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D.C.
Gast
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Ach Dreh, hättest mal wieder dabei sein müssen. (Dein Kommentar werte ich übrigens ironisch, Mr. „Drehmoment auf Vorderachse“ :wink:) Es war HERRLISCH!Der Verkäufer hat seine schlechten Bewertungen im Netz schwer erkämpft, darf man sagen. Ein Original, wie es im Buche steht, mehr dazu später. Kurzer Bericht:

Ayrton und D.C. rollen im Aston (!) 😎 auf den Kiesplatz. Links und rechts drapieren mehr oder weniger interessante Old- und Youngtimer die Kulisse. Keine Spur vom Alfa, als wir zum Gebäude mit Bühnen kommen, sehen wir den Wagen drinnen. Verkäufer kommt raus, ca. Mitte 50, Schnörres, und begrüsst uns. Wir schauen uns den Wagen erstmal von außen an, bewaffnet mit Taschenlampe und guter Laune.

Man muss sagen, der 156 ist als GTA wirklich ein wunderschönes Auto, ich würde sogar sagen in der Klasse das schönste, schicker auch als der Nachfolger 159. Sehr sexy.

An sich machte das Teil einen guten Eindruck, ein paar kleine Kratzer hier und da, eine kleine Delle an der Beifahrertür und auf dem Dach ein paar Kratzer. Das übliche, nichts weltbewegendes. Innen auch alles sehr schön, das Leder gut erhalten, nur die Kunststoffe mit Softlack voller Kratzer (Türinnenverkleidung Tasten usw.). Auch das aber kein Drama. Öl war auch genug im Wagen, aber richtig gepflegt sah der Motorraum nicht aus. Frage nach dem Zahnriemen offenbarte dann schon die ersten Ausfälle des Verkäufers. Mir fiel nämlich auf, dass der demnächst (Anfang 2014) fällig ist. Und bei den GTA besser ein paar Monate früher.

Dazu fiel dem Verkäufer nichts besseres ein, als uns seine Geschichte vom Ferrari 328 zu erzählen, den er angeblich vor Jahren hatte. Das mit den Zahnriemen wäre pure Propaganda, das wäre Unsinn und Panikmache. Er wäre 8 (!) Jahre mit dem Ferrari gefahren, ohne ihn zu warten. Das wäre für ihn „Entjungferung“ gewesen, wenn ein Fremder seine Griffel an den Wagen gelegt hätte. 😆

😎

Jedenfalls schmissen wir den Hobel an und fuhren auf betreuter Probefahrt los (sein Hiwi musste mit, warum auch immer). Der Wagen fuhr sich wirklich gut, kein Geklapper, der Motor mit erwartet herrlicher Laufkultur und Klangkulisse, Leistung auch da. Ich habe 2 Runden um den Block gedreht, um „warm“ auch mal auf den Pin zu treten. Bremsen waren auch tatsächlich sehr OK. An einer Ampel habe ich den Kupplungstest gemacht, ohne es anzukündigen, und den Wagen im 4. Gang absaufen lassen. Hat auch geklappt. Allerdings fing dann der Spaß an – zum Glück – den sonst hätte ich das Teil vielleicht gekauft…

Motorleuchte ging an und der Bordcomputer (ohnehin schon mit Displayausfällen „gesegnet“) wollte in die Werkstatt. Auch erneutes Starten nach Abschliessen des Wagens und neuem Aufschließen brachte keine Besserung. Der Herr W. wollte mir danach noch tatsächlich weißmachen, das wäre normal und würde bei einem Audi A4 auch passieren, wenn man den abwürgen würde :mrgreen:

Krönung des Ganzen: „Er spüre schon, das wird nichts, die Vibrationen zwischen ihm und mir seien nicht gut“. 🙂 Das würde für uns beide keinen Sinn machen. Ich wollte den Wagen aber doch aus Neugierde (nicht mehr wirklich 100% mit Kaufabsicht, aber doch dem Wagen eine Chance geben wollend) von unten sehen. Am Telefon war das auch kein Problem, auch wenn er unbedingt vorher wissen wollte, ob ich den Wagen auch zu kaufen vorhätte. WTF?! Natürlich, sonst würde ich ja nicht anrufen, und fragen, oder? Jedenfalls: Er hatte keine Ahnung (!) wie man die Schwellerverkleidungen entfernt um den Wagen auf die Bühne zu bringen (aber angeblich bei ihm wurden die Bremsen usw. vorher gemacht 😆 ). „Das würden während der Woche die Jungs in der Werkstatt machen“. Als ich ihm sagte, dass ich statt dessen nächste Woche wiederkommen könnte, um mit dem Wagen zum ADAC Gebrauchtwagencheck zu fahren (hab da viel gutes drüber gelesen), schmeckte ihm das gar nicht: „Ich lasse mich nicht entmündigen, ich gebe ihnen den Wagen sicher nicht, um damit zum ADAC zu fahren, ich bin selber Fachmann!“ 😆

Sei’s drum – das war mir in der Summe alles ohnehin zu viel. Am besten war noch der Ratschlag, den seine Oma ihm auf den Lebensweg gegeben hatte – und den er mir in seiner Weisheit nicht vorenthalten wollte: „Wenn man es zu ordentlich will, klappt es nicht“.

Irgendwie fand er uns trotz seiner „interessanten“ Art nett (vermutlich, weil ich ständig grinsen musste) und lud uns auf einen Kaffee ein – vielleicht, weil ich ihm kurz vorher sagte, was ich so fahre und er Ayrtons Aston geil fand. Nach kurzer Besichtigung seinerseits des Aston, rollten wir mit einem Grinsen vom Hof und ergötzten uns an 6 aufgeladenen, englischen Zylindern. Next!

Fazit: Es wird kein Alfa, weder der, noch ein anderer. Ich will was zuverlässiges, daher allerhöchstens noch der X-Type, der wohl wenig Sorgen macht und der deutsch/schwedische Einheitsbrei. Der Saab da oben und der X-Type sind die nächsten Aspiranten. Wenn das nix ist: A4 und Finger in den Po.