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Mein erster Japaner! #Toyota #FTW


Veröffentlicht am 12. Juli 2017, von D.C. in / Essays. 9 Kommentare

Jaja, ich gebe es zu: Ich habe viel zu lange gebraucht, um mich mit meiner neuen Errungenschaft wieder in den Kreis der Bekloppten segnen zu lassen. Aber hier tobt derzeit der Bär und es soll Leute unter uns geben, die ihren Lebensunterhalt leider mit Arbeit verdienen müssen! 😉

Zur Sache: Der letzte Stand der Dinge wurde nicht offiziell kommuniziert. Der Esprit aka Sire Slutpot ist Geschichte. Diverse Wartungsthemen und der Vertrauensverlust in meine Hauswerkstatt haben mit den („Alb“-Traum-)Wagen vergällt. Hinzu kam die totale Abhängigkeit von meinem Lieblingsfreund mit der Halle und die undankbare Situation, sich nicht mehr über das Auto freuen zu können. Bei aller Liebe und mit mehr als einer Träne im Auge habe ich mich daher im Oktober letzten Jahres vom Esprit getrennt. Ich muss sagen, ich hätte nicht gedacht, dass das mal passieren würde, aber es ging dann plötzlich ganz schnell und die Erleichterung überwog die Trauer. Die dunkle Jahreszeit wurde daher in Abstinenz (die ja ohnehin Saisonal bedingt vorherrscht) verbracht und ein selbstauferlegtes Sabbatjahr fast gänzlich durchgehalten. Der SAAB war zwischenzeitlich auch inseriert – das Thema ist auch nicht ganz vom Tisch – es ist gerade für mich nicht ganz klar, wohin die Reise mit ihm geht….

Fakt ist: Ich will nicht enden wie Ayrton, mit 5 Autos, von denen 2 fahren :D.

Irgendwann wurde das Jucken aber wieder stärker und die neulich stattgefundene Alpentour hat die Sache schließlich eskalieren lassen. Ich wusste: Es muss wieder was her! Sofort!

Um nicht wieder die gleichen Fehler zu machen und am Ende wie Kampfhamster automobil-suizidal in einer Sackgasse zu landen, hatte ich seit dem Verkauf klare Vorstellungen von meiner nächsten Passion. Die Liste war leider sehr lang, ich fasse mal kurz zusammen:

– 2+2
– Jung
– Bezahlbar
– Zuverlässig
– Werkstatt in der Nähe
– Exotisch und Exklusiv

Und was soll ich sagen, ich bin am Ende bei der Firma „Toyota“ fündig geworden! 🙂

Wer sich jetzt den Kopf kratzt, tut das zurecht, denn was hat

– Exotisch und Exklusiv

mit einem Toyota zu tun? Habe ich mir auch gedacht, aber wenn man genauer hinschaut, ist dem nicht so. Es gibt genügend Anwendungsfälle! So zum Beispiel der Lexus LFA (ich betrachte den jetzt mal als Toyota…). Wer hier nicht die Exotik und Exklusivität sieht, ist blind. Oder der 2000GT – eine Meisterleistung. Den Supra brauche ich wohl nicht zu erwähnen. Na also.

Ich habe dann aus gut informierten Kreisen erfahren, dass es eine kleine Manufaktur gibt, die sehr exklusive und exotische Toyotas herstellt. Die nehmen die besten Teile eines Camry V6, schrauben die auf ein verklebtes Aluchassis, laminieren etwas GFK drumherum und stecken dann ein anderes Logo drauf (benannt nach einer japanischen Blütenpflanze!) – aber hey – geschenkt: Hauptsache Exklusiv! Die Exotik kommt dann durch durch etwas Design, ein gewisser Russel Carr hat mal was skizziert und alle fanden es irgendwie nett, also wurde es gebaut.

Lotus Evora CAD

Jaaaa, ich weiß, der Witz zieht nicht mehr, die Spatzen pfiffen es bereits seit einer Woche von den Dächern. Es ist natürlich wieder ein Lotus geworden.

Ich habe lange, lange gesucht und die Geschichte ist zum Schluss sogar etwas abenteuerlich, aber dazu später mehr. Das wichtigste zuerst: Es ist ein 2012er Evora S IPS. „Natürlich“ in british racing green mit Cognac-Leder. Unglaublich, aber wahr: Diese Kombination ist das Einhorn unter den Evoras, quasi nicht verfügbar. Es ist der einzige, der mir in 12 Monaten Recherche untergekommen ist…

Der Weg dahin ist lang und nicht linear gewesen, wenn auch in letzter Konsequenz scheinbar logisch und vorhersehbar. Ich hatte in wechselnder Manier unterschiedlichste Aspiranten auf meinem mobile-Parkplatz, mit wechselnder Begeisterung und teilweise Panik beim Ausmalen des Besitztums.

Nur, damit ihr mal das Wechselbad der Gefühle erlebt:

– Porsche Carrera 997(.2) – OK, der „langweiligste“
– Jaguar F-Type – sehr heißer Kandidat, leider zu schwer und nicht exklusiv genug
– Audi R8 – für mich ein sehr starkes Design, aber nicht „mein Auto“ & pot. Problemkind
– Aston Martin V8 Vantage – Bildschön, aber leider zu teuer in interessanten Varianten
– Dodge Viper GTS – Harharhar
– Ferrari 360 – im Laufe der Zeit immer teurer geworden…
– TVR Tuscan – kein Kommentar

Da sind jetzt ein paar Ausreißer dabei, aber im Großen und Ganzen war ich sehr froh, als ich vorgestern meine Suchen und Parkplätze bei den Autobörsen gelöscht habe. Parallel zu dem Panoptikum da oben habe ich konsequenterweise nur Evoras auch wirklich live angeschaut, 3 insgesamt.

Wer sich jetzt fragt, warum um Himmels willen einen IPS (Automatik!)? Die Autos haben (wie übrigens alle in der Liste: Irgendein Pferdefuß humpelt immer) eine Schwachstelle, das Schaltgetriebe – denn, wenn sich im Internet irgendein formulierter Ärger kanalisiert, dann über das Getriebe: Schlechte Schaltbarkeit durch vorsintflutliche Schaltseile, rasselnde Lager, kapitale Getriebeschäden durch lockere Zahnräder, Kupplungswechsel für 4000€ wegen der Not des Auseinanderbauens des gesamten Hinterwagens, etc.

Fazit: Aus irgendeinem Grund kamen die ersten Baujahre nicht gut mit dem Getriebe klar, das hat sich wohl geändert, aber die Kupplungswechsel inkl. der Kosten waren mir einfach zu blöd. Davon abgesehen bin ich mittlerweile aus dem Alter raus, in dem ich evangelikal eine Schaltkulisse brauche, der F-Type hat mir einfach auch mit Paddles so viel Spaß gemacht, dass mir das die Entscheidung abnahm. Der Ferrari von Hellmchen ist eh nicht zu toppen! Warum also über sowas ärgern?

Tja, und jetzt findet mal einen Evora, der nach der Modellpflege 2012 (wichtig, da über 100 Veränderungen, von der Dichtung, über den Klang bis zum Navi!) in einer anständigen Farbe und Laufleistung, aus erster Hand zum Verkauf steht! Und ja, der Evora ist für mich nicht die Liebe auf den ersten Blick gewesen: Die erste Serie als Sauger ist leise, nicht besonders schnell und nicht wirklich schön in der falschen Farbe…

Der Wagen, der jetzt in meiner Garage steht, stammt aus Rom. Der dortige Lotus-Händler hat den Wagen fast 1 Jahr, zwei mal im Preis gesenkt, bei unseren Lieblingsportalen inseriert. Er ist mir schon ganz lange als meine „Traumkombo“ aufgefallen, aber sowohl Preis als auch die Tatsache, dass man in Italia Autos über den Notar kauft(!), waren mir zu blöd. Vom Aufwand ganz zu schweigen, das Ding zu holen.

Wie es der Zufall aber wollte, sprach ich meinen Busenfreund Ayrton eines Abends auf das Teil an und bat ihn, mir bei einer unverbindlichen Kontaktaufnahme mit Lotus Rom zu helfen – vielleicht ließe sich das Ding ja über einen deutschen Lotus-Händler importieren?

Und jetzt wird es unheimlich: Ein Arbeitskollege von Ayrton (dem Ayrton von meinem Wunsch erzählte), kennt einen Porsche-Importeur, der mit dem Geschäftsführer von Lotus Rom seit Jahrzehnten befreundet ist, und sogar vor kurzem auf seiner Hochzeit tanzte…

Dann ging es schnell – auf 100% Vertrauensbasis – via Friend of a Friend of a Friend – eigentlich ein mega-no-go. Ich habe den Wagen blind gekauft. 😯 – also fast. Ich hätte einen Rückzieher machen können, in dem Moment, als ich mit Geld vor dem Auto stand. Aber bis auf einen Kratzer, den ich beim Kauf übersehen habe, hat sich alles soweit als „gut“ herausgestellt. Das Leder ist toll, die Farbe ein Traum, mechanisch scheint alles soweit zu funktionieren – und mehr konnte ich erst einmal nicht feststellen, denn es regnet seit Tagen hier und ich bin im totalen Arbeitsrausch…

Daher gibt es nur ein verhuschtes Bild mit dem Versprechen, es besser zu machen und mehr Infos zu liefern, sobald ich etwas Zeit hatte, das Schätzchen herauszuputzen.

Lotus Evora S IPS

Als Platzhalter für meine richtigen Fotos setze ich mal die Verkaufsanzeigen-Bilder hinein, damit ihr einen besseren Eindruck vom Auto bekommt. Ich bin verliebt. Das Interieur ist porno und der Arsch supersexy.




    News Foren Mein erster Japaner! #Toyota #FTW

    Dieses Thema enthält 9 Antworten und 4 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von  Lord Hellmchen vor 2 Monate, 1 Woche.

    Ansicht von 10 Beiträgen - 1 bis 10 (von insgesamt 10)
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      Beiträge
    • #30266 Antwort

      D.C.
      Keymaster

      Jaja, ich gebe es zu: Ich habe viel zu lange gebraucht, um mich mit meiner neuen Errungenschaft wieder in den Kreis der Bekloppten segnen zu lassen. A… [Vollständigen Artikel lesen unter: Mein erster Japaner! #Toyota #FTW]

      #30278 Antwort

      Lord Hellmchen
      Mitglied

      Uhaaa! Sehr schön!

      1. Schenkst Du mir das italo-Kennzeichen ? 🙂

      2. Bin sehr gespannt, das Teil live zu sehen. Die Farbe finde ich natürlich perfekt, ein sehr schönes Auto. Ich finde dunkles Grün passt zum 911er (das Bild beweist es) gar nicht. Aber für dieses Auto super. Understatement passt da gut. Beim Innenraum bin ich mir nicht 100% sicher, ist das dunkler als bei Esprit?

      3. Du hast noch nix vom Fahrverhalten erzählt, kommt noch?

      4. Das mit der abenteuerlichen Beschaffung des KFZ habe ich ja auch durch. Auch ich habe die Katze im Sack gekauft, mit noch höherem Risiko, weil älteres Auto. Und? Bin auch auf die Schnauze gefallen 🙂
      Wird schon gehen, was hat er denn gelaufen? Hat er hinten Sitze?

      #30279 Antwort

      D.C.

      Hellmchen, vielen Dank, direkt mal die Antwort auf die Fragen:

      1. Leider hatte er das nicht mehr drauf, als ich ihn abholte 🙁

      2. Der Innenraum ist Bildschön. Das Cognac ist etwas dunkler als beim Esprit und passt exzellent zur Außenfarbe. Der Elfer ist von Stefan, der Dir die Retourkutsche selber geben darf 😉

      3. Das Fahrverhalten ist in wenigen Worten schwer zu beschreiben. Das Fahrwerk und die Lenkung gelten als Benchmark in dieser Klasse, aus meiner Laienhaften Einschätzung zu Recht. Der Wagen kann 3x mehr als ich je können werde. Ich muss mich noch an die IPS gewöhnen, die hat 2 Modi, die sich wie Dr. Jekyll und Mr. Hyde unterscheiden. Klar auf der Liste steht ein obligatorisches Softwareupdate, dass der Wagen scheinbar noch nicht bekommen hat (Schaltzeitverkürzung & Feinjustierung). Werde das beim nächsten Besuch der Werkstatt durchführen lassen.

      Hier ein gutes Video über den S IPS:

      4. Wir werden sehen – bin noch sehr skeptisch und es fühlt sich immer noch seltsam an. Ich hoffe das Beste. Er hat jetzt 18.000km und ist aus erster Hand. Vorbesitzer ist 1959 geboren, wollen mal hoffen, dass das ein gutes Zeichen ist. Ja, er hat hinten „Sitze“, die lassen sich aber ausbauen (was ich evtl. machen werde).

      #30280 Antwort

      Lord Hellmchen
      Mitglied

      Wow, 18.000 Runden ist ja noch nicht viel. Da sollte eigentlich echt nicht viel kommen.

      IPS ist halt ein anderes Erlebnis. Handgeschaltete Karren sind einfach involvierender, man muss mehr arbeiten. Einerseits tragen sie so zum Erlebnis bei, andererseits sind sie natürlich langsamer und bei längeren (Pass-) fahrten kann es auch nerven.

      Erarbeiten muss man sich aber m.E. beides. Ich habe mind. 1 Jahr gebraucht, bis ich das Getriebe des Fezzas wirklich halbwegs beherrscht habe. Dann belohnt es einen aber auch wirklich mit einer Art Flow-Erlebnis. Ich glaube nicht, dass das bei einem Paddleshift-Getriebe anders ist. Auch da muss man sich erst einschiessen, bis es Spaß macht. Wichtig ist nur, dass es einen nicht bevormundet. Nichts ist nerviger als eine Box, die auf einmal doch selber hoch- oder runterschaltet, nur weil der Chip der Ansicht ist, dass der Fahrer gerade einen Fehler macht. Ich will Fehler machen können, auch auf die Gefahr hin, dass ich was kaputt mache.

      #30281 Antwort

      Lord Hellmchen
      Mitglied

      Hab immer noch keinen Anruf vom Fezza-Spezi bezgl. Wasserverlust…gutes oder schlechtes Zeichen? werd langsam nervös.

      #30282 Antwort

      D.C.

      Also die IPS ist eher im Gegenteil im Sportmodus für mich eher ZU aggressiv und gleichzeitig bevormundend. Ich kann z.B. derzeit(?) nicht bei Volllast einen Gang hochschalten, wenn ich nicht bis an den Begrenzer will (was ja nun wirklich nicht immer sein muss, sondern muss auf die 1-2-3 Schaltlämpchen warten :). Oder ich bin zu blöd und muss lupfen oder so – in jedem Fall dreht das Ding, brüllt, schreit, als wenn es um den Titel ginge… :-P.

      Da ist noch „dran gewöhnen“ und experimentieren im Spiel. Der Jaguar war da einfacher, muss man sagen. Kann aber auch daran liegen, dass ich das Prinzip noch nicht richtig verstanden habe. Matt Becker wird sich schon was dabei gedacht haben…

      Bei „Normal“ fährt sich das Ganze allerdings sehr kommod und für mich schon sportlich genug, die Sport-Taste ist fast schon eher was für die Rundstrecke!
      Ansonsten war ich gestern nochmal mit dem Wagen auf der Straße – fühlt sich immer noch total fremd an. Muss das Ding wirklich mal gründlich einfahren (am Samstag wird es mit Felix wohl passieren :-D).

      Fezza: Ich kenne diese Momente und bin derzeit froh, das Thema los zu sein… 😀

      #30283 Antwort

      Dr.Dreh
      Mitglied

      D.C. das freut mich sehr für Dich! Mein Geschmack ist die Karre zwar immer noch nicht, aber a) muss sie das ja auch gar nicht und b) kann ich Deine Kriterien gut nachvollziehen und ich denke, Du hast gut entschieden!
      Bleibt zu hoffen, dass Dir Japaner mehr Glück und Freude bringt als der alte Slutpot.

      Freu mich auf meine erste (Bei)Fahrt damit!

      P.s. BRG & Cognac = sehr geil…

      #30284 Antwort

      Mitsch

      Hi D.C.
      herzlichen Glückwunsch zum neuen Spielzeug.
      Irgendwie spannend das wir damals (2009 – 2010?)
      auf der Deutschlandpremiere vom Evora in Bonn waren
      und jetzt so ein Schmuckstück in deiner Garage steht 😀
      Ich freue mich für dich und darauf das Auto mal live zu sehen.

      gruß Mitsch

      #30285 Antwort

      D.C.

      @mitsch und Björn: Ja, das ist ja im Leben manchmal so – Dinge reifen jahrelang. Es gibt aber auch vielleicht für jede Zeit die richtigen Spielzeuge! Offen gesagt ist es einfach auch eine Frage des Budgets! Für das Geld habe ich für mich keine bessere Lösung gefunden…YOLO.

      #30286 Antwort

      Lord Hellmchen
      Mitglied

      Das stimmt. Du hast es Dir (und uns) nicht leicht gemacht 🙂

      Aber es ist halt immer eine Abwägung und jede Karre auch irgendwie ein Kompromiss, mindestens finanziell, bei jedem von uns.

      Aber stellt Euch vor, es wäre nicht so und man hätte finanziell alle Freiheiten.

      Das klingt erstmal geil, aber ich glaube letztendlich wäre das auch nicht unbedingt einfacher oder befriedigender wenn man es zuende denkt. Dann hat man irgendwann Jay Lenos Garage und – letztendlich die gleichen Probleme, nur im größeren Maßstab.

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