuchen, denn auf einen groben Klotz gehört ja bekanntlich ein grober Keil. Ich möchte ausdrücklich betonen, dass es sich hierbei um meine persönliche Meinung handelt und die Aussagen dazu nicht wissenschaftlich zitiert werden – die Recherchearbeit obliegt dem Leser, ich zeige nur den Eingang zum Kaninchenbau.

Widmen wir uns einem der Hauptthemen 2018 für jeden Autofahrer: Dem „Dieselskandal“ oder der „Dieselaffäre“.

Allgemein bekannt ist wohl, dass (nur deutsche?) Automobilhersteller ihre Verbrauchs- und Emissionswerte manipulieren. Das hat mehrere Hintergründe, in erster Linie dient es dem Wettbewerbsvorteil, der steuerlichen Entlastung des Käufers und ein Stückweit dem Image des Herstellers. Wenn man sich beim Lügen erwischen lässt, hat man mehrere Möglichkeiten: Abstreiten oder sich Entschuldigen. Das blödeste ist, wenn man beides in eben dieser Reihenfolge versucht, wie im Falle von VW und seinen Töchtern.

Jetzt wissen wir aber 2 Dinge: Erstens stinkt der Fisch vom Kopfe her und zweitens kommt ein Unglück selten allein. Der Verdacht, dass nicht nur VW „bescheißt“, lag spürbar in der Luft. Und siehe da – tatsächlich haben sich auch viele andere nicht mit Ruhm bekleckert. Interessanterweise sind die deutschen Hersteller die saubersten in Sachen NOx – dem grünäugigen Monster des Jahres 2018. Die Frage ist nur: Warum wird es nur bei VW so breit getreten?

Hier kommt der – meiner Meinung nach – wichtigste Aspekt bei allen Säuen, die durch Dörfer getrieben werden ins Spiel: Cui bono? Wem nützt es? Da wir zweifelsfrei(?) in einem kapitalistischen System leben, ist der Antwort mit Hilfe der alten Weisheit „Folge der Spur des Geldes“ näher zu kommen. Wer befeuert diesen „Skandal“ nachhaltig und sorgt für mediale Dauerbeschallung?

Ein bislang völlig obskurer und unbekannter „Verein“ aus rund 100 Mitarbeitern (Stand: 2018) namens „Deutsche Umwelthilfe“ erscheint plötzlich omnipräsent in allen Medien und wird zur Jeanne d‘ Arc aller ökologischer Lautsprecher und Steigbügel.

Ich halte das Thema Umweltschutz für sehr wichtig, die „Deutsche Umwelthilfe“ erinnert mich in diesem Kontext allerdings irgendwie an die unerhört wichtige Funktion des Zitronenfalters für die Zitrusfrüchte-Industrie.

Wer ist diese „Deutsche Umwelthilfe“ eigentlich? Erstmal eine GmbH – nur damit das klar ist. Das „wer ist“ ersetzen wir mal ganz schnell durch „wer bezahlt“, wir wollen ja nicht persönlich werden. Mehrere Quellen berichten – da das nicht so eindeutig zu klären ist, werde ich ganz vorsichtig nur das „bekannte“ zitieren:

  • zwei US-amerikanische Stiftungen, davon eine der Ford-Familie
  • Toyota (haben sich wohl zwischenzeitlich zurückgezogen, als es müffelnd auffiel)
  • Daimler, Krombacher Braurei (Motivation: Unklar! Mittlerweile ausgestiegen)
  • der Deutsche Bundestag (für „Studien“ und „Berichte“)
  • Abmahngelder und Klagegewinne
  • das Bundesumweltministerium (also der deutsche Steuerzahler, siehe oben)
  • „Spenden besorgter Bürger“

Man lese sich den verlinkten Artikel genau durch, es gibt interessante Details zu entdecken. Einer eigenen Recherche kann ich nur freudig zustimmen, sollte der persönliche Ehrgeiz geweckt worden sein, nur zu! Nutzen wir den Schwung und schlagen also einen eleganten Bogen in die USA.

Ich möchte an dieser Stelle nur erwähnen, dass ich die Gnade hatte „Gods own country“, genauer gesagt Babylon 2.0 (New York City) dieses Jahr besuchen zu dürfen. Ich bin bei den USA immer innerlich zerrissen. Einerseits Großartigkeiten in Kaskaden, andererseits zum Haareraufen. Im Kontext zum Artikel und als Schlusspunkt sei folgendes Bild mit der Überschrift: „Stilleben eines Diesels“ ans Herz gelegt.

Wer Ironie findet, darf sie gern behalten, quasi als Weihnachtsgeschenk.

Fahrverbot, anyone? W123 300D Turbodiesel, Greenpoint/Brooklyn im November 2018.

Auf das Thema „Feinstaub“ möchte ich an dieser Stelle gar nicht mehr weiter eingehen. Die Thematik ist im weltweiten Kontext deutscher Beklopptheiten folkloristisch zu sehen. Unterstrichen und bewiesen zuletzt durch einen neuen Versuchsballon der „Deutschen Umwelthilfe“ die Sylvesterknallerei zu verbieten, die an einem Tag so viel Feinstaub verursachen soll, wie 17% des Jahres durch den gesamten Straßenverkehr erzeugt wird. Was vor allem viel über die „Deutsche Umwelthilfe“ und diese Kampagne aussagt. Hier entlang (der Artikel war nur kurz prominent, scheinbar ist jemandem in der Redaktion die Peinlichkeit aufgefallen).

An dieser Stelle schwinden fürs Erste meine Kräfte, ich schließe mit Positivem, man muss ja hoffen. Vielleicht ergänze ich weitere erquickliche Gedankensprünge in nachfolgenden Artikeln, die mir in der Winterpause hoffentlich leicht von der Hand gehen.

Über den Autor:

In seinem bürgerlichen Dasein schubst D.C. meist Mäuse und macht keinen Hehl aus seiner handwerklichen Unfähigkeit. Das passt daher hervorragend zu seiner Vorliebe für britische Exoten und sein Faible für eine nicht-mehr-existente, schwedische Marke.

Home Forum Jahresendgedanken: #Dieselgate

Ansicht von 5 Beiträgen - 1 bis 5 (von insgesamt 5)
  • Autor
    Beiträge
  • Stef
    Beitragsanzahl: 0

    Man muss nur den Artikel im Focus lesen und es wird vieles so klar. Es ist vielleicht nicht alles bekannt aber die genannten Tatsachen rücken doch einiges gerade.

    D.C.
    Beitragsanzahl: 0

    Der gegenwärtige Zeitgeist passt scheinbar sehr gut zu unserem Timing:
    WELT Artikel:„So soll die Deutsche Umwelthilfe zu Fall gebracht werden“

    Lord Hellmchen
    Mitglied
    Beitragsanzahl: 1290

    Moin,

    erstmal Hut ab für die tolle neue Aufmachung „unserer schönen alten Seite“.

    In weiten Teilen unterschreibe ich die Thesen und Fakten des Artikels. Daher nur folgende Ergänzung:

    Ich persönlich halte zumindest den Versuch, die Lebensgrundlagen der Menschen weniger zu belasten als oberstes und absolut im wahrsten Sinne lebenswichtiges Ziel. Ich bin der Meinung, dass der Begriff „Umweltschutz“ in diesem Zusammenhang völlig falsch und fehlleitend ist. Denn unserer Umwelt sind wir sch…egal. Die interessiert sich nicht dafür, ob in 200 Jahren noch Menschen auf dieser Kugel leben oder nicht. Daher sollte der Begriff m.E. eher „Menschenschutz“ oder so ähnlich heißen. Aber zum Thema:

    Mich ärgert an der ganzen Sache folgendes am meisten: Das oben genannte, hehre und erstrebenswerte Ziel wird durch die genannten Organisationen und deren Beeinflussung torpediert. Denn was passiert denn? Die Menschen sind nicht dumm und erkennen: Die durchgesezten Maßnahmen bringen in der propagierten Sache nichts und helfen letztendlich nur denen, die „nur das eine“ wollen. Dadurch wird der eigentlich richtige und gute Gedanke ad absurdum geführt. Und genau das kann sich unsere Art in der momentanen Lage leider nicht erlauben.

    Letztendlich kann man aber die „Schuldigen“ nicht aus ihrer Verantwortlichkeit entlassen, denn Beschiss ist Beschiss und bietet letzlich erst die Angriffsfläche die nun ausgenutzt wird. Und dass es VW als den größten am dicksten trifft, ist eh klar.

    D.C.
    Beitragsanzahl: 0

    Danke für die Blumen, Hellmchen! Es steckt noch ein wenig feintuning drin, uns sind noch einige Fehlerchen aufgefallen. Ich hoffe, wir nutzen das neue Gewand auch ein bißchen…

    Was die „Deutsche Umwelthilfe“ angeht. Dieser Verein ist ja, wie wir bereits festgestellt haben, eine klassische NGO ohne demokratische Legitimation, sprich: Keiner hat die gewählt und sie beeinflussen trotzdem das tägliche Leben von Millionen Menschen. Das ist an sich schon ein Umstand, der abgeschafft gehört.

    Ansonsten halte ich es mit Ovid:

    Der Weg zur Hölle ist mit guten Vorsätzen gepflastert.

    Lord Hellmchen
    Mitglied
    Beitragsanzahl: 1290

    Was die „Deutsche Umwelthilfe“ angeht. Dieser Verein ist ja, wie wir bereits festgestellt haben, eine klassische NGO ohne demokratische Legitimation, sprich: Keiner hat die gewählt und sie beeinflussen trotzdem das tägliche Leben von Millionen Menschen. Das ist an sich schon ein Umstand, der abgeschafft gehört.

    Ja, das meinte ich damit. Es ist halt quasi der Bock zum Gärtner gemacht worden. Trotzdem finde ich, dass es in der Sache schon richtig ist. Es wird halt nun mit Kanonen auf Spatzen geschossen wird und die Elefanten können weiter Dreck machen …

    • Diese Antwort wurde geändert vor 1 Woche, 3 Tagen von   Lord Hellmchen.
    • Diese Antwort wurde geändert vor 1 Woche, 3 Tagen von   Lord Hellmchen.
Ansicht von 5 Beiträgen - 1 bis 5 (von insgesamt 5)
Antwort auf: Jahresendgedanken: #Dieselgate
Deine Information:




Pick a color, any color... as long as it's black.
Link URL:
Link Name: (optional)
Apply Link
Online Video-URL:
Apply Link

Unterstützte Video-Dienste: Dailymotion LiveLeak Megavideo Metacafe Vimeo YouTube
Zufälliges Beispiel: [video]http://megavideo.com/?v=LYWNYM1J[/video]

😉😐😡😈🙂😯🙁🙄😛😳😮:mrgreen:😆💡😀👿😥😎😕

bbPress Post Toolbar Hilfe

Über

Diese Schreiben-Werkzeugleiste (Post Toolbar) erlaubt es mit wenigen Klicks HTML-Elemente hinzuzufügen.

Bei den Optionen, welche einfache Buttons sind (z.B. fett, kursiv), braucht man nur Text markieren und dann den entsprechende Button zu klicken, um den Stil zuzuweisen.

Für die Optionen bei geöffnetem Panel (z.B. Link): Zuerst das Panel öffnen, dann die URL in das Textfeld eingeben (falls es ein Link ist), dann den Übernehmen-Button klicken. Wenn es sich um Schriftgröße oder Farben handelt, dann den Text auswählen und die entsprechende Größe klicken, z.B. 'xx-small' (für 'sehr klein').

Über bbPress Post Toolbar

Hilfe

Diese Schreiben-Werkzeugleiste (Post Toolbar) erlaubt es mit wenigen Klicks HTML-Elemente hinzuzufügen.

Version 0.7.5 von master5o1.


<a href="" title="" rel="" target=""> <blockquote cite=""> <code> <pre> <em> <strong> <del datetime=""> <ul> <ol start=""> <li> <img src="" border="" alt="" height="" width="">